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Paris in drei Tagen

Alle Highlights an einem Wochenende: Rundgang durch die französische Hauptstadt

Städtereisen erfreuen sich großer Beliebtheit. Allerdings gibt es in Paris so viel zu sehen und zu erleben, dass man für ein verlängertes Wochenende eine Auswahl treffen muss. Wenn man die nachstehenden Tipps beherzigt, kann man einen großen Teil der berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Paris in drei Tagen sehen.

Wer im Großraum Köln oder im Ruhrgebiet lebt, reist am bequemsten mit dem Thalys an. Bei einer Fahrtzeit von maximal 5 Stunden, von Köln aus sogar nur etwas über 3 Stunden, reist man entspannt und ausgeruht an und wieder ab. Am besten nimmt man einen möglichst frühen Zug für die Anreise und einen möglichst späten für die Abreise, damit viel Zeit für die Stadt bleibt. Eine für Pariser Verhältnisse preisgünstige, aber auch sehr einfache Unterkunft ist das Hotel Pratic mitten im belebten Viertel Le Marais und nur wenige hundert Meter von der Île de la Cité gelegen. Der Name ist Programm, denn die kleinen Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet und sauber. Trotzdem empfiehlt es sich ein paar Euro mehr zu investieren und ein Zimmer zur Straße hin zu buchen, da die Zimmer nach hinten nur den Blick in einen recht unansehnlichen Innenhof bieten.

Hotel mit lohnenswerter Aussicht: Hotel Pratic im Pariser Viertel Le Marais (Foto: Sebastian Winand)
Hotel Pratic in Paris

Zudem ist das Hotel in der Nähe der Metro-Haltestelle Saint-Paul gelegen; aber es bietet sich an, die Metropole größtenteils zu Fuß zu erkunden. Dadurch bekommt man auch bei einem straffen Wochenendprogramm einen besseren Eindruck vom Leben in Frankreichs Hauptstadt. Trotzdem empfiehlt sich der Kauf eines so genannten Carnets. Damit erhält man zehn Fahrten mit der Metro, um auch  abgelegenere Orte zu erreichen oder für den Fall, dass die Füße schlapp machen.

Schöner Ausblick vom Künstlerviertel

Am ersten Tag bietet sich die Erkundung eines kulturgeschichtlich interessanten Viertels an. Von St. Paul aus geht es mit der Métro zur Haltestelle Blanche. Von dort aus kann direkt vor dem legendären Varieté Moulin Rouge  die Wanderung durch das Künstlerviertel Montmartre beginnen. Steigt man die Rue Lepic hinauf, gelangt man zur Rue des Abbesses. Die Straße ist gesäumt von unzähligen kleinen Läden und Lokalen. Von frischem Gemüse bis zu Strumpfwaren ist hier alles zu haben. Wer vom stetigen Bergauf eine Pause braucht, gönnt sich im Le Sancerre einen Kaffee oder ein Glas Wein. Das Szenelokal bietet gemütliches Flair im Stil der 20er Jahre, und das zu moderaten Preisen.

Von den Treppen vor der Basilika Sacré-Coeur de Montmartre kann man über die ganze Stadt blicken (Foto: Sebastian Winand)

Danach geht es weiter dem Gipfel des Hügels Montmartre entgegen, auf dem das Juwel des Viertels thront: die Basilika Sacré-Coeur de Montmartre. Gebaut aus hellem, fast weißem Kalkstein, ist sie eine der schönsten Kirchen von Paris. Im Inneren ist das Fotografieren allerdings nicht erlaubt. Zudem bieten die Treppen vor der Kirche einen tollen Blick über die Stadt.

Wer erschöpft ist, kann jetzt auch die Funiculaire de Montmartre – eine Standseilbahn bzw. ein Aufzug mit zwei Kabinen –  für den Weg hinab zur Rue des Abbesses nehmen. Doch empfiehlt es sich, noch durch die Gässchen von Montmartre zu streifen und vor allem den Place du Tertre zu erkunden. Auf diesem von Cafés und Boulangeries gesäumten Platz kann man immer einigen Künstlern bei der Arbeit zuschauen und natürlich auch ein Portrait von sich anfertigen lassen.

Im Mittelalter befand sich auf dem Platz vor dem Rathaus Hôtel de Ville der älteste Hafen- und Anlegeplatz der Stadt (Foto: Sebastian Winand)
Hôtel de Ville in Paris

Wenn der Abend naht, beginnt das Leben in den unzähligen Bars und Restaurants des Viertels. Jetzt wird es Zeit für ein leckeres Abendessen. Eine gemütliche und preiswerte Möglichkeit stellt die Crêperie Broceliande dar, die mit Galetes und Crêpes nach bretonischem Rezept aufwartet. Das Menü bekommt man ab 13,50 Euro, bestehend aus einem herzhaften Galete und einem süßen Crêpe. Davor wird als Aperitif Kir Breton gereicht, eine Mischung aus Cidre und Crème de Cassis. Zu dem Menü sollte man außerdem original bretonischen Cidre trinken.

Danach geht es mit der Metro zurück ins Le Marais. Wer nach der Erkundung von Montmartre noch nicht ins Bett gehen möchte, kann den Abend mit einem Spaziergang am Seineufer abschließen und einige der schönsten Gebäude von Paris, wie die Kathedrale Notre-Dame de Paris oder das historische Rathaus Hôtel de Ville, bei Beleuchtung betrachten.

Viele Sehenswürdigkeiten an einem Tag

Am nächsten Tag sollte man dem nahe dem Hotel Pratic gelegenen Place des Vosges einen Besuch abstatten. Von Heinrich IV im Jahre 1605 eingeweiht, ist er der älteste der königlichen Plätze in Paris.

Der Place des Vosges ist der älteste der königlichen Plätze in Paris (Foto: Sebastian Winand)
Der Place des Vosges in Paris

Er ist von Gebäuden umringt, unter deren Arkaden sich Cafés und Geschäfte verbergen.

Die Arkaden um den Place des Vosges in Paris sind mit Cafés und Geschäften bestückt (Foto: Sebastian Winand)
Arkaden um den Place des Vosges in Paris

Von dort aus ist es nicht mehr weit zum Place de la Bastille. Hier begann einst die französische Revolution. Davon zeugt noch die imposante Julisäule. Das alte Stadtgefängnis, das von den erzürnten Bürgern gestürmt wurde, steht allerdings nicht mehr. An seine Stelle ist mit der Opéra Bastille ein moderner Neubau getreten. Von hier aus geht es die Rue Henry IV hinab zum Seineufer. Über die Pont de Sully wandert man hinüber auf die kleine Île Saint-Louis. In den schmalen Gassen der kleinen Insel befindet man sich auch sprichwörtlich auf einer ruhigen Insel im Trubel der Großstadt.

Eine kleine Fußgängerbrücke führt direkt auf die Île de la Cité, von wo aus man schon die berühmteste Kirche der Stadt, die Kathedrale Notre-Dame de Paris, erblickt. Über den Seitenportalen sieht man von außen die großen Rosettenfenster, deren Schönheit allerdings erst innen zur Geltung kommt, wenn das Licht von außen durch sie hineinfällt. Ebenfalls auf der Île de la Cité ist der ehemalige königliche Palast, die Conciergerie, aus dem zehnten Jahrhundert angesiedelt.

Berühmteste Kirche der Stadt: die Kathedrale Notre-Dame de Paris (Foto: Sebastian Winand)
Notre-Dame de Paris

Über die Pont Saint-Michel gelangt man auf das südliche Seineufer und damit in das Studentenviertel Quartier Latin, das die Universitäten von Paris beherbergt. Dazu gehört natürlich auch die Sorbonne aus dem 13. Jahrhundert. Wer an wissenschaftlichen Museen interessiert ist, sollte dem Botanischen Garten einen Besuch abstatten, in dem auch das Naturhistorische Museum gelegen ist. Allerdings kosten die einzelnen Ausstellungen, die in separaten Gebäuden untergebracht sind, auch einzeln Eintritt.

Der Jardin du Luxembourg mit dem dazugehörigen Palais (Foto: Sebastian Winand)
Der Jardin du Luxembourg mit dem dazugehörigen Palais

Die nächste Station ist der Jardin du Luxembourg mit dem zugehörigen Schloss Palais du Luxembourg. Der Hauspark des französischen Senats lädt zum Verweilen ein und eignet sich für eine kleine Pause bei gutem Wetter. Danach geht es über die Rue de Vaugirard und die Rue de Rennes hinunter zum Tour Montparnasse. Das Hochhaus ist zwar für sich gesehen keine Schönheit, aber eine Fahrt mit dem Aufzug zur Aussichtsplattform bietet das schönste Panorama über Paris. Im Gegensatz zur klassischen Fahrt auf die Spitze des Eiffelturms hat dieses auch noch einige Vorteile: Erstens ist es mit 15 Euro, ermäßigt 11 Euro, günstiger als das Pariser Wahrzeichen und zweitens kann man vom Tour Montparnasse aus den Eiffelturm sehen; der Blick reicht sogar bis zum neuen Geschäftsviertel La Defense mit seinen Glastürmen.

Blick auf den Eiffelturm: vom Tour Montparnasse (Foto: Sebastian Winand)
Blick auf den Eiffelturm: vom Tour Montparnasse

Der Eiffelturm und das größte Museum der Welt

Auf dem Weg zum Eiffelturm kommt man dann auch am Invalidendom vorbei. Die Kathedrale beherbergt das Grabmal von Napoleon Bonaparte und ist an das Hôtel des Invalides angeschlossen. Dort ist auch das Militärmuseum und die Kathedrale  Saint-Louis-des-Invalides, die Bischofskirche der französischen Militärdiözese. Vom Invalidendom aus ist es nicht mehr weit bis zum Marsfeld und zum Eiffelturm. Wer Paris besucht, sollte auf jeden Fall einmal darunter stehen und einen Blick nach oben werfen. Hier bekommt man einen guten Eindruck von der filigranen Konstruktion des Stahlkolosses. Allerdings empfiehlt es sich, hier besonders auf seine Wertsachen zu achten, denn direkt unter dem Eiffelturm ist die Dichte an Trickbetrügern und Taschendieben besonders hoch.

Imposantes Wahrzeichen der Stadt: der Eiffelturm (Foto: Sebastian Winand)
Eiffelturm in Paris

Vom Eiffelturm geht es über die Pont d'Iena am Palais de Chaillot zum Place du Trocadéro und von dort aus über die Avenue Kléber zum Place Charles-de-Gaulle mit dem Arc de Triomphe. Napoleon wollte sich hiermit ein Denkmal für seine militärischen Erfolge setzen, seine Fertigstellung erlebte er allerdings nicht mehr. Die Champs-Élysées, der große Prachtboulevard der französischen Hauptstadt, führt von dort aus direkt in Richtung Place de la Concorde und Louvre. Die Straße bietet Läden vieler Luxusmarken. Auf dem Place de la Concorde finden sich eine große Brunnenanlage und der Obelisk von Luxor, der 1836 als Geschenk aus Ägypten aufgestellt wurde.
Am Abend empfiehlt sich ein Essen im Le Marais. Das Restaurant „Dôme du Marais“ in der Rue des Francs Bourgeois bietet französische Küche zu nicht ganz günstigen Preisen. Zwei Personen können hier ein Menü mit drei Gängen und einer Flasche Wein für ca. 140 Euro genießen. Dafür ist die Qualität der Speisen und des Service auch entsprechend hoch. Das Restaurant befindet sich in einem alten Auktionshaus und man sitzt unter einer Kuppel, die stimmungsvoll beleuchtet ist. Allerdings empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung. Manchmal gibt es erst Tische ab 21 oder 22 Uhr, was in Pariser Restaurants eine übliche Zeit für das Abendessen ist. Wer also vorher noch ein wenig Zeit hat, kann noch zum Gare du Lyon fahren und sich eines der schönsten Bahnhofsrestaurants der Welt ansehen. Das „Le Train Bleu“ befindet sich in der alten Wartehalle des Bahnhofs von 1901 und ist ein Restaurant der Spitzenklasse und daher auch sehr teuer. Selbst zwei Getränke in der hauseigen Big Ben Bar kosten schnell über 15  Euro. Der Name der Bar stammt im Übrigen von dem großen Uhrenturm des Bahnhofs.

Gilt als das bekannteste Museum der Welt: der Louvre (Foto: Sebastian Winand)
Pariser Louvre

Für den Louvre, das wohl bekannteste Museum der Welt, sollte man sich auf jeden Fall einen ganzen Tag Zeit nehmen. Das Stadtschloss der französischen Könige bietet nicht nur eine umfangreiche Sammlung antiker und klassischer Kunst aus der ganzen Welt. Auch das Museum selbst ist eine Attraktion. In seinen weitläufigen Fluren verteilen sich schnell auch sehr große Besuchermassen, die nur vor dem Herzstück des Museums, Leonardo da Vincis Mona Lisa, etwas unangenehm werden können. Außerdem sollte man auf jeden Fall einen Plan des Museums mitnehmen, da man sonst schnell die Orientierung verliert. Vom Untergeschoss aus erreicht man auch eine Einkaufspassage. Wer seinen Postkarten einen besonderen Anstrich geben will, gibt sie am Postamt des Louvre ab und bekommt auch am Sonntag den Poststempel des Musée du Louvre. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in alle städtischen Museen, wozu auch der Louvre gehört, kostenlos.

Text und Fotos : Sebastian Winand

Adressen

Crêperie Broceliande
15, Rue des 3 Frères
75018 Paris
Tel.: +33142233134

Hôtel Pratic
9, Rue d’Ormesson,
75004 Paris
Tel.: +33148878047
www.pratichotelparis.com

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Musée du Louvre
75001 Paris
www.louvre.fr

Muséum national d'histoire naturelle
57, Rue Cuvier
75005 Paris
www.mnhn.fr

Le Dôme du Marais
53 bis Rue des Francs Bourgeois
75004 Paris
Tel.: +33142745417
www.ledomedumarais.fr

Le Sancerre
35, Rue des Abbesses
75018 Paris
Tel.: +33142580820

Le Train Bleu
Gare de Lyon
Place Louis Armand
75012 Paris
Tel.: +33143430906
www.le-train-bleu.com

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