
- Der Virus der Schweinegrippe breitet sich immer weiter aus
Foto: pixelio/Gerd Altmann
Weltweit sind die Behörden in Alarmbereitschaft. Wie gefährlich ist die Schweinegrippe tatsächlich? Welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es? Was sollten Reisende beachten? Und welche Symptome treten bei Erkrankten auf?
Was ist die Schweinegrippe?
Die Schweine-Influenza ist normalerweise eine Erkrankung der Atemwege von Schweinen. Regelmäßige Ausbrüche der Grippe unter Schweinen sind keine Seltenheit, allerdings sterben nur wenige der infizierten Tiere. Das derzeitige Schweinegrippevirus ist offenbar ein neues Virus, des Influenza-Typs A H1N1, das es bislang noch nicht gab. Das Virus ist deshalb so gefährlich, weil sich das Schweine-Virus wie alle Grippeviren ständig ändert. Da sich Schweine sowohl mit menschlichen und bei Vögeln vorkommenden Erregern anstecken können, kann es zu neuen Viren kommen, die artübergreifende Gene in sich tragen. Inzwischen erfolgt die Übertragung auch von Mensch zu Mensch.
Wie überträgt sich die Schweine-Influenza?
Unter Menschen verbreitet sich das aktuelle Virus offenbar ähnlich wie eine normale saisonale Grippe. Das heißt durch Niesen und Husten sowie engen Kontakt mit bereits infizierten Menschen. Die Hand spielt bei der Übertragung eine große Rolle. Wie bei jeder anderen Grippe auch, werden die Viren durch Niesen, Husten und Hautkontakt übertragen (Tröpfchen-Infektion). Eine Ansteckung erkennt man an den üblichen Grippesymptomen: Fieber, Schwächegefühl, Schnupfen, Husten, Müdigkeit, Appetitlosigkeit. Manche leiden unter Schnupfen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Laut US-Seuchenschutz wird die Schweinegrippe nicht durch Lebensmittel übertragen. An Schweinegrippe erkranken kann derzeit nur, wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Die europäische Seuchenbehörde rät allen Heimkehrern aus Mexiko, Texas und Kalifornien ihren Gesundheitszustand zu beobachten. Treten innerhalb von sieben Tagen nach Ankunft Krankheitssymptome auf, sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen und sich behandeln lassen.
Welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es?
Eine wirksame Impfung gegen diese Virusinfektion steht bisher nicht zur Verfügung. Die Symptome der Schweineinfluenza können jedoch durch herkömmliche antivirale Medikamente, die in jeder Grippesaison zum Einsatz kommen, deutlich gemildert werden. Die bekannten Grippewirkstoffe Oseltamivir (ist in dem Medikament Tamiflu enthalten) und Zanamivir sollen wirken. Gegen zwei andere Wirkstoffe, Amantadine und Rimantadine, soll der Virus dagegen resistent sein. Gegen zwei mögliche Medikamente - Amantadin und Rimantidin - ist der Erregeber immun. Alle Grippemedikamente sollten entweder vor der Infektion oder innerhalb der ersten 48 Stunden nach den ersten Symptomen genommen werden. So kommt es zu keiner Infektion oder aber die Erkrankung verläuft deutlich glimpflicher. Die Entwicklung eines speziellen Impfstoffs gegen das Virus der Neuen Influenza ist in Vorbereitung.
Alltägliche Hygienemaßnahmen tragen ebenfalls dazu bei, sich vor einer Infektion zu schützen. So rät das Auswärtige Amt, die Hände regelmäßig mit Wasser und Seife zu waschen, engen Kontakt mit Kranken zu vermeiden und sich von Menschenansammlungen fernzuhalten. Die Hände sollten vom Gesicht ferngehalten werden, da die Erreger leicht auf die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund übergehen können. Ein Mund-Nasen-Schutz kann sinnvoll sein. Außerdem wird Reisenden empfohlen, die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen.


