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13.11.17

Lanzarote: Die Natur als Architekt

Felsenpools, unterirdische Konzertsäle und ein Vulkangrill

Los Charcones

„Los Charcones“ bezeichnen mehrere Felsbecken an Lanzarotes Südwestküste, die auf natürliche Weise vom Meer geflutet werden (Foto: Turismo Lanzarote/LFC)

 

Bizarre Lavaformationen, rotbraun schimmernde Feuerberge und unterirdische Hohlräume. Der Vulkanismus hat maßgeblich zu Lanzarotes faszinierendem Erscheinungsbild beigetragen. Einige der Naturphänomene erhielten im Laufe der Zeit, teils durch Menschenhand, eine neue Funktion. So dient etwa die Vulkanhöhle Jameos del Agua im Norden der Kanareninsel als Konzertsaal, während im Nationalpark Timanfaya im Inselsüden die immer noch schlummernde Erdhitze zum Grillen genutzt wird.

Natürliche Schwimmbecken
Zerklüftete Felsen, einsame Buchten: Auf etwa vier Kilometern entlang Lanzarotes Südwestküste finden Ruhesuchende mehrere Meerwasserbecken in unterschiedlichen Größen, Tiefen und Formen. Die Naturpools Los Charcones liegen abseits der Touristenzentren und sind nur über unbefestigte Wege zu erreichen. Geschützt vor Wind und Wellen entspannen Urlauber so in nahezu unberührter Landschaft.

Lavahöhle als Konzertsaal
Im Norden Lanzarotes befinden sich die Jameos del Agua, ein Höhlen- und Röhrensystem, das beim Ausbruch des Vulkans La Corona vor gut 5.000 Jahren entstand. Gemäß seinem Grundsatz, Kunst und Natur harmonisch zu vereinen, legte Inselkünstler César Manrique dort eine blaue Lagune mit Südseeflair an. Zudem konzipierte er eine der unterirdischen Grotten als Auditorium mit rund 650 Sitzplätzen. Dank der ausgezeichneten Akustik und besonderen Atmosphäre dient es regelmäßig als Bühne für Musikveranstaltungen. Übrigens: Auch in der benachbarten Vulkanhöhle Cueva de los Verdes gibt es einen „natürlichen“ Konzertsaal. Der Eintritt (ohne Konzert) zu den Jameos del Agua kostet 9,50 €, Kinder (7 bis 12 Jahre) zahlen 4,75 €, ab 15 Uhr 20 Prozent Rabatt. www.cactlanzarote.com

Grillen mit Erdhitze

Schroffe Felsgebilde, gewaltige Kraterlöcher und mehr als 30 Vulkankegel prägen die kilometerweite Lavalandschaft im Nationalpark Timanfaya im Süden Lanzarotes. Der letzte Ausbruch erfolgte zwar schon vor 200 Jahren, doch in nur sechs Metern Tiefe herrschen dort nach wie vor Temperaturen von rund 400 Grad. Diese Hitze macht sich das Restaurant „El Diablo“ zunutze: Auf einem Grillrost, über ein Loch in der Erde gebaut, brutzeln Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. www.cactlanzarote.com

Vulkanblasen als Wohnraum

Architekt César Manrique errichtete in Taro de Tahiche im Osten Lanzarotes auf und in fünf Lavablasen ein zweistöckiges Haus, das er bis 1987 selbst bewohnte. Die Räume im Untergeschoss sind kunstvoll in die Lavahöhlen integriert und durch schmale Tunnel miteinander verbunden. Schwarzes Vulkangestein steht in Kontrast zu teils weiß gekalkten Wänden. Noch zu Lebzeiten baute der Künstler sein ehemaliges Domizil zum Museum um. Bis heute beherbergt es die sehenswerte Stiftung César Manrique. Preis: 8 €/Pers. bzw. 1 €/Kind (bis 12 Jahre). fcmanrique.org

Über Lanzarote

Lanzarote ist die östlichste der Kanarischen Inseln. Ihre Gesamtfläche beträgt 862 Quadratkilometer. Sie befindet sich 1.000 Kilometer von der Iberischen Halbinsel und 130 Kilometer von der afrikanischen Küste entfernt. Rund 140.000 Einwohner leben auf Lanzarote, die drei größten Tourismuszentren sind Puerto del Carmen, Costa Teguise und Playa Blanca.





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