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10.09.17

Gedser-Dänemark: Wo der 7. Film der Olsen-Bande gedreht wurde

Mächtig gewaltig. Historisches Stellwerk am neuen Platz

Der alte amerikanischen Chevrolet in Remise Gedser, der im Film als Fluchtfahrzeuge diente (Foto: Udo Haafke)

Egon, Benny und Kjeld sind Kult. Zumindest in Dänemark und im Osten Deutschlands, denn die 13 Folgen der Krimikomödien der »Olsen-Bande« wurden zwischen 1968 und 1981 in Zusammenarbeit von Nordisk Film in Kopenhagen mit der DEFA, der Deutschen Film AG in Potsdam, produziert.

Die Geschichten der liebenswerten Kleinkriminellen, die mit erstaunlicher Raffinesse große Coups durchführten letztlich jedoch stets an den eigenen Unzulänglichkeiten scheiterten und stets mit dem Abtransport des genialen Chefs, Egon Olsen, ins Gefängnis endeten, haben nach der Wende durch Wiederholungen in den Regionalprogrammen der ARD ein noch größeres Publikum erreicht und viele Fans hinzugewonnen.

Während die Nordisk Film an der Produktionsstätte im Kopenhagener Stadtteil Valby regelmäßige Führungen auf den Spuren der Olsen-Bande durchführt und dabei Original-Requisiten und manch kinematografisches Geheimnis ans Licht fördert, kümmern sich diverse Fanclubs um den Fortbestand des Kultes. Deren Aufmerksamkeit ist es zu verdanken, dass einer der Drehorte für die filmfreudige Nachwelt erhalten werden konnte und feierlich am 9. September seine Wiederauferstehung feierte.

Es handelt sich um das 1909 am Güterbahnhof Vesterbro errichtete Stellwerk, das im siebten Film 1975 (Die Olsen-Bande stellt die Weichen) eine zentrale Rolle im Handlungsstrang spielte. Liebevoll als »Det gule Palæ« (der gelbe Palast) bezeichnet, diente es den Bahnmitarbeitern Brodersen und Godtfredsen als Arbeitsplatz und Stätte für gepflegte Kaffeepausen mit Wienerbrød (den leckeren dänischen Blätterteigteilchen).

2014 entschied die Dänische Staatsbahn, dass das Gebäude abgerissen werden sollte, weil es seinen Nutzen verloren hatte. Dies kam zufälligerweise den Vorsitzenden des deutschen Olsen-Banden Fanclubs Paul Wenzel und Steffen Paatz aus Leipzig zu Ohren, die alle Hebel zum Erhalt des Stellwerks in Bewegung setzten.

Mit Hilfe von Spenden gelang der Erwerb des ikonischen Bauwerks, der erste Schritt war getan. Doch auch der Standort musste verändert werden. Verschiedene dänische Eisenbahnmuseen boten sich an, letztlich fiel die Entscheidung auf die Remise in Gedser ganz im Süden der Insel Falster. Dorthin wurde das Stellwerk mittels Tieflader und Frachtschiff transportiert und sensibel wiederaufgebaut.

„Nun ist es für jedermann sichtbar, der den hiesigen Fährhafen auf der Scandlines-Route von Rostock nach Gedser benutzt,“ freut sich Steffen Paatz am Eröffnungstag. Neben den Bürgermeistern der Region Guldborgsund und von Rostock waren auch die noch lebenden Schauspieler Morten Grunwald, Darsteller des lebenslustigen Benny, und Jes Holtsø, der den pfiffigen Sohn Børge mimte, anwesend, die sich trotz wenig erbaulichen Wetters begeistert zeigten. Die zahlreichen Gäste der Feierlichkeiten bewunderten darüber hinaus die Polizeifahrzeuge aus den 1970er Jahren und den alten amerikanischen Chevrolet, der den Protagonisten oft, trotz permanenten Spritmangels, als Fluchtfahrzeug diente.

Info:


Text und Bilder: Udo Haafke

Gedser Remise

Das Stellwerk jetzt in Remise im Süden von Gedser / Dänemark
(Foto: Udo Haafke)





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