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Türkei: Zauberhafte Ägäis-Küste

Die türkische Ägäis-Küste ist ein El Dorado für Badeurlauber und Wassersportler. Orientalische Atmosphäre liegt in der Luft und versunkene Kulturen haben ihre Spuren hinterlassen. Beste Voraussetzungen für einen Traum-Urlaub

Zahllose Buchten und Halbinseln bestimmen das Bild der stark zerklüfteten türkischen Ägäisküste. Bekannt ist die Region für ihr strahlend blaues Meerwasser und die vielen Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Es gibt hier herrliche Strände mit allem, was das Urlauberherz begehrt: neben den pulsierenden Ferienorten finden sich verträumte, idyllische Badebuchten. Da die Ägäisküste zu den meist besuchten Gegenden der Türkei gehört, gibt es Hotels und Pensionen für jeden Geldbeutel. Pinienwälder, bizarre Felsgebilde und Olivenhaine säumen den Küstenverlauf. Besonders im nördlichen Ägäisteil gibt es noch viel Ursprünglichkeit zu entdecken. Für Kulturliebhaber und Geschichtsbegeisterte ist das frühere „Kleinasien“ ohnehin ein Muß. Auf Schritt und Tritt begegnet man den imposanten Überresten antiker Stätten. Die bekannteste davon ist zweifellos Troja.

Ein besonderes Vergnügen: Surfen vor den bizarren Felsengräbern von Kaunos

Das legendäre Troja

Die Ausgrabungsstätte von Troja liegt nur eine Fahrstunde von Çanakkale entfernt, von wo aus täglich Minibusse fahren. Bei der Besichtigung der antiken Stadt sollte man nicht auf eine Führung verzichten! Die Grundzüge der Siedlung sind für das ungeübte Auge viel schwerer zu erkennen als beispielsweise in Bergama und Ephesus. Neun verschiedene Trojas wurden jeweils auf den Ruinen der älteren Schicht erbaut! Der Hobbyarchäologe Schliemann stiftete mit seinen unsystematischen Ausgrabungen zusätzliche Verwirrung.

In der sechsten Siedlungsschicht vermutet man heute das von Homer besungene Troja, während der von Schliemann entdeckte „Schatz des Priamos“ zur zweiten Schicht gerechnet wird. Der legendäre Schatz ist seit dem 2. Weltkrieg verschollen. Neben dem eigentlichen Gelände gibt es bei Troja jede Menge Souvenirläden, Imbißstuben, einen großen Parkplatz sowie die Nachbildung des hölzernen Pferdes. In dem angeschlossenen Museum sind kleinere Fundstücke der alten Stadt zu sehen. Ca. 8 km nordwestlich von Troja, beim Dorf Kumkale, soll sich das Grab des Achilles befinden. Man erreicht es, wenn man mit dem Auto von Tevtikiye über eine Brücke der Schotterstraße folgt und danach über eine schmale Straße bis zum Schild „Yeniköy“ fährt. Kurz hinter der Abzweigung steht auf einem Hügel eine alte Eiche, die das Grab markieren soll.

Behramkale (Assos): Bunte Mischung aus Alt und Neu

Ca. 40 km südlich von Troja befindet sich bereits die nächste Sehenswürdigkeit aus dem Altertum: Das kleine Fischerdorf Behramkale liegt hoch über dem Meer neben den Ruinen der antiken Stadt Assos. Die Reste dieser Siedlung, die bis ins zweite Jahrtausend v. Chr. zurückgeht, sind relativ gut erhalten. Aristoteles lebte einige Jahre in Assos und gründete hier eine Philosophenschule.

Vom Burgberg hat man einen phantastischen Blick über das Ägäische Meer und die nahegelegene griechische Insel Lesbos (türk. Midilli). Über eine kurvige Straße gelangt man zum kleinen, gemütlichen Hafen, wo sich auch die Übernachtungsmöglichkeiten und ein kleiner Strand befinden. Da die Hafengegend unter Denkmalschutz steht und nur Restaurierung und stilgerechtes Bauen erlaubt sind, fügen sich die Hotels gut ins Gesamtbild des kleinen Fischerhafens ein. Mehrere schöne Strände gibt es zu entdecken, wenn man in Richtung Gülpinar fährt. Die Straße von Behramkale zu dem östlich gelegenen Badeort Küçükkuyu führt ebenfalls an vielen kleinen, einsamen Buchten vorbei. Der Sand- und Kiesstrand des Ortes Küçükkuyu selbst ist zwar recht lang, aber nicht besonders schön und deshalb für einen längeren Urlaubsaufenthalt nicht zu empfehlen. Drei Kilometer nördlich des Städtchens erreicht man über eine Bergstraße einen 250 m hoch gelegenen Zeus-Altar aus römischer Zeit.

Beliebte Badeorte im Norden

Am Ende der tief ins Land einschneidenden Bucht von Edremit befinden sich in unmittelbarer Nähe zwei Badeorte, die besonders bei den Einheimischen sehr beliebt sind: Akçay und Ören.

Akçay liegt direkt an der Straße von Çanakkale nach Izmir. Noch vor einigen Jahren war der Ort ein verschlafenes Fischerdorf, doch inzwischen gibt es unzählige Ferienanlagen und Campingplätze. Der Strand ist zwar nur mäßig attraktiv, dafür herrscht überschäumendes, fröhliches Leben.

Bei der Weiterfahrt nach Ören gelangt man zunächst in den 35 000 Einwohner zählenden Ort Edremit, eine typische türkische Kleinstadt. Zu den wenigen Sehenswürdigkeiten gehört die Kursunlu Camii, eine seldschukische Moschee aus dem Jahr 1241. Den meisten Reisenden dient das 10 km vom Meer entfernte Edremit jedoch nur als Umsteigstation zu den umliegenden Badeorten. Das schönste Urlaubsstädtchen dieser Bucht ist wohl Ören, mit seinem endlos langen, feinkörnigen und gepflegten Sandstrand. Viele Unterkunftsmöglichkeiten finden sich in direkter Nähe. Zum Einkaufen begibt man sich von hier aus am besten in den nur 2 km entfernten Nachbarort Burhaniye, zu dem regelmäßige Busverbindungen bestehen. Preiswerte einheimische Küche findet man hier ebenfalls leichter als in Ören.

Schöne Badeorte findet man an der ganzen Ägäis-Küste

Ayvalýk – Idyllische Kleinstadt

Umgeben von Kiefernwäldern und Olivenhainen, ist das Küstenstädtchen Ayvalýk mit seinen 25 000 Einwohnern ein gut besuchter Urlaubsort. Der Küste vorgelagert sind 23 größere und kleinere Inseln. Die meisten Badestrände befinden sich auf diesen Inseln und im Süden der Stadt. In der Altstadt, die sich hinter dem Hafen befindet, taucht man in die Atmosphäre einer türkischen Kleinstadt mit engen Gassen, Teehäusern und Handwerksstätten ein, die einen starken Kontrast zu den modernen Hotelneubauten an den umliegenden Badestränden bildet.

Das heutige Ayvalýk wurde wahrscheinlich erst im frühen 17. Jahrhundert gegründet. Bis Anfang unseres Jahrhunderts wurde die Stadt fast ausschließlich von Griechen bewohnt. Noch heute sieht man viele griechisch-orthodoxe Kirchen, die zum Großteil als Moscheen genutzt werden. Unbedingt ansehen sollte man sich die „Taksiyarhis Kilisesi“ am nördlichen Stadtrand. Vor Ayvalýk liegt eine große Insel, die die Bucht fast vollständig gegen das offene Meer abschließt. Sie heißt Cunda oder Alibey Adasý, und man erreicht sie entweder mit der Fähre oder mit dem Auto bzw. Bus über einen künstlichen Damm, der schon 1817 erbaut wurde. Südlich von Ayvalýk befindet sich die Bucht Altýnkum, die nur eine schmale Verbindung zum offenen Meer hat. Fährt man die Straße am Südufer weiter, erreicht man nach einigen Kilometern Bergfahrt den Aussichtspunkt „Teufelstafel“. Von dort hat man einen phantastischen Ausblick auf die zerklüftete Küste und die vielen kleinen Inseln. Der Nachbarhügel heißt „Hasenohrenhügel“, weil zwei große Steine auf seinem Gipfel diesen Eindruck nahelegen. Das südliche Ufer der Halbinsel, auf der sich die beiden Aussichtspunkte befinden, wird vom 12 km langen und 200 m breiten Sarmýsak-Strand gebildet.

Wo das Pergament erfunden wurde...

Unabhängig davon, für welchen Urlaubsort man sich an der nordägäischen Küste entschieden hat, sollte ein Ausflug nach Bergama/Pergamon zum Pflichtprogramm gehören. Bergama ist durch das harmonische Nebeneinander von Antike und Gegenwart einer der eindrucksvollsten Orte an der türkischen Westküste. Für die Besichtigung der antiken Sehenswürdigkeiten, die noch heute den Burghügel bedecken, empfiehlt es sich, einen ganzen Tag einzuplanen.

Die Geschichte Pergamons läßt sich bis in das 3. Jh.v.Chr. zurückverfolgen, als die ehemals persische Befestigungsanlage in griechische Hände gelangte. Während der hellenistischen Zeit erlangte die Siedlung unter der Herrschaft der Attaliden Weltruhm. Der größte Teil der Anlagen auf dem Burgberg stammt aus dieser großen, prunkvollen Zeit. In türkischen (seldschukischen) Besitz geriet Pergamon erstmals 1306. In unserem Jahrhundert wurde Pergamon erneut „geplündert“ – nämlich von den Archäologen. So kommt es, daß der Pergamon-Altar heute nicht etwa in der Türkei, sondern auf der Berliner Museumsinsel zu besichtigen ist.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bergamas sind das Asklepieion und die Akropolis. Das Ruinenfeld des Asklepieions liegt jenseits des Bergama-Baches. Die Hauptattraktionen sind zwei Tempel, ein unterirdischer Verbindungsgang, die heilige Quelle und ein Theater, in dem alljährlich im Juni Festspiele stattfinden. Das Asklepieion von Pergamon war einer der berühmtesten Kurorte der hellenistischen Welt. Von weitem schon erkennbar, liegen hoch über der Stadt auf der Akropolis die sehenswerten Ruinen der alten Siedlung. Die bedeutendste Anlage ist hier wohl die einst 200 000 Werke umfassende Bibliothek, die später als Geschenk für Kleopatra nach Alexandria gebracht wurde. Ein Großteil der Bände war auf Pergament geschrieben, das angeblich hier erfunden wurde.

Foça – das Juwel der Nord-Ägäis

50 km von Pergamon entfernt liegt Foça, ein gepflegter Ferienort mit einem kleinen Jachthafen, einer Strandpromenade und einer genuesischen Burg. Der Ort gilt als ein Juwel der nordägäischen Küste. Die malerischen Gassen mit ihren typischen Häusern aus Sandsteinquadern und roten Dächern stehen unter Denkmalschutz. Auch der verstärkte Bau von schönen und weniger schönen Ferienanlagen konnte dem Ort seinen Reiz nicht nehmen.

Abwechslungsreich ist die Vorgebirgs- und Küstenlandschaft mit bizarren Felsgebilden, Obstplantagen, Wiesen und Feldern. Als besonders sehenswert gilt die Sireneninsel mit ihren phantastischen Felsformationen. Wer zum Baden nach Foça kommt, dem sind die traumhaft schönen Buchten entlang der Straße nach Yenifoça zu empfehlen. Die meisten Restaurants liegen direkt am Hafen. Es gibt Angebote für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel.

Von den Häfen aus sind die Ausblicke auf die Natur immer lohnenswert

Ausflug nach Izmir

Izmir, die drittgrößte Stadt der Türkei, liegt am Anfang eines breiten, mit Schiffen und Jachten belegten Golfes. Die moderne Großstadt verfügt über den zweitgrößten Hafen des Landes und ist heute ein wichtiger wirtschaftlicher Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Orientalische Atmosphäre findet man allerdings nur noch auf dem alten Basar, Izmirs Hauptsehenswürdigkeit. Hier wird gefeilscht, gehandelt, Ware angepriesen und vorgeführt. Es gibt nur wenige Güter, die man hier nicht bekommen kann. Besonders sehenswert ist die weltberühmte „Goldstraße“. Der Eingang zum Basar findet sich am Konak-Platz. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Ausgrabungsstätte des alten Smyrna. Den Ursprung des heutigen Izmir führt man auf diese Siedlung zurück, die im 11. Jh. v. Chr. von äolischen Kolonisten etwa 500 m weiter landeinwärts bei Bayraklý angelegt wurde. Doch seine große Bedeutung erlangte Smyrna erst, nachdem Alexander der Große in der Ägäis erschienen war. Zunächst wurde die Stadt von Bayraklý zum Berg Pagos verlegt, und diese Neugründung entwickelte sich bald zur blühenden Metropole. Ihre wechselvolle Geschichte konnte die Bedeutung der Stadt nicht beeinträchtigen. Erst mit dem 7. Jh. fand das beständige Wachstum ein Ende, und Anfang des 14. Jahrhunderts fiel Smyrna an die Osmanen. In dieser Zeit verursachten mehrere Erdbeben große Verwüstungen, die Stadt verlor jedoch nie ihre einflußreiche Stellung. Erst 1922 wurde sie endgültig zum türkischen Staatsgebiet: der neue Name lautete Izmir. Zeugnisse des alten Smyrna sind die Reste der Agora und die Ausgrabungsstätte Bayraklý im Norden der Stadt. Einen Ausflug lohnt auch der Pegasus Berg mit den Ruinen einer alten Burganlage. Von hier hat man einen schönen Überblick über die Stadt. Mehr eine Erholungsstätte als eine Sehenswürdigkeit ist der Kultur Park: eine Freizeitanlage mit kleinem See, Spazierwegen, Vergnügungspark, unzähligen Restaurants und Teehäusern. Innerhalb der Altstadt und in der Umgebung des Basars befinden sich viele alte Moscheen, die einen Besuch lohnen. Sehenswert ist ferner das Archäologische Museum oberhalb des Konak- Platzes. Hier wurden wichtige Fundstücke aus Pergamon, Ephesus, Sardes, Muðla und Milet zusammengetragen. Daneben verfügt Izmir natürlich über all die Möglichkeiten einer modernen Großstadt: unzählige Restaurants, Theater, Kino, Diskotheken, Nachtclubs mit Tanz, Gesang und exotischem Bauchtanz. Einzig für einen Badeaufenthalt ist Izmir weniger geeignet.

 

Badespaß pur: Çeşme

Die türkische Westküste bezeichnet man ab Izmir als süd-ägäische Küste. Hier gibt es ausladende Halbinseln und tief einschneidende Buchten – mehr noch als im nördlichen Teil der Ägäis. Weltbekannte Badeorte reihen sich in relativ kurzen Entfernungen aneinander. Neben einem überwältigenden Sport- und Freizeitangebot bietet die Gegend auch für Kulturinteressierte jede Menge Highlights. Der nördlichste der großen Urlaubsorte ist Çeşme, auf der gleichnamigen Halbinsel 80 km westlich von Izmir gelegen.

Trotz der hohen Besucherzahlen hat es die Stadt geschafft, das Flair und den Charakter einer türkischen Kleinstadt mit den Anforderungen an einen modernen Badeort positiv in Einklang zu bringen. Das ehemals kleine Fischerdörfchen bietet heute alles, was das Urlauberherz begehrt: viele Strände in der näheren Umgebung, jeder Menge Restaurants und Cafés, Wassersportmöglichkeiten aller Art und überschäumendes Nachtleben. Çeşme wird von einer imposanten genuesischen Festung aus dem 14. Jh. überragt. Von hier hat man einen schönen Blick über das Städtchen und zur 8 km entfernten griechischen Insel Chios. Im Inneren der Burg sind osmanische Waffen zu besichtigen. Zum Baden begibt man sich am besten zu den schönen Sand- und Kiesstränden südlich und südöstlich des Ortes: Pirlanta Plajý, Tursite Plajý und Altýnkum (Goldstrand), der seinen Namen zu Recht trägt. Auf dem Weg dorthin erreicht man nach 4 km das romantische Fischerdörfchen Çiftlikköy, mit seinem kleinen Fischerhafen und mehreren Pensionen und Restaurants. Nördlich von Çeşme befindet sich die mehrere Kilometer lange Boyalýk Bucht, an der sich dichtgedrängt die großen Hotelanlagen befinden. Hier kann man schwimmen, surfen, rudern, segeln, Wasserski fahren, reiten, Tennis spielen, und, und, und...

Zu den Stränden der Umgebung fahren von der Haltestelle, die neben der Touristeninformation liegt, in kurzen Abständen Minibusse ab. Ein Badespaß der besonderen Art ist der Besuch des Hamam, des türkischen Bades. Auch wenn die Anlage in Çeşme nicht mit den traditionsreichen, alten Bädern in Istanbul und Izmir konkurrieren kann, lohnt sich ein Besuch allemal. Der Hamam liegt unterhalb der Burg, neben der Moschee.

Beim Wassersport gibt es viel zu entdecken

Selçuk und Ephesus: Kamele und Ruinen

Nur wenige Kilometer nördlich von Kuşadasý, dem nächsten großen Badeort der Süd-Ägäis, liegt Selçuk. Bekannt wurde das kleine Landstädtchen durch seine Lage inmitten der Ruinen von Ephesus und durch die Kamelkämpfe, die hier jedes Jahr Mitte Januar ausgetragen werden. Man findet aber trotzdem typisch türkische Atmosphäre, da die meisten Urlauber sich in Kuşadasý einquartieren und nur Tagesausflüge hierher unternehmen. Dabei hat Selçuk durchaus mehr zu bieten als „nur“ die Ruinen von Ephesus: Auf dem Berg Ayasoluk südlich der Stadt befindet sich eine sehenswerte Zitadelle, und am Fuß des Berges liegt die 1307 erbaute Isa Bey Moschee. In ihrer Nachbarschaft befand sich einst eine prachtvolle Tempelanlage, das Artemision. Eine weitere Attraktion von Selçuk ist das Haus der Mutter Maria, die angeblich ihre letzten Lebensjahre hier verbracht hat. Man erreicht es, wenn man am Ortsende von der Straße nach Aydýn rechts abbiegt und dem Schild Meriyemana folgt, nach 7 km.

Die Hauptsehenswürdigkeit von Selçuk befindet sich etwa 2 km südlich des Ortes: die Reste der hellenistisch-römischen Siedlung Ephesus. Die antike Stadt lag ursprünglich an der Mündung des Kaystros. Die Küstenlinie verschob sich aber immer weiter nach Westen, so daß die älteren Mündungen heute versandet sind. Deshalb befindet sich die einstige Hafenstadt heute ca. 8 km landeinwärts. Die Besichtigungen beginnen meist am unteren Parkplatz, beim Theatergymnasion. Über eindrucksvolle antike Straßen führt der Rundgang vorbei an Prunkfassaden, Monumenten und Wohnanlagen, dem Odeon, dem Hadrian-Tempel, der Celsus-Bibliothek und dem prächtigen großen Theater. Bei den meisten Ausgrabungen weisen kleine Schilder auf die entsprechende frühere Bedeutung hin. Es lohnt sich dennoch, an einer professionellen Führung teilzunehmen. Höhepunkt einer jeden Besichtigung ist das große Theater. Es bietet 25 000 Zuschauern Platz und liegt sehr eindrucksvoll am Berghang. Noch heute ist es faszinierend, die großartige Akkustik und den Blick über den versandeten Hafen zu genießen. Alljährlich findet heute in der ersten Maiwoche das Internationale Festival im Theater von Ephesus statt.

Ferienhochburg Kuşadasý

Von den Urlaubsorten an der ägäischen Küste ist Kuşadasý der bekannteste und am stärksten besuchte. Kuşadasý liegt sehr schön in einer weiten Bucht, die sich in viele Einzelbuchten auflöst. Das hügelige, vegetationsreiche Hinterland und die gegenüberliegende griechische Insel Samos erhöhen den landschaftlichen Reiz. Kuşadasý selbst besitzt trotz seiner 2000jährigen Vergangenheit keinerlei antike Zeugnisse. Aber nicht nur Ephesus liegt vor der Haustür, sondern auch die antiken Stätten Priene, Milet und Didyma sind von hier gut zu erreichen. Am Hafen von Kuşadasý steht eine trutzige Karawanserei aus dem 17. Jh., die seit ihrer Restaurierung ein Luxushotel beherbergt. Auf der vorgelagerten kleinen „Taubeninsel“ ist eine osmanische Festung aus dem 15. Jh. noch recht gut erhalten. Kuşadasý ist eine beliebte Anlaufstelle für Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt. Einen Strand gibt es direkt in Kuşadasý nicht mehr, denn dieser mußte dem ständig wachsenden Jachthafen weichen. Außerhalb der Stadt befinden sich jedoch zwei Strände, an denen sich die Urlauber tummeln: der 2 km südlich von Kuşadasý liegende Kadýnlar Plajý und der Tusan-Strand, 5 km nördlich der Stadt. In der Hauptsaison sind beide sehr gut besucht.

 

Ausflug zum Dilek-Nationalpark

Neben dem „Pflichtprogramm“ Ephesus bietet sich der 28 km südwestlich der Stadt gelegene Dilek-Nationalpark für einen Ausflug an. Er ist ca 11 000 ha groß und liegt auf einer Halbinsel. Der Park ist für seinen Tierreichtum berühmt – es gibt hier sogar Seelöwen! Außerdem kann man die Reste von zwölf ionischen Siedlungen besichtigen. Man erreicht den Park mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Busbahnhof in Kuşadasý. In den Nationalpark führt eine asphaltierte Straße, die an einem Restaurant, mehreren Picknickplätzen und hübschen kleinen Stränden vorbeiführt. Vor dem Eingang des Parks zweigt nach links eine schmale Straße ab, die zur „Höhle des Zeus“ führt. Man erreicht sie nach etwa 300 Metern. Es handelt sich um einen großen unterirdischen See, in den man mit Booten ca. 600 Meter weit in den Berg hineinfahren kann.

Antike Highlights

Wenn man von der Hauptstraße, die von Kuşadasý südwärts führt, hinter Söke rechts abzweigt, kommt man zu den antiken Stätten von Priene, Milet und Didyma. Priene spielte seine bedeutende Rolle vor allem unter den Lydern und zur Zeit Alexanders. Es liegt terrassenförmig über dem Tal des Menderes an den Hängen des Marmorberges Samsun Daði. Sehr fotogen ist der Athenatempel mit fünf wieder aufgerichteten ionischen Säulen vor steiler Felskulisse. Ähnlich eindrucksvoll sind die Ruinen der Stadt Milet anzuschauen. Vom 8. Jh. v. Chr. bis zum 6. Jh. n. Chr. war Milet die größte griechische Stadt Kleinasiens. Heute sind die auf einem Hügel verstreuten Reste der Stadt schon von weitem zu erkennen.

Einen faszinierenden Eindruck hinterläßt vor allem das gut erhaltene Theater mit 30 000 Sitzplätzen. Am Eingangsportal steht eine große Tafel mit Lageplan und genauer Beschreibung, die einen Rundgang wesentlich erleichtert. Im Gegensatz zu seinen Nachbarstädten Priene und Milet handelt es sich bei dem alten Didyma nicht um eine Stadt, sondern um ein Orakel-Heiligtum und eine Heiligenstätte des Gottes Apollo. Das Orakel von Didyma zählte nach dem Orakel von Delphi zu den bedeutendsten Kleinasiens. Der gewaltige Apollotempel gehörte einst zu den größten Tempeln der Welt. Am Eingang zum Tempelbezirk stehen ein schöner Medusenkopf und ein hellenistischer Löwe. Das kleine Örtchen, das sich um die Ruinen gruppiert, heißt Didim. Etwa 5 km südlich davon befindet sich der Badeort Altýnkum, der mit einem schönen Sandstrand aufwarten kann.

Jacht-Charter in Bodrum - Schwimmende Hotels

Dort, wo die türkische Ägäisküste aus der Nord-Süd-Richtung nach Osten umschwenkt, liegt am Beginn der langgestreckten Bucht von Gökova das Städtchen Bodrum. Ein ausgesprochen schöner Ort! Auf den grünen Hügeln rings um den eiförmigen Hafen mit seinen bunten Booten sieht man die weißen Häuser zwischen Palmen, Weinbergen und blühenden Gärten. Auf einer kleinen Halbinsel überragt das wuchtige Kreuzritter-Kastell St. Peter (15. Jh.) die Bucht. Die Festung beherbergt im Rittersaal und in der ehemaligen Kapelle ein bedeutendes Museum mit antiken Fundstücken. Das heutige Bodrum war einst unter dem Namen Halikarnassos bekannt und verfügte über eines der sieben Weltwunder der Antike: das Grabmal des Mausolos (daher stammt auch der Name Mausoleum). Von dem ehemals 42 m hohen Gebäude ist heute so gut wie nichts mehr zu sehen. Die Steine wurden angeblich von den Johannitern zum Aufbau der Fe-stung verwendet.

Andenkenläden, Boutiquen, Kaffee- und Teestuben und Tavernen geben Bodrum die rechte Ferienatmosphäre. Die meisten Restaurants liegen am Hafen und seinen Seitenstraßen. Der Badestrand von Bodrum ist leider nicht sehr empfehlenswert, was aber kein großes Problem darstellt, weil sich außerhalb des Ortes viele schöne Strände finden – so zum Beispiel in der 2 km nördlich gelegen Bucht Gümbet. Bodrum ist für seine idealen Surfbedingungen und für das große Jachtcharter-Angebot bekannt. Die Jachten sind mit allem erdenklichen Komfort ausgestattet und ähneln schwimmenden Hotels – die Preise sind dem Luxus entsprechend hoch. Von Bodrum aus bietet sich ein Ausflug in die türkische Kleinstadt Milas an. Es sind weniger die Sehenswürdigkeiten des alten Mylasa, die den Reiz ausmachen, als vielmehr der Hauch von orientalischer Mentalität, der in der Stadt und vor allem an den Markttagen zu spüren ist.

Traumstrände bei Marmaris

Für viele Türkeikenner ist Marmaris von der Lage her der schönste Badeort an der Ägäisküste. Von bewaldeten Bergen umgeben, liegt die Stadt an der Wurzel einer fingerförmigen Halbinsel. Die große Bucht ist von herrlichen Kiefernwäldern umgeben und Pinienhaine erstrecken sich bis zum Meer. Gute Hotels, Motels und ein schönes Feriendorf sind hier entstanden, ebenso wie Geschäfte, Kaffeehäuser und Restaurants. Marmaris besitzt den größten Jachthafen der Ägäis und eine lange, lebendige Uferpromenade, die zum stundenlangen Bummeln einlädt. Die schönen Strände, über die die Stadt einst verfügte, sind inzwischen leider ziemlich verbaut.

Viele reizvolle Buchten kann man jedoch mit dem Boot erreichen. Am Hafen warten eine Reihe Anbieter mit ehemaligen Fischerbooten auf die Ausflügler. Abgefahren wird, wenn das Boot voll ist. Die Rundreise führt den Strand entlang um die Bucht, auf die gegenüberliegende Halbinsel, und zurück. Die wunderschön gelegene Bucht von Çiftlik, südlich des Örtchens Turunc, ist die letzte Station der Ausflugsboote. Während der Tour besteht die Möglichkeit zu einem erfrischenden Bad. Die Fahrt dauert einen Tag, und die Preise sind einheitlich vom örtlichen Touristenoffice festgelegt worden.

Wassersportbegeisterte werden in Marmaris voll auf ihre Kosten kommen, denn hier findet man ideale Möglichkeiten und das größte Angebot der gesamten Ägäisküste. Jedes Jahr im Mai findet das Internationale Jachtfestival statt und im November eine große Jacht-Regatta. Zusätzlich gibt es Mitte Juni ein Touristikfestival. So richtig zum Leben erwacht das Städtchen erst abends ab 19 Uhr, wenn die Urlauber vom Sonnenbaden an den Stränden zurückkehren. Dann laden die verschiedenen Bars am Hafen zu Cocktails und Drinks ein: so manche lange Nacht läßt sich unter freiem Himmel verbringen. Noch temperamentvoller geht es in den vielen Diskotheken zu, die Marmaris zu bieten hat. Besonders empfehlenswert ist wegen ihrer einmaligen Lage die Diskothek im Turban-Feriendorf: sie liegt direkt am Meer, und die Open-air-Tanzfäche reicht bis zum Wasser.

Naturparadies Köyçeğiz-See

Auf einer schmalen, 90 km langen Landzunge liegt (80 km von Marmaris entfernt) die touristisch gut erschlossene Fischer- und Künstlersiedlung Datça. An ihrer engsten Stelle mißt die Halbinsel nur 2 km. Eine botanische Besonderheit sind hier die Bestände der Kretischen Dattelpalme, die erst in den 80er Jahren entdeckt wurden. Bedeutung hat Datça vor allem als Ausgangspunkt für Ausflüge mit Boot oder Auto zur antiken griechischen Stadt Knidos, an der Spitze der Landzunge. Zu bewundern gibt es die Reste einer gut erhaltenen Mauer, zweier Theater und eines Rundtempels. Östlich von Marmaris, auf dem Weg nach Fethiye, stößt man auf den Köyçeğiz-See. Das Binnengewässer war füher ein Golf, der aber durch Verlandung vom Meer abgetrennt wurde. Mit ca. 5200 ha ist der Köyçeğiz-See einer der größten Küstenseen der Türkei und ein Paradies für zahlreiche Tierarten. Sehenswert sind in der Umgebung die Ruinen von Kaunos, die nahegelegenen Schwefelquellen und die Amber-Sümpfe. Das Fischerdorf Dalyan liegt ca. 30 km westlich vom Flughafen Dalaman am Nord-West-Ufer des Sees, gegenüber der Felsengräber von Kaunos. 

Selten gewordene Begegnung beim Schnorcheln: Die Riesen-Meeresschildkröte Caretta caretta<br> Foto: Katja Grüschow

In die Schlagzeilen rückte das kleine Dorf während der letzten Jahre wegen seines einzigartigen Strandes, der als einer der letzten großen Brutstätten für Schildkröten im östlichen Mittelmeer gilt. Der geplante Bau einer Hotelanlage hätte zu schweren Beeinträchtigungen im Brutverhalten dieser Tiere geführt. Erst nach langen Protesten internationaler Tierschützer wurde das Projekt 1988 gestoppt und der Strand zum Nationalpark erklärt.

Die ca. 100 kg schwere Meeresschildkröte „Caretta caretta“ legt bis zu 100 tischtennisgroße Eier in tiefe Löcher am Strand. Die großen Tiere brüten immer an der gleichen Stelle. Zwei Monate nach der Eiablage schlüpfen die Jungtiere, die neben ihren natürlichen Feinden besonders vom Menschen bedroht werden. Die beste Schutzmaßnahme ist es deshalb, den gesamten Strand zu meiden und stattdessen einen der schönen Nachbarstrände zu besuchen.

Fethiye: Zwischen Strand und Felsengräbern

In einer von bewaldeten Bergen umgebende Bucht liegt der Urlaubs- und Badeort Fethiye. Sein besonderer Reit sind die vielen Strände in der unmittelbaren Umgebung. Fethiyes Lage in einer von kleinen Inseln durchsetzten und bergumschlossenen Bucht ist atemberaubend.

Historisch Interessierte besuchen den Ort hauptsächlich wegen seiner tempelartigen lykischen Felsengräber, die – hoch oben – in einer steilen Bergwand östlich der Stadt zu bewundern sind. Aus dem 4. Jh. v. Chr. Stammt das mächtige Grab des Amynthos, dessen Stirnseite einem ionischen Tempel nachempfunden ist. Von den Felsengräbern aus hat man einen herrlichen Blick über Fethiye. Mit dem Auto oder mit dem Boot gelangt man zur türkisblauen, von Pinienwäldern umrahmten Lagune Ölü Deniz. Der Sandtrand ist für seine malerische Lage und die guten Bade- und Wassersportmöglichkeiten berühmt. Hier ist stets viel los, und wer Einsamkeit sucht, ist hier fehl am Platz.

Pamukkale - das Baumwollschloss

Das beliebteste Ausflugziel für die meisten Türkeiurlauber an der Ägäisküste sind die Kalksteinterrassen von Pamukkale. Man erreicht das Dorf von allen größeren Badeorten an der Küste problemlos, indem man mit dem Bus oder dem Auto Richtung Denizli fährt. Von Izmir aus besteht außerdem eine Zugverbindung. An den Berghängen des Dorfes ist ein wahres Naturwunder zu bestaunen: die weltbekannten, schneeweißen Sinterterrassen. Ergiebige Thermalquellen mit hohem Kalkgehalt haben im Laufe der Jahrtausende weiße Kalkablagerungen gebildet. Diese Gerinnsel ziehen sich in breiter Front wie die Stufen eines erstarrten Wasserfalls den etwa 100 m hohen Rang hinunter und umschließen natürliche Thermalbecken. Ein unvergesslichen Bild, besonders bei Sonnenuntergang: die weißen, sich allmählich rosa verklärenden Kalkkaskaden, dazwischen blitzende Wasserflächen und blühende Oleanderbüsche. Pamukkale heißt wörtlich übersetzt „Baumwollschloss“ – ein passender Name!

Die Thermalquellen waren schon in der Antike ein anerkanntes Heilmittel. Das leicht radioaktive Wasser wird bei Rheuma, Leber- und Nierenleiden als Trink- und Badekur angewandt. So entstand schon 190 v. Chr. Ein römischer „Kurort“, dessen Ruinen noch oberhalb der Terrassen zu sehen sind.

Alles in allem sollte man mit dem Naturwunder von Pamukkale aber behutsam umgehen, damit es auch in ein paar Jahren noch zu besichtigen ist: das heißt zum Beispiel Schuhe ausziehen, bevor man die Terrassen betritt.

Alle Angaben wurden von der Autorin nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Fernweh.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

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Karte Ägäis-Küste

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