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Turku: Fünf Tipps für Finnlands drittgrößte Stadt

von Ertay Hayit

Es war auf jeden Fall Liebe. Turku hat sie nicht mehr losgelassen. Birgit Griese wollte eigentlich nur ein Semester in Turku studieren. Doch die damalige Skandinavistik-Studentin aus dem westfälischen Münsterland verliebte sich in Turku. Und dann in einen Finnen aus Turku. Oder umgekehrt. Und sie blieb in Turku.

Zum Studium kommen viele junge Menschen nach Turku. Denn Turku hat zwei Universitäten. Eine finnischsprachige und eine schwedischsprachige. Das hat etwas mit der Tradition von Turku zu tun. Die Stadt am Fluss Aurajoki war wie fast ganz Finnland erst unter schwedischer und dann ab 1809 unter russischer Herrschaft. Recht spät, am 6. Dezember 1917, wurde Finnland unabhängig.

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

Der Dom von Turku (Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

(Foto: Ertay Hayit)

Ob Turku die ehemalige Hauptstadt von Finnland war oder ist, darüber scheiden sich die finnischen Geister. Mit der Abtretung von Finnland an Russland verlegten die Russen 1812 ihre Verwaltung von Turku nach Helsinki. Helsinki war für sie einfacher zu erreichen. Unter schwedischer Herrschaft zuvor war Finnland ein Herzogtum und Turku war die Hauptstadt. Åbo ist der schwedische Name für Turku.

Sie war aber nicht Hauptstadt von Finnland, sagen Einwohner von Helsinki, sondern nur Verwaltungssitz des schwedischen Herzogtums. Wie auch immer: Turku war seit etwa dem Beginn des 14. Jahrhunderts viele hundert Jahre nicht nur Verwaltungs-, sondern auch kulturelles Zentrum und sicherlich die geistige Hauptstadt von Finnland.

Im Südosten von Finnland gelegen, ist Turku auch per Schiff über den Fluss Aurajoki zu erreichen. Schifffahrt spielt überhaupt eine große Rolle in Turku. So hat der Schiffbau hier eine lange Tradition. Viele der ca. 180.000 Einwohner Turkus arbeiten auch heute noch in Werften oder in deren Zulieferbetrieben.

In Turku fühlt sich Birgit Griese wohl. Ihr gefällt die relative Gelassenheit und die allgemeine Freundlichkeit der Einwohner von Turku. „Auch das Sozialsystem in Finnland ist überragend. Der Staat engagiert sich sehr für seine Bürger", so Griese, die als Übersetzerin, Lektorin und Fremdenführerin arbeitet. Mit ihr zusammen hat Fernweh.de Turku erkundet.

Turku / Åbo: 5 Tipps, was man sich bei einem Tagesbesuch anschauen sollte

Turku vom Fluss Aurajoki aus gesehen. Im Hintergrund der Dom (Foto: Ertay Hayit)
Turku vom Fluss Aurajoki aus gesehen. Im Hintergrund der Dom

1. Der Dom zu Turku

Dom zu Turku (Foto: Ertay Hayit)
Der Dom zu Turku

Über 700 Jahre Kultur- und Kirchengeschichte – das bietet der Dom von Turku. Im Jahre 1300 zum Dom geweiht, ist er Hauptsitz der evangelischen lutherischen Kirche Finnlands. Aber für Finnland ist er mehr. Er ist Finnlands wertvollstes Denkmal. Die Bau- und Kulturgeschichte Finnlands kann man im Dom von Turku nacherleben. Kriege, Plünderung, Brände. Er hat alles überlebt. In Finnland ist man stolz auf den Dom von Turku. Viele mittelalterliche Persönlichkeiten von Finnland sind hier begraben.
Skurril: Die Scharfschützen hatten in einem Seitentrakt des Domes eine eigene Kapelle. Dort trifft sich einmal im Monat sonntags eine kleine deutsche Gemeinde zum Gottesdienst.
Website des Dom zu Turku auf deutsch

2. Genuss für Feinschmecker in der Markthalle von Turku

Immer einen Aufenthalt für einen Imbiss oder eine Tasse Kaffee wert: die Markthalle von Turku (Foto: Gerd Krauskopf)
Markthalle von Turku

Atmosphäre pur: Die Markthalle von Turku stammt aus dem Jahre 1896, ist also mehr als 100 Jahre alt und zweitälteste Markthalle Finnlands (die älteste befindet sich in Helsinki und wurde 1888 eröffnet). Sie wurde letztmalig im Jahre 2013 umfassend renoviert. Ein kurzer Bummel in der Markthalle von Turku lohnt. Denn hier kaufen nicht nur die Einwohner von Turku frisches Fleisch oder frischen Fisch ein. Hier gibt es auch Köstlichkeiten aus aller Welt. Oder regionale Besonderheiten, die man nicht in jedem Supermarkt findet. Für Touristen empfehlenswert: Man kann in der Markthalle nicht nur an den Verkaufsständen entlangflanieren, sondern auch in einem Restaurantbereich köstlich speisen. Oder einfach nur einen Kaffee mit Süßspeisen aus Turku genießen.
(Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8.00 bis 18.00 Uhr, Samstag 8.00 bis 16.00 Uhr)

3. Dem Feuer entkommen und jetzt Handwerksmuseum

Original erhalten und restauriert: das Handwerksmuseum (Foto: Ertay Hayit)
Turku Handwerksmuseum

Ein schweres Feuer wütete im Jahre 1827 und brannte ganz Turku nieder. Fast ganz. Nur der kleine Ortsteil Luostarinmäki wurde von der Zerstörung verschont. Die alten hölzernen Häuser dort blieben erhalten. Im Laufe der Jahre kaufte die Stadt Turku diese Häuser und errichtete dort das Handwerksmuseum. Es ist ein Zeitreise in das Leben und Arbeiten von Handwerkern des 18. und 19. Jahrhunderts. Eine Reise in die vorindustrielle Welt. Eröffnet im Jahr 1940, erhält man in diesem lebendigen Freiluft-Museum einen wunderbaren Einblick in 14 Höfe und deren Gebäude. Jeder Hof beschäftigt sich mit einem speziellen Handwerk wie das der Weber oder Drucker.
(Vartiovuorenkatu 2, Turku, Tel +358 (0)2 262 0350 luostarinmaki@turku.fi)
… zur Website des Handwerksmuseum von Turku (englisch)

4. Die mächtige Burg zu Turku an der Flussmündung

Ende des 13. Jahrhunderts erst als Festung errichtet, später zur Burg umgebaut: die Burg zu Turku (Foto: Gerd Krauskopf)
Die Burg zu Turku

Als Festung wurde die Burg zu Turku im Jahr 1280 an der Flussmündung des Aurajoki erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte war sie dann höfischer Palast, Regierungszentrum, Kerker, Lager und Kaserne. Umgebaut wurde die Festung ab dem Jahre 1556. In diesem Jahr ernannte der schwedische König Gustav Waasa seinen Sohn Johan zum Herzog von Finnland. Der zog nach Turku und baute die Festung zum Schloss um. Heute kann man in der Burg selbst und in einem Burg-Museum viel über die Geschichte der Burg zu Turku von ihren Anfängen bis heute erfahren.
(Linnankatu 80, Turku, Tel +358 (0)2 262 0300, turunlinna@turku.fi)
… zur Website der Burg von Turku (englisch)

5. Ruissalo – die Insel vor den Toren Turkus

Naherholung mit alten Eichenwäldern: die Insel Ruissalo. Hier mit Fernweh.de-Chefredakteur Ertay Hayit
Insel Ruissalo direkt vor der Stadt Turku

Raus aus der Stadt, rein in die Natur. Von Turku aus kein Problem. Inseln gibt es vor Turku jede Menge. Die nächste Insel ist Ruissalo. Man erreicht sie problemlos auf dem Landweg über eine kleine Brücke. Direkt an Ruissalo vorbei verläuft das Fahrwasser zur Hafeneinfahrt nach Turku. Jeden Tag passieren hier die dicken Pötte. Ansonsten geht es auf Ruissalo beschaulich zu. Man kann wandern oder auf ausgebauten Radwegen radeln. Selbstverständlich an vielen Stellen auch schwimmen. Campingfreunde finden auf Ruissalo einen gut ausgestatteten Campingplatz. Eichenwälder und Villen aus dem 19. Jahrhundert machen den Charme dieses Nah-Erholungsgebietes aus. Finnlandweit bekannt ist die Insel Ruissalo auch wegen des Rockfestivals Ruisrock.

Extra-Tipp: Shopping bei der akademischen Fliesen-Macherin

Minna Komulainen produziert Fliesen nach eigenen Entwürfen (Foto: Ertay Hayit)
Minna Komulainen

Sie spricht perfekt Deutsch und Englisch. Studiert hat sie diverse Sprachen. Doch der Finnin, Minna Komulainen, liegt das Künstlerisch-Handwerkliche. An einem Job als Pressesprecherin in einem Unternehmen war sie nicht interessiert. Und machte sich mit einer Töpferei selbstständig. Mitten in der Stadt, eher unscheinbar, betreibt sie in einem Ladenlokal ein traditionelles Fliesengeschäft. Die vorderen Räumen dienen dem Verkauf, in den rückwärtigen Räumen wird designt, getöpfert und gebrannt. Minna kann mittlerweile davon recht gut leben und beschäftigt zwei Teilzeit-Hilfskräfte. Denn ihre Fliesen-Kollektionen, von ihr selbst entwickelt, werden in ganz Finnland bestellt. Und auch europaweit über die finnischen Landesgrenzen hinaus.
Wer also über handgemachte Fliesen aus Turku für seine Wohnung oder Eigenheim nachdenkt: Ein Besuch bei Terraviiva (Anschrift: Kaskenkatu 2 C, 20700 Turku) lohnt sich. Original-Handarbeit garantiert.
http://www.terraviiva.fi/welcome/

Die ehemalige Studentin und heutige Fremdenführerin Birgit hat übrigens ihren Finnen geheiratet. Sie heißt jetzt mit Nachnamen Griese-Saarinen und lebt mit Mann und Kindern in einem Haus am Stadtrand von Turku. Wie viele Menschen in Turku wirkt sie recht entspannt. Von hektischer Betriebsamkeit, wie man es oft bei uns in Deutschland antrifft, kaum etwas zu spüren. Und von Turku ist sie selbst nach 20 Jahren immer noch begeistert. Irgendwie kann man das verstehen.

Nützliche Infos zu Turku

Flugverbindung Turku – Helsinki (Foto: Ertay Hayit)
Turku Flughafen

Der Flughafen von Turku liegt etwa 10 km außerhalb vom Stadtzentrum. Er ist recht klein und überschaubar, hat aber internationale Anbindungen. Von und nach Helsinki fliegt eine Propellermaschine. Der Flug dauert ca. 30 Minuten.

Zwischen der Stadt Köln und der Stadt Turku besteht eine Städte-Partnerschaft. Eine gute und kurze Zusammenfassung über Turku finden Sie auf der Site der Stadt Köln von Hartmut Krug von der Deutsch-Finnischen-Gesellschaft Köln.

Visit Turku Tourist Information
Aurakatu 2, Turku 20100
Tel. +358 (0)2 262 7444
Ansprechpartnerinnen (englisch):
Olga Henriksson olga.henriksson@turku.fi
Lotta Bäck lotta.back@turku.fi
http://www.visitturku.fi/en

Eine Reiseführerin in Turku buchen? Oder eine Übersetzerin oder Dolmetscherin gesucht? Geschäftsanbahnung in Finnland? Fideco heißt die Firma von Birgit Griese-Saarinen.
Kontaktinfos: http://www.fideco.fi/8

Reisebericht mit superschönen Bildern von Gerd Krauskopf: Ein Tag in Turku

Hinweis des Autors Ertay Hayit, Chefredakteur Fernweh.de

Ich war in Turku eine Nacht und einen Tag. Den Flug bezahlte Finnair, weil die finnische Airline ihren neuen Airbus A 350 vorstellen wollte. In Turku wurde ich vom Touristenbüro Turku eingeladen und betreut. Obwohl ich für diese Reise keinen Cent bezahlt habe, ist meine Begeisterung für Turku ehrlich. Weder fühle ich mich verpflichtet, irgendetwas über Turku zu schreiben noch habe ich irgendetwas beschrieben, was ich ohne Einladung nicht auch getan hätte. Ganz im Gegenteil: Ich überlege immer wieder wie ich es zeitlich schaffe, noch einmal auf eigene Kosten nach Turku und zu anderen Orten in Finnland zu reisen.

Auf Pressereise: Milos Willing (Trendlupe.de), Gerd Krauskopf (Menschen-Reisen-Abenteuer.de), Birgit Griese-Saarinen (freiberufliche Turku-Führerin), Ertay Hayit (Fernweh.de)
Milos Willing, Gerd Krauskopf, Birgit Griese, Ertay Hayit
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Zum Finnland-Blog der Autorin: www.tarjasblog.de

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