Publikumsliebling Knut im Berliner Zoo

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Knut-Hype in Berlin

Die beiden Tierparks sollen künftig gemeinsam marschieren

Von Frank Tetzel

Kein Tag vergeht derzeit in Berlin, ohne dass über „Knut“, unseren kleinen Eisbären, nicht in der „Abendschau“, im „Tagesspiegel“ oder in der „Morgenpost“ berichtet wird. Auch meine dreieinhalbjährige Tochter war mit ihrem Kinderladen schon da und hat den am 5.12.2006 geborenen, kleinen Eisbären gesehen, wie er da mit erhobener Pfote, Babypelz und Knopfaugen herumstolzierte. Erwachsene Menschen bekommen bei seinem Anblick feuchte Augen. Seit dem 23. März bilden sich lange Schlangen vor dem Berliner Zoo um das kleine Wesen zu sehen. Selbst Italiens Ministerpräsident Romani Prodi ließ es sich nicht nehmen und besuchte Knut persönlich am Sonntagmittag während des EU-Gipfels Ende März und schwänzte einen Teil der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der EU.


Inzwischen gibt es einen Knut-Blog, einen BILD-Blog Knut und diverse Knut-Fanpages im Internet. Das kleine Tier ist beim deutschen und europäischen Patentamt zur Marke angemeldet, Klingeltöne, T-Shirts, Schlüsselanhänger und andere Devotionalien sind auf dem Markt. Die Zeitschrift Vanity-Fair widmete dem neuen Liebling der Stadt eine 16-seitige Titelstory. Selbsternannte Sachverständige schwadronieren über den millionenschweren Markenwert des tapsigen Eisbären.

Für den Berliner Zoo, der artenreichste Zoo Deutschlands, ist der Publikumsandrang eine feine Sache. Ein wenig in den Hintergrund rückt dabei, dass die Stadt zwei Zoos besitzt. Neben dem 1844 gegründeten Zoo in Charlottenburg, den Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, der sich durch große Freigelände mit seltenen Tierarten auszeichnet und mit 160 Hektar der größte Landschaftstiergarten Europas ist. In den weitläufigen Freigehegen sind seltene Huftiere zu sehen, die zum Teil einzigartig in Deutschland und Europa sind.


Der Tierpark Friedrichsfelde wurde 1955 im Schlosspark Friedrichsfelde eröffnet; schließlich wollte die „Hauptstadt der DDR“ für ihre Bürger einen eigenen Zoo vorhalten. Bis zum Mauerbau war jedoch der Zoo am gleichnamigen Bahnhof für Ostberliner weit attraktiver. Die damalige Chefin des Westberliner Zoos, Katharina Heinroth, klagte im Radio:  Bei uns ist ja das Schlimmste eben, dass es über, na ja, dreiviertel unserer Einnahmen in Ostmark sind, und die müssen wir immer lustig umtauschen zum Tageskurs. Wir haben also einen Daueraderlass, wie ihn kein anderer Zoo auf der Welt überhaupt kennt. Wir haben eben diese Sonderstellung Berlins, die auch der Zoo ausbaden muss. Jawohl, selbstverständlich!" .


Jetzt sollen die beiden Teile auch gesellschaftsrechtlich zusammengeführt werden, was sich als durchaus beschwerlich darstellen könnte. Die Anhänger der beiden Tierparks sind sich, sagen wir es einmal so, nicht besonders grün, obwohl die beiden Zoos nicht einmal eine Dreiviertelstunde Autofahrt auseinander liegen.  Die  Westberliner Zoofreunde befürchten, dass in Zeiten sinkender Zuschüsse der Zoo den defizitären Tierpark mit finanzieren müssen. Der Westberliner Zoo ist nämlich eine gemeinnützige Aktiengesellschaft mit 4000 an der Börse notierten Aktien. Kursentwicklung positiv, bei 2.400 Euro pro Aktie. Eine Dividende wird nicht ausgeschüttet, dafür erhalten Aktieninhaber lebenslangen Eintritt in den Zoo. "Wenn es eine Firma wäre, würden die vielen Spenden für den Zoo auch für den Tierpark genutzt", sagt zum Beispiel Aktionär Jürgen Brückner. Von einer unterschiedlichen Ausrichtung beider Einrichtungen hält er wenig. "Das ist Quatsch." Dafür seien immense Investitionen nötig.

Die Pläne für den Zoo und den Tierpark sehen folgendermaßen aus: Im Zoo in der City-West soll künftig mehr Augenmerk auf Themenschwerpunkte gelegt werden. Der Tierpark in Friedrichsfelde  soll zum "Entdeckertierpark" umstrukturiert werden. Dafür soll die Zahl der Arten im Tierpark reduziert und die verbleibenden Tiere in großen Herden zusammenleben. Brücken, Hütten und Unterstände sollen gebaut und die Besucher auf neuen Wegen näher an die Tiere herangeführt werden.


Im Charlottenburger Zoo sind ebenfalls Veränderungen geplant: So sollen am Elefantentor zwei Tropenhäuser entstehen, in denen Panzernashörner, Affen und einige Vogelarten gemeinsam leben sollen. Im Aquarium ist ein großes Ozeanbecken geplant.


Die Besucher des kleinen Eisbären Knut interessiert die letzte große Ost-West-Diskussion der deutschen Hauptstadt hingegen überhaupt nicht. Sie erfreuen sich an dem poussierlichen Tierchen, das derzeit eine ganze Stadt beschäftigt und schon bald zum neuen Berliner Wappentier werden könnte.


Zoologischer Garten:
Zoologischer Garten Berlin
Hardenbergplatz 8
10787 Berlin
Tel. 030.25 40 10

Reguläre Öffnungszeiten
Sommerzeit (15.03.–14.10.)
Mo-So 9.00–18.30 Uhr

Winterzeit (15.10.–14.03.)
Mo-So 9.00–17.00 Uhr

Eintrittspreise
Tageskarte
Erwachsene
Zoo 11,00 €
Zoo & Aquarium 16,50 €
Studenten, Berufsschüler, Erwerbslose, Wehr- und Ersatzdienstleistende,
Schüler ab 16 Jahre (Schülerausweis)
Zoo 8,00 €
Zoo & Aquarium 13,00 €
Kinder 5 bis einschließlich 15 Jahre, Hartz IV-Empfänger, Schwerbehinderte ab 80% + Begleitung je
Zoo 5,50 €
Zoo & Aquarium 8,50 €

Tages-Familientickets
Zoo 18,00 €
Zoo & Aquarium 27,50 €
Kleines Familienticket
(1 Erwachsener und 3 Kinder bis 15 Jahre)

Großes Familienticket
( 2 Erwachsene und 3 Kinder bis 15 Jahre)
Zoo 29,00 €
Zoo & Aquarium 39,00 €

Der Zoo Berlin ist sehr gut zu erreichen, so unmittelbar am nach ihm benannten Bahnhof und damit nur 2 Minuten vom Haltepunkt zweier U-Bahnen und diverser S-Bahnlinien gelegen.

 •  S-Bahnhof Zoologischer Garten (S3 + S5 + S7 + S75 + S9)
 •  U-Bahnhof Zoologischer Garten (U2 + U12 + U9)
 •  U-Bahnhof Kurfürstendamm (U9 + U15)
 •  Regionalbahn (RE1 + RE2 + RE3 + RE4 + RE5)


Tierpark Berlin
Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH
Am Tierpark 125
10319 Berlin
Tel. 030.51 53 10

Öffnungszeiten / Kassenzeiten
01. Januar bis 11. März: 9.00–16.00 Uhr
12. März bis 31. März: 9.00–17.00 Uhr
1. April bis 10. September: 9.00–18.00 Uhr
11. September bis 15. Oktober: 9.00–17.00 Uhr
16. Oktober bis 31. Dezember: 9.00–16.00 Uhr
Am 24. Dezember ist bereits um 13.00 Uhr Kassenschluss. Besuchszeit ist bis 1 Stunde nach Kassenschluss.

Eintrittspreise
Tageskarte pro Person

<typolist>

Erwachsene 11,00 €

Studenten, Berufsschüler, Erwerbslose, Wehr- und Ersatzdienstleistende, Schüler ab 16 Jahre (Schülerausweis) 8,00 € 

Kinder 5 bis einschließlich 15 Jahre, Hartz IV-Empfänger, Schwerbehinderte ab 80% + Begleitung  je 5,50 €

Gruppen ab 20 Personen 10,00 €

Kleines Familienticket
(1 Erwachsener und 3 Kinder bis 15 Jahre)
18,00 €

Großes Familienticket
(2 Erwachsene und 3 Kinder bis 15 Jahre)
29,00 €

</typolist>

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Direkt zur Station "Tierpark" mit
 •  U-Bahn-Linie U5
 •  Tram-Linien M17, 27
 •  Bus-Linien 296, 396

 Anfahrt mit dem Auto
 •  Autobahn (von Süden) A10 Schönefeld, Schöneweide, Lichtenberg
 •  Autobahn (von Osten) A10 Lichtenberg, B1 stadteinwärts, am Tunnel Tierpark links
 •  Autobahn (von Norden) A10 Weißensee, Möllendorfstr., B1 stadtauswärts, am Tunnel rechts, Straße "Am Tierpark"

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