Nicht weit vom Guggenheim-Museum entfernt liegt ein weiteres bedeutendes Kunstmuseum: Museo de Bellas Artes de Bilbao
Heute ist das „Museum der Schönen Künste“ in Bilbao das neunt größte Museum weltweit. Anfangs machten Spenden von Organisationen und Privatleuten die gesamte Kollektion aus. Heute können die Besucher mehr als 7.000 Kunstwerke, Gemälde und Skulpturen der verschiedensten Jahrhunderte bewundern.
Das „Museo de Bellas Artes de Bilbao“ stellt die allgemeine Kunstgeschichte chronologisch vom 12. Jahrhundert bis heute dar. Dabei werden die Unterschiede verschiedener Schulen, Künstler und Kunstbewegungen deutlich. Die Museumskollektion lässt sich in zwei Hauptgebiete unterteilen: Die antike Kunst, bei der der Schwerpunkt auf die Spanische Schule mit bedeutenden Arbeiten der Flämischen und Holländischen Schule gelegt ist, und die modere, zeitgenössische Kunst (u.a. Bacon, Menz und Tàpies), welche baskische Kunst (u.a. Regoyos, Zuloaga und Echevarría) und eine kleine Sammlung von angewandter Kunst beinhaltet. Insgesamt umfasst die Sammlung mehr als 7.000 Arbeiten, darunter Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Abbildungen und dekorative Künste. Doch die Kollektion wächst stetig und wird immer wieder verbessert. Außerdem sind neben den Dauerausstellungen auch immer wieder interessante Gastausstellungen zu sehen.
Aus zwei Museen wurde eins
Im Jahr 1908 wurde das Bilbao Museum der Schönen Künste gegründet und konnte ab 1914, untergebracht in der Bilbao Schule für Kunst & Handwerk, für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Bau des Museums war ein Beitrag zur Modernisierung der Stadt, gleichzeitig sollten die ausgestellten Arbeiten der örtlichen Kunst-Gemeinde als Muster und Vorbild dienen.
1924 veranlassten örtliche Künstler die Gründung des Museums für moderne Künste im Vizaya Provincial Council.
Später wurden diese beiden Museen zusammengelegt und in einem neuen Gebäude, das von den Architekten Fernando Urrutia und Gonzalo Cárdenas im Neo-Classic-Stil entworfen wurde, untergebracht. 1945 konnte das fertige Museum der Schönen Künste eröffnet werden. 1962 wurde es zum künstlerischen und historischen Denkmal ernannt.
Mit der Zeit kamen immer neue Kunstwerke hinzu und das Museumsgebäude wurde zu klein, weshalb man Architekten beauftragte, eine Museumserweiterung zu entwerfen. Der Anbau, der durch die Arbeiten des deutschen Architekten Mies van der Rohe beeinflusst war, wurde 1970 fertig gestellt und eröffnet.
Mit der Zeit spielte das Museum eine immer wichtigere Rolle für das kulturelle Leben in Bilbao und es wurden Angebote für einen Verbesserungs- und Erweiterungsplan eingeholt. Der Architekt Ma Uriarte bekam den Zuschlag, erweiterte und verbesserte den Besucherservice und schaffte mehr Platz, indem der Museumseingang verlegt wurde. Außerdem wurden mehrere Räume verbunden, sodass die Galerien optisch in die bestehende Architektur integriert wurden.
Das Museum der Schönen Künste wurde im November 2001 neu eröffnet und ist seitdem aus kultureller Sicht nicht mehr aus Bilbao wegzudenken.
Christina Janas




