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Reiserücktritt – und in welchen Fällen die Versicherung zahlt

Was passiert bei Reisewarnung, Unfall oder Krankheit

Gut geplant und vorbereitet: Die nächste Reisesaison kommt bestimmt (Foto: dariuszsankowski/pixabay)

Die nächste Reisesaison kommt bestimmt. Und auch wenn sich die Wahl des Urlaubsziels vielleicht ändert, so ändert sich eines sicher für viele Menschen nicht: die Lust, neue Länder und Kulturen zu entdecken und die Erde in all ihrer Schönheit zu erkunden.
 
Vorsorge: Das sollten Reisende wissen
Wer in naher Zukunft wieder in den Zug, ins Auto oder in den Flieger steigen möchte um in die Ferne zu reisen, sollte sich rechtzeitig darüber informieren, in welchen Fällen die Reiserücktrittsversicherung eintritt.

Versicherte Rücktrittsgründe
Grundsätzlich decken Reiserücktrittsversicherungen Risiken ab, die im persönlichen Lebensumfeld des Versicherten verankert sind. Typische Rücktrittsgründe sind, wobei jeweils weitere Bedingungen daran geknüpft sind:

  1. unerwartete schwere Erkrankung
  2. Unfälle
  3. Schwangerschaft
  4. Impfunverträglichkeit
  5. Arbeitsplatzverlust
  6. Aufnahme einer neuen Tätigkeit
  7. Schaden am Eigentum
  8. Wenn der Versicherte zur Aufklärung einer vorsätzlichen Straftat zuhause bleiben muss
  9. Tod

Der Rücktrittsgrund „unerwartete schwere Erkrankung“ wird von den Assekuranzen unterschiedlich bewertet. Was bedeutet „unerwartet schwer“?

  • Als unerwartet gilt jede erstmals auftretende Krankheit, die nach Abschluss der Reiserücktrittsversicherung und nach getätigter Buchung auftritt.
  • Abweichend davon können auch wiederholte Erkrankungen als unerwartet eingestuft werden, wenn sie eine gewisse Zeit vor Abschluss der Versicherung bzw. vor Buchung der Reise nicht behandelt wurden.
  • Ebenfalls unerwartet kann eine Krankheit sein, wenn bei dem Versicherten eine bestimmte Anzahl von Jahren vor dem Abschluss der Reiserücktrittsversicherung bzw. vor der Buchung der Reise eine bestehende Erkrankung nicht behandelt wurde und die Krankheit sich erheblich verschlechtert. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen fallen nicht unter den Begriff der Behandlung.

Wann wird eine Krankheit als „schwer“ bezeichnet?
Ob eine Krankheit schwer genug ist, um die Leistungen einer Reiserücktrittsversicherung zu beanspruchen, hängt von einigen Faktoren ab. Assekuranzen müssen sich auf die Aussagen von Fachleuten verlassen, eine einfache schriftliche oder mündliche Krankmeldung seitens des Versicherten reicht nicht aus. Drei typische Erklärungen, die Versicherungen in der Regel akzeptieren sind:

  • Ein Arzt attestiert die Reiseuntauglichkeit schriftlich.
  • Ein ärztliches Attest bestätigt, dass der Versicherte die gebuchten Hauptreiseleistungen aufgrund seiner gesundheitlichen Situation nicht wahrnehmen kann.
  • Ein Angehöriger (bzw. eine vertraglich definierte Risikoperson) erkrankt so schwer, dass die Anwesenheit des Versicherungsnehmers erforderlich ist. Die Erkrankung des Angehörigen muss vom Arzt entsprechend attestiert werden.


Corona schränkt die Reisemöglichkeiten drastisch ein oder verhindert sie komplett (Foto: butti/pixabay)

Auswirkungen der Corona-Krise
Auch die Corona-Krise wirf im Hinblick auf gebuchte Reisen viele Fragen auf. Was geschieht, wenn eine Reise aufgrund einer Corona-Erkrankung nicht stattfinden kann? Und leistet die Versicherung, wenn die Reise aufgrund von Kurzarbeit nicht angetreten werden kann?

Verbraucher sollten ihre Versicherungspolice genau prüfen, raten die Experten der Zurich Versicherung. Die Assekuranz beantwortet auf ihrer Website zudem Fragen zum Corona-Virus in Verbindung mit ihrer angebotenen Reiserücktrittsversicherung. Die Zurich leistet zum Beispiel dann, wenn ein Versicherungsnehmer aufgrund einer schweren Erkrankung zu Hause bleiben muss und schließt dabei eine Erkrankung aufgrund von COVID-19 ausdrücklich ein.

Andere Versicherungen berufen sich auf den 11. März 2020, den Tag an dem Corona als Pandemie erklärt wurde. Mit Wirkung ab diesem Zeitpunkt erstatten sie keine Kosten, wenn der Grund des Reisestornos mit COVID-19 in Verbindung steht.

Das Verbraucherportal des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sagt, dass jede Versicherung bei COVID-19 individuell entscheidet. Es kommt letztlich auf die Vertragsbedingungen der abgeschlossenen Reiserücktrittsversicherung an. Auch spielen die konkreten behördlichen Maßnahmen eine Rolle sowie der aktuelle Stand zur Verbreitung der Pandemie. Verbraucher sollten deshalb generell die Bedingungen prüfen und bei Rückfragen ihre Versicherung kontaktieren.

Weltweite Reisewarnung
Das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Zusätzlich haben zahlreiche Länder Einreisebeschränkungen erlassen. Wer jetzt eine neue Versicherung abschließen möchte, sollte die allgemeinen Versicherungsbedingungen und die konkreten Informationen zum Versicherungsprodukt intensiv studieren und im Zweifel nachfragen.
Einreiseverbote gelten aus Sicht von Versicherungen als Schaden, der durch behördliche Maßnahmen bzw. durch Staatsgewalt verursacht wird. Reiserücktrittsversicherungen springen in solchen Fällen nicht ein. Deshalb sollten Verbraucher prüfen, ob im gewählten Zielland ein Einreiseverbot besteht, bevor sie eine Rücktrittsversicherung abschließen. Es ist grundsätzlich ratsam, kurz vor der Abreise die Seite des Auswärtigen Amts auf aktuelle Reisewarnungen zu prüfen.

Der Ausruf von Reisewarnungen bedeutet für eine Reise, dass Schäden in den betroffenen Ländern nicht abgedeckt sind. Wer sich allerdings zur Zeit der ausgesprochenen Reisewarnung bereits im betroffenen Land befindet, sollte sich mit der Versicherung in Verbindung setzen um zu klären, inwieweit der Versicherungsschutz greift.

Nicht versicherte Rücktrittsgründe – ein Überblick
Die Reiserücktrittsversicherung tritt nicht ein in folgenden Fällen:

  • Behördlich verordneter Quarantäne
  • Infektion mit dem Corona-Virus auf der Reise
  • Wenn es um Krankheiten geht, greift der Versicherungsschutz einer Auslandskrankenversicherung, die zu den notwendigen Reiseversicherungen gehört. Sie springt ein, wenn im Ausland Behandlungskosten entstehen, die die Krankenkasse aus Deutschland nicht zahlt. Abhängig vom Umfang der Auslandskrankenversicherung tritt sie auch für Behandlungskosten im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ein.
  • Reisestorno wegen vermuteter Ansteckungsgefahr oder Angst vor einer Krankheit
  • Behörden verweigern Einreise ins Urlaubsland.
  • Am Urlaubsort geben Behörden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen heraus, die die Urlaubsfreuden stark einschränken.

Wenn Reiserücktrittsversicherungen aus dem einen oder anderen Grund nicht greifen, empfiehlt es sich für Pauschalreisende, Kontakt mit dem jeweiligen Reiseveranstalter aufzunehmen. Abweichend von den Stornobedingungen verfahren manche Reiseveranstalter kulant und bieten Lösungen wie Umbuchung oder Teilerstattung an. In jedem Fall lohnt es sich, das Gespräch zu suchen.

Reisende, die ihren Trip individuell geplant und einzelne Leistungen bei unterschiedlichen Anbietern gebucht haben, müssen jeden einzelnen abgeschlossenen Vertrag prüfen, um die jeweiligen Stornobedingungen zu überblicken. Das bedeutet in der Praxis, dass die Bahn oder Fluggesellschaft, das Hotel vor Ort und die Anbieter bereits gebuchter Einzelleistungen im Reiseland kontaktiert werden müssen. Ob und inwieweit Erstattungen möglich sind oder Stornogebühren anfallen, wird unterschiedlich gehandhabt. Auch hier lohnt die Kontaktaufnahme.

Das können Reisende für die Gastgeber tun
Von Solidarität ist zumindest seit den extremen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Tourismusbranche oft die Rede. Die Reisebeschränkungen und verordneten Schließungen von Hotels und Gaststätten bedrohen eine unüberschaubare Anzahl an Existenzen im In- und Ausland. Vielleicht sieht der ein oder andere Reisende die Möglichkeit, sich während der reisebeschränkten Zeit in Vorfreude zu üben. Und wer es sich leisten kann wird gebeten, statt eine geplante Reise komplett zu stornieren, doch lieber eine Umbuchung in Betracht zu ziehen. Denn die nächste Reisesaison kommt bestimmt.

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