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Mode in Madrid Von Alexander Richter www.ari-information.de
Gleich schlägt’s eins und die Stadt brummt, brodelt und flirrt. Die Menschen auf den Straßen lachen und lärmen und genießen die 26-Grad-Kühle der Nacht. Es ist die Stunde nach Mitternacht, in der Madrid zur Hochform aufläuft. Und alle Autos stehen. Beinahe jedenfalls.
Zentimeter für Zentimeter schiebt sich Stoßstange an Stoßstange der Nachtverkehr auf der Gran Via vorwärts – Rushhour zur Geisterstunde. Die spanische Metropole ist in Europa wahrscheinlich die einzige Hauptstadt, in der man regelmäßig auch nachts im Stau steht. Zumindest in den vielen kleinen Sträßchen mit ihren vielen kleinen Clubs und Kneipen zwischen Königspalast und dem Park de El Retiro schleicht’s sich so dahin. Schließlich sind das die angesagten Stellen einer Stadt, die Traditionelles und Modernes wie selbstverständlich miteinander verbindet und die wie New York nicht oder nur ganz wenig schläft.
Madrid ist angesagt. Die Lebenslust der Madrilenen buchstäblich ansteckend. Und Spaniens Hauptstadt, die nur wenig mit Schickimicki im Sinn hat, ist einfach und übersichtlich zu erleben. Sind Rom oder Athen offene Museumsmeilen, in denen man über die Geschichte buchstäblich stolpert, dann ist Madrid mit seinen fast sechs Millionen Menschen und seiner Lage genau im Herzen der Iberischen Halbinsel eher eine Arena der beschaulichen Höhepunkte. Es gibt nur wenige "Muss-Stellen", dafür umso mehr Plätze und Flecken zum Genießen. Wir starten unseren Stadtbummel am Atocha-Bahnhof unweit des Museums Reina Sofia (hier hängt u.a. Picassos "Guernica"). Die alte Bahnhofshalle wurde zum tropischen Gewächshaus umfunktioniert: Liebespaare, Spaziergänger und Gaukler geben sich unter dem Bogendach ein buntgemixtes Stelldichein.
 - Der Plaza Mayor liegt im Zentrum der Stadt und ist einer der vielen schönen Plätze in Madrid
Vom Bahnhof, in dessen Nähe Blumen und mahnende Bilder an die Terrorbomben von 2004 erinnern, ist's nur ein Katzensprung zum Prado, einem der ganz großen Museen dieser Welt und dem wichtigsten von gut 70 in Madrid. Ausgestellt sind hier Tausende von Werken der spanischen Malerei (u.a. von El Greco bis Goya), aber auch das übrige alte Europa wird gut präsentiert. Vom zeitlichen Rahmen her zieht der Prado mit Picassos Geburt 1881 den Trennstrich – die Moderne hängt im nicht weit entfernten Reina Sofia-Museum. Der Bummel durch die Prado-Pracht ist ein Erlebnis, das es auch kostenlos gibt – immer am Samstagnachmittag und sonntags (9–14 Uhr) ist der Eintritt frei, was aber auch bedeutet: Geduld üben in langen Warteschlangen.
Eine ganz spezielle Straße in einem ganz besonderen Viertel, das ist die Calle Fuencarral, und das ist das Viertel Chueca. Eine Route mit den verrücktesten und ausgeflipptesten Geschäften der Stadt. Von hip bis flip. Hier findet man sich ganz plötzlich in Londons Carnaby Street, New Yorks Lower East Side oder der Oranienburger Straße in Berlin wieder. Es scheint als würde man von Gran Via zur Calle Fuencarral nicht nur zwei Minuten brauchen, sondern die Stadt wechseln. Plötzlich erinnert nur noch wenig an das traditionelle Spanien und noch weniger an die anderen Stadtviertel von Madrid. El Pais, die große spanische Tageszeitung, schreibt über diese Straße: „Es kommt einem vor, als hätte ein Charter-Flug aus London, Berlin und New York seine Fluggäste genau an dieser Stelle ausgespuckt.“
Shopping entwickelt sich zum liebsten Freizeitvergnügen in der Stadt: Da versucht sich Madrid allmählich in eine Pole-Position zu drängeln und will klassischen Einkaufsstädten in Europa wie Paris, London, Mailand, Brüssel, Berlin oder auch Barcelona Konkurrenz machen. Armani, Boss und Co. sind alle schon da. In den Vierteln Salamanca und Castellana rund um die Calle de Serrano hat die Zukunft längst begonnen. Spanische Modeschöpfer wie Angel Schlesser, der 1996 seinen ersten Laden eröffnete oder Victorio und Lucchino sind vor allem in der Damenwelt nicht nur in Spanien angesagt. Bei Carrera und Carrera, 1885 gegründet und heute allein dreimal in Madrid vertreten, ist die Schmuckdesignerin Sonia Ruiz top – sie arbeitet hauptsächlich mit Gold und anderen Edelmetallen und bringt jährlich zwei Kollektionen in die Schmuckwelt. Auch der ganz in Marmor gehaltene Traditionsladen Grassy auf der in die Jahre gekommenen einstigen Nobelmeile Gran Via gehört seit 1920 quasi zum Kulturgut der Stadt, setzt auf Schmuck und Antiquitäten – und hat stolze Preise. Teuerstes Stück ist derzeit eine Uhr für 600.000 Schweizer Franken, dagegen schlüpft der Briefbeschwerer aus Marmor für 150 Euro fast schon als Schnäppchen in die Tasche. Hochpreisig ist auch die verträumte Porzellanschmuck-Welt in der Manufaktur Lladró, die 1850 in Valencia gegründet wurde. Die detailverliebte Genre-Malerei auf Porzellan gibt die Welt der Menschen und Tiere erstaunlich lebenswirklich wieder – das Liebespaar El Baso wechselt für 3800 Euro den Besitzer.
 - Wer gerne shoppen geht und dabei nicht immer auf die Preise achtet, ist in Madrid genau richtig
Wer Einkaufen mit Vergünstigungen und Rabatten mag, der sollte sich in Madrid mit zwei Programmen vertraut machen. „Shopping VIP-Pack“ heißt das eine, ist noch ziemlich neu und kommt zustande durch eine Kooperation der meisten 4- und 5-Sterne-Hotels der Stadt mit 100 und mehr exklusiven Läden. Es gelten unterschiedliche Pauschalen: So bietet das cool-chice Designerhotel Urban, eine der zentralsten und ersten Wohnadressen der Stadt, Shopping-Touren mit Discounts und diversen Extras an – Einkaufsberaterinnen, wenn gewünscht, inklusive. Eine von ihnen, Mar Sarda, hat als gelernte Werbekauffrau das Shoppen sozusagen im Blut. Je nach der Dicke der Geldbeutel ihrer Kunden führt sie ihre einkaufswilligen Gäste dorthin, wo die Portemonnaies schnell wieder schlanker werden. Erfahrung der Shopping-Beraterin: „Die Gäste sind für fachkundige Beratung ganz dankbar und kaufen wie wild.“
Programm Nr.2 ist die Madrid-Karte, die es für 1 bis 3 Tage gibt (38 bis 58 Euro) und die u.a. freien Eintritt in alle wichtigen Museen und Sehenswürdigkeiten in der Stadt und in der Umgebung garantiert. Auch eine Bus-Rundfahrt (Madrid Visión), Thementouren durch die Stadt (z.B. Madrid und die Borbonen) und Shopping-Trips (mit und ohne Führung, aber immer mit Rabatten) sind für den Kartenbesitzer ohne Zuzahlung möglich. Auch diverse Restaurants und Dinner Shows bieten Vergünstigungen, wenn man so will, a la carte...
 - Der Gast ist König – fachkundige Beratung ist in den Boutiquen selbstverständlich
Outlet-Shopping geht in Madrid auch – das La Roca Village an der Autobahn AP-7 gelegen bietet das, was man von einem solchen Center erwarten darf: günstige Preise für Trendklamotten in gängigen Größen. Wer groß oder ein Freund der Lebensmittel ist, der schaut beim spanischen Shoppen schnell auch schon mal in Röhre. XXL gibt es meist gar nicht und in Herrengeschäften ist selbst die XL-Auswahl deutlich begrenzt. Die beste Auswahl in diesen Größen bietet „El Corte Inglés“, die einzige Kaufhauskette Spaniens mit gehobener Qualität.
„Normales“ Shoppen bietet sich rund um die Puerta del Sol bzw. Plaza Major an: Hier sind zahlreiche kleine Geschäfte mit typisch spanischen Produkten, Traditionsläden und Boutiquen zu Hause. Fächer und Regenschirme z.B. hat die Casa de Diego (von 1858), auf Capes ist Sesena spezialisiert, wo auch Hillary Clinton Stammkundin ist und Turrones, diese köstliche Leckerei, gibt’s in der Casa Mira. Eine erste Adresse für Flamenco- oder klassische Gitarren ist der Familienbetrieb Conde Hermanos (von 1915) in der Nähe des Königspalastes. Gearbeitet wird von Hand, nach alter Tradition und viel mit Zypressen- und deutschem Tannenbaum-Holz. Um die 7600 Euro kostet ein Instrument, an dem bis zu zwei Monaten gewerkelt wird.
 - Die Gitarren des Familienbetriebs "Conde Hermanos" werden traditionell von Hand gebaut
Anreise: Madrid erreicht man mit dem Flugzeug in ca. 2 Stunden z.B. mit AirBerlin oder Lufthansa. Die Anreise mit dem Auto dauert je nach Abfahrtsort in Deutschland ca. 20–25 Stunden.
Hotel Puerta América Avenida de América, 41, 28002 Madrid Tel +34 917 445 400; Fax +34 917 445 401 http://www.hotelpueraamerica.com Ein Hotel der Extraklasse: Jede Etage wurde von einem bestimmten Designer gestaltet. Die individuelle Einrichtung und das Fitness-Center mit Ausblick auf die Stadt geben dem Hotel einen besonderen Charme.
Hotel Hesperia Madrid Paseo de la Castellana 57, 28046 Madrid http://www.hesperia.com/hotels/Hesperia-Madrid/ Das 5-Sterne-Hotel glänzt durch durchgängigen Luxus und zwei noble Restaurants. 170 Zimmer stehen denjenigen zur Verfügung, die es sich in Madrid richtig gut gehen lassen wollen.
Hotel Urban Carrera de San Jerónimo, 34 Madrid 28014 Tel: +34 91 787 77 70 . Fax: +34 91 787 77 99 mailto:urban@derbayhotels.com http://www.derbyhotels.es/page.php?id=515 Modern und luxuriös – Das 5-Sterne-Hotel ist ein Muss für Kunstliebhaber. Im Zentrum des Paseo Del Arte gelegen, besitzt das Hotel Urban sogar eine eigene Kunstsammlung.
Restaurante Botín Cuchilleros, 17, Madrid, 28005 Tel: +34 91 3664217
Café de Oriente Plaza de Oriente, 2. Tel: +34 91 547 15 64, Fax: +34 902 48 83 00

Gitarrenbauer Conde Hermanos C/ Felipe V, 2 28013 Madrid Tel: 0034 91 547 06 12, Fax: 0034 91 559 09 85 mailto:condehermanos@condehermanos.com http://www.condehermanos.com
Spanisches Fremdenverkehrsamt in Madrid E. M. Promoción Madrid Calle Duque de Medinceli, 2, 28014 Madrid Tel: 0034 915 88 29 00 http://www.esmadrid.com
Traditionelle Geschäfte in Madrid
Casa Yustes (Hutladen) Plaza Mayor
Konditorei Mallorquina (bekannt für Gebäck und Trüffel) Calle Mallor 2
Die Madrid Card
Die Karte ermöglicht Touristen freien Eintritt in über 40 Museen. Sie können an allen Stadtrundfahrten und vielen kulturellen Programmen teilnehmen. Außerdem erhalten die Käufer Ermäßigungen in vielen Restaurants, Discotheken usw.
Preise: Die 24-Stunden-Karte: 39 EUR Die 48-Stunden-Karte:49 EUR Die 72-Stunden-Karte: 59 EUR Tipp: Beim Kauf einer Madrid Card auf der Website gibt es eine Ermäßigung von 5%. http://www.madridcard.com
Weitere Informationen gibt es bei den Spanischen Fremdenverkehrsbüros:
Deutschland Kurfürstendamm 180, D-10707 Berlin, Tel. +49 30/8826936, Fax +49 30/8826661, mailto:berlin@tourspain.es Grafenberger Allee 100, D-40237 Düsseldorf, Tel. +49 211/6803980, Fax 0211/6803985 mailto: mailto:dusseldorf@tourspain.es Myliusstr. 14, D-60323 Frankfurt/Main, Tel. +49 69/725038, Fax +49 69/725313, mailto:frankfurt@tourspain.es Schubertstr. 10, D-80336 München, Tel. +49 89/5307460, Fax +49 89/5328680, mailto:munich@tourspain.es Österreich: Walfischgasse 8, A-1010 Wien 1, Tel. +43 1/5129580, +43 1 5129581, mailto:viena@tourspain.es Schweiz: Seefeldstr. 19, CH-8008 Zürich, Tel. +41 1/2527930, +41 1/2526204, mailto:zurich@tourspain.es
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Der Spanienkenner und renommierte Reiseführer-Autor Tobias Büscher aus Köln hat einen Madrid-Führer geschrieben, der mittlerweile in der 7. Auflage erschienen ist. Es ist ein Städteführer erster Klasse voll mit unendlich vielen Tipps und Infos zu Madrid. Man merkt, dass der Autor weiß, wovon er schreibt. Schließlich hat er in Madrid gelebt und studiert und besucht seither die Metropole regelmäßig.
Urteil der Fernweh.de-Redaktion: uneingeschränkt empfehlenswert.
Reiseführer Madrid und Umgebung Reise Know-How Verlag Autor: Tobias Büscher Extras: 21 detaillierte Stadpläne, über 100 Fotos, 46 Seiten Ausflüge in die Umgebung ISBN: 3-8317-1528-9 Preis: EUR 12.80
Der Prado mit seinen mehr als 5000 Gemälden, zahllosen Zeichnungen und über 400 Skulpturen ist wirklich der größte Anziehungspunkt Madrids. Den Grundstock bildeten die königlichen Sammlungen der Habsburger und Bourbonen, angefangen von Karl V. bis hin zu Ferdinand VII.
Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es eine umfassendere ständige Gesamtschau spanischer Malerei, vor allem der Werke von El Greco, Velázquez, Murillo und Goya. Aber auch die flämische, niederländische, italienische, französische und deutsche Malerei des 15.-18. Jahrhunderts ist mit Glanzstücken vertreten.
Dependancen des Prado sind der nahe gelegene Casón del Buen Retiro und der Palacio de Villahermosa.

Madrider Spezialitäten können ihren bäuerlichen Ursprung nicht verleugnen. Hierzu zählt der cocido madrileño, ein Eintopf aus Erbsen, Kartoffeln, Gemüse, Rindfleisch, Speck und chorizo (eine typisch spanische Paprikasalami) – ein köstliches Gericht für kalte Wintertage. Nach einem solchen Mittagessen ist man so satt und träge, dass man kaum mehr arbeiten mag. Eine andere Spezialität ist nicht minder schwer und sättigend: callos a la madrileña (Kaldaunen) werden mit Tomaten, Zwiebeln, Lorbeerblättern, Thymian und anderen Gewürzen angerichtet, Blutwurst, Salami und Schinken runden den Geschmack ab. Madrid wird tagtäglich mit frischem Fisch versorgt. Die Auswahl reicht von der merluza (Schellfisch) über lenguado (Seezunge) und bonito (Thunfisch) bis hin zum pez de espada (Schwertfisch).
Sehr beliebt ist die Fischzubereitung a la plancha (vom Grill). Doch sei auch auf die marisos (Meeresfrüchte) hingewiesen. Fritierte sardinas (Sardinien) oder calamares (Tintenfische) zergehen fast auf der Zunge.
Kastilien ist ein Land der Braten. So sollten Sie zumindest einmal im Urlaub ein Stück vom cochinillo (Spanferkel) oder cordero asado (Lammbraten) genießen. Typisch spanisch ist der jamón Serrano oder jamón de Jabugo (roher Schinken).
Einen wahren Augenschmaus bietet das Museo del Jamón in der Calle Jerónimo, eine pittoreske Bar, in der unzählige Schinkenkeulen mit unterschiedlichsten Formen und Geschmacksrichtungen von der Decke herabhängen und zum Probieren einladen.
Die Nachspeisen sind nicht sehr einfallsreich. Häufig wird flan serviert, eine Art Karamelcreme. Ansonsten greift man zu vitaminreichen Früchten. Zu empfehlen sind auch manzanas asadas (Bratäpfel) oder peras en vino (Birnen in Wein).
Die Getränke passen sich der jeweiligen Gelegenheit an: als Aperitif trinkt man einen kühlen Sherry, einen fino (trocken) oder oloroso (süß). Das Essen begleiten die einheimischen Rotweine aus dem Riojagebiet nördlich von Madrid. Die meisten Restaurants führen auch den vino de la casa, einen offenen Hauswein, der zwar einfach, aber bekömmlich ist.
Praktische Infos und Fotos: Ertay Hayit
Alle Angaben wurden von dem Autor nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Fernweh.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.
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