News Details

Anzeige
25.07.17

In Ulm und um Ulm herum

Eine Sightseeing-Tour durch Ulm lässt tief in die schwäbische Seele blicken: Spätzlehobel, Kehrwoche und eine Kirche, die den Kölner Dom überragt

Ulmer Rathaus

Eines der herausragenden Baudenkmäler der Stadt: das Ulmer Rathaus aus dem Jahre 1370 (Foto: Ariane Günther)

 

Ulm, der knapp 120.000 Einwohner zählende Ort an der Donau, eignet sich allerliebst zum Herumlaufen und Auskundschaften. Zusätzliche Angebote bietet Neu-Ulm, die bayerische Schwesterstadt mit über 50.000 Bewohnern. Zumindest was die Sichtweise angeht. Das Schönste an Neu-Ulm, so sagt man, ist der Blick auf Ulm. Auf den höchsten Kirchturm der Welt beispielsweise. Das Ulmer Münster hat mit 161,53 Metern doch tatsächlich vier Meter mehr aufzuweisen als der Kölner Dom. Die Ulmer waren schon damals zielstrebige Häusle- pardon Münster-Bauer und haben, auch dies eine Legende, mit der Fertigstellung ihrer Kirche gewartet, bis die Kölner ihr Werk beendet hatten. Der Grundstein des gotischen Sakralbaus, der größte evangelische in Deutschland, wurde 1377 gelegt. Aus derselben historischen Periode stammt das Ulmer Rathaus von 1370.

Superlative und Donau-Schwaben
In Ulm findet sich außerdem die höchste Kneipendichte Deutschlands. 586 Wirtshäuser gibt es momentan im Städtchen. Ein Haushaltswaren-Laden der eigenen Superlative, der „Abt“, liegt in bester Lage am Münsterplatz. Auf 5.000 Quadratmetern türmt sich das umfangreiche Warensortiment. Der sagenhafte Spätzlehobel und die Wischutensilien für die kleine und große Kehrwoche winken als Markenbotschafter am Rande der schwäbischen Alb. Ulm mag dem Besucher vielleicht etwas konservativ erscheinen. Dabei wird durch Vollbeschäftigung in den ungefähr 12.500 angesiedelten Unternehmen, darunter Weltmarktführer, ein gehobener Lifestyle sichtbar. Fußgängerzone und Geschäfte brummen vor Quirligkeit.

Anfang des 18. Jahrhunderts sahen die Zeiten karger aus. Es fand die große Auswanderungswelle der Donau-Schwaben statt. Weil Siedlung und Land zu wenig zum Leben hergaben, wurden Mensch und Tier auf den berühmten „Donau-Schachteln“ in die ungarischen Grenzregionen verfrachtet. Hier sollte auf eigenen Parzellen ein Neuanfang vollzogen werden. Natürlich ging der gar nicht einfach über die Bühne sprich Donau. Aufzeichnungen über die Strapazen der Vorbereitungen und Reise sind im Donauschwäbischen Zentralmuseum zu sehen. Ein gutes Jahrhundert später hielten napoleonische Truppen Einzug in Ulm. Zeugnis davon bieten viele Bauwerke mit wehrhaftem Charakter wie etwa die Wilhelmsburg hoch über der Stadt.

Blick auf die Blau und das schiefste Haus von Ulm (Foto: Ariane Günther)


Donau, Blau, Iller und Klein-Venedig
Es lohnt sich in jedem Fall, die verträumte Seite von Ulm aufzuspüren. Der Spaziergänger kann einfach zu den idyllischen Flecken im Gerber- und Fischerviertel flanieren. Die mehr oder weniger verwinkelten bis schiefen Fachwerkhäuser entlang der Brücken an der Mündung des Flusses Blau in die Donau machen das Herz weit. Man denkt romantisch ans Klein-Venedig in baden-württembergischer Provinz. Die Donau mit ihren Nebenflüssen Blau und Iller kreierte peripher die Ulmer Namensgebung, denn das Gebiet war ursprünglich Sumpfland. Durch die mittelhochdeutsche Lautverschiebung wurde aus „Sumpf“ das jetzige „Ulm“. Als Gast fühlt man sich heute in der Ordnung der lebendigen, modernen Universitätsstadt mit traditionsreicher Geschichte sofort sehr wohl.

---------------------

Den Rechercheaufenthalt ermöglichte das gerade aufwändig modernisierte Maritim Hotel Ulm, das mit bester Lage an der Donau fußläufig zur Altstadt angesiedelt ist. Direktorin Heike Schober kommt aus dem hohen Norden, weiß aber die schwäbische Lebensqualität seit vielen Jahren zu schätzen. Ihr Wunsch ist es, dass Ulm mehr Leute „auf der Karte“ haben und es nicht bei Fahrten z.B. ins Allgäu „links“ liegenlassen.

Text und Fotos: Ariane Günther





<- Zurück zu: Reise-News: Tipps und Infos für Urlaub und Reise

Fernweh.de-News abonnieren:
Fernweh.de-RSS-Feed abonnieren

Auf das Buch klicken, um zu bestellen

Viele Tipps und Infos zu Visum und Einreise, Jobsuche und Leben in Neuseeland

133 Seiten, s/w -Fotos
Print 3-87322-276-2, 19,95 EUR
eBook PDF 3-87322-277-9, 14,99 EUR

im Hayit-Shop: ...hier

bei amazon: ...hier