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Gardasee: Im Schatten des Monte Baldo

Mit ihren malerischen Gassen und Plätzen schmiegt sich Malcesines Altstadt ans Ufer des Gardasees – ein mediterranes Stück Erde ganz im Norden Italiens.

Direkt am Seeufer gelegen: Die Stadt Malcesine am Gardasee (Foto: Sabine Mattern)
Uferstraße in Malcesine am Gardasee

Im Halbstundentakt verbinden die Kabinen der Seilbahn Erde und Himmel, bringen ihre menschliche Fracht in gerade mal zehn Minuten vom Städtchen Malcesine hinauf auf den Monte Baldo. Auf 1760 Metern Höhe angekommen, sind die Interessen klar verteilt: Während sich die Wanderfraktion, ausstaffiert mit robustem Schuhwerk und Rucksack, gleich aufmacht, die umliegenden Gebirgskämme, Almweiden und Wälder zu erkunden, bleiben die Kurzzeit-Ausflügler in der Nähe der Bergstation und genießen das Panorama.

Zwischen Berg und See

Ein paar Meter abseits der futuristischen Gondelstation balanciert so mancher Wagemutige zwischen bleichen Felsbrocken dicht am Abgrund. Alles, um den besten Blick auf die Majestät der Natur zu erhaschen: die Schnee gepuderten Gipfel des Monte Baldo und seine grünen Hänge, die im Eiltempo Richtung Tal fließen, wo sich der Gardasee schmal wie ein Fjord zwischen steilen Ufern eingräbt.

Atemberaubend: Die Aussicht auf Gardasee und Malcesine vom Monte Baldo aus (Foto: Sabine Mattern)
Ausblick Monte Baldo auf Gardasee

Hier, im Norden des Lago di Garda, wie Italiens größter See in Landessprache heißt, fehlt die Sanftmut südlicher Gestade, die sich mit herrlichen Badeplätzen in den Ausläufern der Po-Ebene aufspannen. Nein, hier regieren die Alpen und niemand sonst. Zum Beweis ihrer Allmacht staffeln sich am Ufer gegenüber schroffe Berge bis zum Horizont. Der See davor mehr grau als blau, nach Süden hin scheinbar endlos, bis er irgendwann die dunstige Farbe des Himmels annimmt und im Nichts verschwindet.
Tief unter einem verschwimmen die Dächer von Malcesines Altstadt zu einem roten Fleck, umgeben von einer Landschaft, die den Duft ihrer Zypressen, Oliven- und Zitronenbäume verströmt. Doch man muss ins Tal zurück, um den Atem der mediterranen Natur und den Zauber Malcesines zu spüren, für das schon Goethe während seiner „Italienreise“ schwärmte.

Kontrastprogramm Altstadt

Im historischen Zentrum des Städtchens geht es geschäftig zu. Eine farbenfrohe Mischung alter Häuser schart sich um einen Hafen, der sein kleines Becken mit einer Mole vor den bewegten Wassern des Gardasees schützt. Die Urlauber verteilen sich auf die Terrassen der Lokale der angrenzenden Piazzas – ganz vereinnahmt von der Atmosphäre dieses schönen Ortes. Vor ihren Augen schaukeln die Boote im Hafenviereck, Ausflugsschiffe legen an und ab, während draußen auf dem Lago Segler und Surfer das Spiel mit den Wellen auskosten, auf denen, getrieben vom Wind, weiße Schaumkrönchen reiten und für Momente in der Sonne glitzern.

Von einer Mole geschützt, liegt der Hafen in der Altstadt Malcesines umgeben von historischen Bauten (Foto: Sabine Mattern)
Altstadt am Hafen von Malcesine Gardasee

Kaum vom Tageslicht erreicht, verlässt die Via Capitanato als schmale Gasse den Hafen. Unscheinbar zwischen deren Häusern erhebt sich der Palazzo dei Capitani, ein im 13./14. Jahrhundert errichteter Palast, dessen Palmen bestandener Garten unvermutet eine stille Oase im Touristentrubel bietet. Über den Corso Garibaldi setzt sich das verträumte Altstadtviertel weiter fort und verliert sich Richtung Norden bald in einem Labyrinth verwinkelter, teils steiler, grob gepflasterter Sträßchen und malerischer Plätze. Die Besucher flanieren vorbei an charmant-betagten Bauten, kaufen in den unzähligen Läden Eis, Souvenirs, Käse wie Olivenöl und nutzen die Offerten heimischer Gastronomen zum Draußenverzehr.

Laden zum Flanieren ein: Die Altstadtviertel mit ihren malerischen Piazzas (Foto: Sabine Mattern)
Altstadt von Malcesine am Gardasee

Geschichtsstunde mit Aussicht

Um Malcesines Hauptsehenswürdigkeit aufzuspüren, braucht es keinen Ortsplan. An jeder dritten Hauswand hängt ein Hinweisschild mit der Aufschrift: Castello. In exponierter Lage thront die mittelalterliche Skaligerburg auf einem Felsen, der aus den Tiefen des Gardasees herauszuwachsen scheint. Wechselnde Besitzer bauten um, modernisierten und machten sie schließlich zu einem von drei Mauerringen umschlossenen Trutzbau. Heute erlebt man hier interessante museale Eindrücke und unvergessliche Ausblicke – etwa vom „Balcone sul Lago“, einem steinernen Balkon, dessen Brüstung hoch über dem Wasser schwebt. Vor sich ein Ausschnitt Malcesines, eingebettet zwischen Berg und See.

Ausblick auf Malcesine vom „Balcone sul Lago”, dem steinernen Balkon der Burg (Foto: Sabine Mattern)
Malcesine am Gardasee

Informationen

Geographisches
Mit rund 370 Quadratkilometern Fläche ist der Lago di Garda Italiens größter See – im Norden eingefasst von den Gipfeln der Alpen und im Süden von der Po-Ebene.

Unterkunft
Villa Carmen, 3-Sterne-Hotel mit herzlichen Gastgebern, direkt an Malcesines Uferstraße gelegen,


Die Altstadt von Malcesine bietet viele malerische Plätze (Foto: Sabine Mattern)

Seilbahn Malcesine/Monte Baldo
Die Talstation liegt in der Via Navene Vecchia von Malcesine.

Castello Malcesine
Das Castello hat von April bis Oktober täglich geöffnet,

Infos
Malcesine Più, Via Capitanato 6, Malcesine,

Text und Fotos: Sabine Mattern

Hinweis der Redaktion
Dieser Reisereport wurde unabhängig recherchiert, fotografiert und geschrieben. Die Reise wurde unterstützt von Malcesine Piu.

Alle Angaben wurden von der Autorin nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Fernweh.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

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