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Brüssel: Einer der schönsten Plätze der Welt

Brüssels gute Stube: die Grand’ Place im Zentrum von Belgiens Hauptstadt, die mit ihrer einmaligen Bebauung einen glanzvollen Auftritt hinlegt.

Im Zentrum von Brüssel liegt die Grand`Place; sie gilt als eine der schönsten Plätze der Welt (Foto: Sabine Mattern)
Grand`Place Brüssel

Denken wir an Brüssel, dann meist als Hauptsitz der Europäischen Union. Doch die Belgier dürften es vorrangig kaum als Hauptstadt von 500 Millionen Europäern wahrnehmen, sondern als Herz ihres Landes – eine kosmopolitische Metropole, die mit ihrer Lebendigkeit begeistert.

Hier bieten Chocolatiers, Juweliere und Handschuhmacher ihre Ware an: die überdachten Königlichen Galerien St. Hubertus (Foto: Sabine Mattern)
Königliche Galerien St. Hubertus Brüssel

Abseits der modernen Stadtlandschaft des Europaviertels, das sich um das ruhige Grün des Leopoldparks gruppiert hat, entwirft Brüssel ein urbanes Bild voller Abwechslung. Die Besucher zieht es zum Kunstberg, wo sich neben dem Königspalast bedeutende Kultureinrichtungen versammeln, in die Prachtstraßen der Oberstadt mit ihren exklusiven Geschäften oder in die dörfliche Idylle von Kasteleins- und Brugmannviertel, wo zwischen feinen Villen, Ateliers, Galerien, Boutiquen jeder jeden kennt. Vor allem aber zum Großen Markt, dem Schmuckstück der Stadt.

Faszinierende Altstadt mit Gebäuden im Stile des italienischen Barocks (Foto: Sabine Mattern)
Brüssel Altstadt

So wie man in der Hauptstadt des Königreichs Belgien zwei Sprachen spricht, so trägt ihr bedeutendster Platz entsprechend auch einen niederländischen wie französischen Namen: Groote Markt und Grand’ Place. 110 Meter in der Länge und knapp 70 Meter in der Breite misst dieses Wunderwerk, das an den Rändern eines Vierecks ein sagenhaftes Architekturensemble aufmarschieren lässt. Verziert mit Pfeilern, Kapitellen, Gesimsen und Säulen, Statuen und Inschriften, dazu viel Ornamentik und jede Menge Gold.

10 Meter lang und knapp 70 Meter breit ist die Brüsseler Grand`Place, die auch den niederländischen Namen „Groote Markt" trägt (Foto: Sabine Mattern)
Groote Markt, Grand`Place Brüssel

Doch ist die Grand’ Place nicht nur ein gelungenes Nebeneinander eleganter Fassaden, sie ist auch ein Zeitzeugnis, mit dessen Enträtselung sich ein Urlaubstag füllen lässt. „Ursprünglich sah es hier ganz anders aus“, sagt Stadtführer Dirk van Roy. „Auf dem einst sumpfigen Gelände standen erst Holzhäuser, auf Pfählen gebaut.“ Mit dem Erblühen von Handwerk und Wirtschaft im Mittelalter änderte sich nach und nach das Bild des Platzes, auf dem Recht gesprochen, hingerichtet, Theater gespielt, geheiratet oder gehandelt wurde. Fortwährende Bautätigkeiten ließen den Ort bis zum 17. Jahrhundert immer schöner werden.

Das Rathaus war eines der wenigen Gebäude der Grand`Place, das von den Kanonen Ludwigs XIV. im Jahre 1695 verschont blieb (Foto: Sabine Mattern)
Rathaus auf dem Grand`Place in Brüssel

1695 dann die Katastrophe. Die Kanonen Ludwigs XIV. legten große Teile Brüssels in Schutt und Asche. Auf der Grand’ Place überlebte neben dem Rathaus aus dem 15. Jahrhundert nur weniges. Doch der Wiederaufbau ließ nicht lange auf sich warten. Statt Holz wurde nun ausschließlich Stein als Material verwendet, und die Zünfte der Bäcker, Brauer, Schreiner, Bogenschützen, Tuchhändler und Schiffbauer ließen Bauten meist im Stil des italienischen Barocks entstehen, die an Pracht kaum zu überbieten waren. Heute macht der restaurierte Markt mit Rathaus, Maison du Roi und Zunfthäusern seiner Stellung als Weltkulturerbe alle Ehre und lockt Scharen von Besuchern in seine Mitte.

Kleine Straßen und Gassen führen von der Grand`Place zu weiteren Sehenswürdigkeiten in Brüssels Altstadt (Foto: Sabine Mattern)
Altstadtzentrum in Brüssel

Kleine Straßen verlassen die Grand’ Place in alle Richtungen. Wer genug gesehen hat, verabschiedet sich über eine von ihnen und nimmt die unmittelbare Umgebung des Marktplatzes unter die Lupe – mit einem Bummel durch die Königlichen Galerien St. Hubertus, einer überdachten Passage aus dem 19. Jahrhundert, wo Chocolatiers, Juweliere oder Handschuhmacher ihre Ware anbieten; mit einem Besuch beim Manneken Pis, der kleinen Bronzefigur, die vor aller Augen frech ihr Geschäft erledigt. Und mit der Einkehr in einem der vielen Lokale von Rue de Bouchers und Petite Rue de Bouchers, um bei Muscheln mit Frites oder flämischem Gulasch die typisch Brüsseler Küche zu erleben.

Berühmtes Wahrzeichen der Stadt: die Bronzefigur „Manneken Pis” (Foto: Sabine Mattern)
Manneken Pis Brüssel

Informationen

Unterkunft
Egal ob schlicht oder edel, modern oder klassisch – Brüssel bietet seinen Gästen Unterkünfte für jeden Geschmack und Geldbeutel. In der Nähe der Grand’ Place z.B.:
Das Royal Windsor Hotel Grand Place liegt in der Rue Duquesnoy, ein elegantes 5-Sterne-Haus mit 267 Zimmern und Suiten.
Deutlich kleiner und einfacher das Hotel Aris am Grasmarkt mit 55 Zimmern.

Essen und Trinken
Brasserie de l’Ommegang: Das ehemalige Haus der Fleischergilde an der Grand’ Place beherbergt heute ein Restaurant, das typisch belgische und französische Küche serviert, z.B. Garnelenkroketten oder Waterzooi de Volaille, eine Art cremigen Eintopf mit Huhn, Gemüse und Kartoffeln. www.brasseriedelommegang.be

Infos
www.visitbrussels.be
www.belgien-tourismus.de
www.flandern.com

Text und Fotos: Sabine Mattern

Alle Angaben wurden von der Autorin nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Fernweh.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Hinweis der Redaktion
Dieser Reisereport wurde unabhängig recherchiert, fotografiert und geschrieben. Die Reise wurde unterstützt von Belgien Tourismus Wallonie-Brüssel und VisitBrussels.

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