Frankreich: Bretagne

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Tatort Bretagne: Glénan-Inseln – ein Stück Karibik in Frankreich

Kriminalliteratur als Reiseführer – die Spur von Kommissar Dupin führt von der schönen Hafenstadt Concarneau in die Weite des Atlantiks, wo die Glénan-Inseln ein Stück Karibik nach Frankreich zaubern.

Die Ville Close – „geschlossene Stadt” – in Concarneau leitet ihren Namen von der Stadtmauer ab, die sie umgibt (Foto: Sabine Mattern)
Stadtmauer Ville Close in Concarneau

Monsieur Dupins Laune sinkt auf den Nullpunkt, als das Klingeln des Telefons seine Morgenroutine empfindlich stört. Kein Wunder. Die Arbeit ruft in einem denkbar schlechten Moment, und so wird nichts mehr aus der dritten Tasse Kaffee in seinem Lieblingslokal, dem „Amiral“. Weit draußen im Atlantik, auf einer Insel des Glénan-Archipels, hat man drei Leichen entdeckt. Ob es sich um Mord handelt? Das herauszufinden ist die Aufgabe Georges Dupins von der Polizei in Concarneau.

Doch halt! Bevor man glaubt, die Küste der bretonischen Region Cornouaille sei ein gefährliches Pflaster, muss man wissen, dass Monsieur le Commissaire nur auf dem Papier existiert. Ein mürrischer koffeinsüchtiger Krimiheld, der von seinem Erfinder Jean-Luc Bannalec im Roman „Bretonische Brandung“ zum Ermitteln in die Abgeschiedenheit der Glénan entsandt wird. Absolut echt dagegen sind die Kulissen: die Inselgruppe, die Hafenstadt Concarneau wie auch Dupins Stammlokal.

Das „Amiral” in der Nähe des Hafens von Concarneau ist Stammlokal von Jean-Luc Bannalecs Romanfigur Kommissar Dupin (Foto: Sabine Mattern)
Das Amiral in Concarneau

Altstadt hinter Mauern

Das „Amiral“ ist Café, Brasserie und Restaurant in einem, ein traditionsreiches Haus, das einen Logenplatz in direkter Hafennähe besetzt – mit Blick auf Concarneaus Hauptattraktion, die Ville Close, die geschlossene Stadt. Wehrhafte Mauern umgeben jenen Jahrhunderte alten Ortskern, der als steinerne Insel in Gesellschaft zahlloser Fischkutter und Segelboote im spiegelglatten Wasser ruht. Eine Brücke streckt sich zur befestigten Altstadt hinüber. Einer Welt für sich, in der es eng wird, sobald zur Hochsaison die Touristen durch die Rue Vauban, die Hauptstraße der 350 Meter langen Insel, schwärmen – vorbei an pittoresken bretonischen Häusern, in denen Crêperien und allerlei verführerische Läden eine Herberge gefunden haben.

In den Straßen der Ville Close kann es zur Hochsaison ziemlich eng werden (Foto: Sabine Mattern)
Ville Close Concarneau

Reif für die Inseln

Wer die Ville close gesehen hat und endlich auch wissen will, wo Kommissar Dupin auf Mörderjagd geht, der kann sich nur ein paar Schritte weiter an Bord eines Schiffes begeben. Vom Kai an der Touristinformation schickt eine Fährgesellschaft ihre Ausflugsboote auf eine 20 Kilometer lange Reise ins Reich der Glénan, deren verschwommene Silhouette am Horizont wie ein Trugbild auf dem Rand des Ozeans klebt. Nach über einer Stunde hat das Schiff dann das lagunengleiche Innere des Archipels durchquert und die Hauptinsel Saint-Nicolas erreicht. Die Tagesausflügler klettern hier am Anleger an Land, wo gerade ein paar kleinere Boote die Leinen lösen, vielleicht um auf eines der anderen Eilande der Glénan zu kommen. Kurios, aber wahr: Keiner weiß genau, wie viele Inseln der Archipel eigentlich zählt. Manche meinen neun, andere zwölf oder gar noch mehr. „Offiziell sind es sieben“, so Jean-Yves Lefloch. „Aber was ist schon eine Insel?“, lacht der Tourismusdirektor der Glénan. Das ist bei der Vielzahl an Sandbänken und Felsen nur schwer zu sagen, „denn je nach Ausprägung der Gezeiten verändert der Archipel, auf dem im 18. Jahrhundert noch Piraten Unterschlupf fanden, ständig sein Gesicht“. Aus Land wird Meer, aus Meer wird Land. Einfach so.

Der Glénan-Archipel im Atlantik besteht zwar offiziell aus sieben Inseln, die genaue Anzahl ändert sich jedoch ständig (Foto: Sabine Mattern)
Glénan-Archipel im Atlantik

Auf Saint-Nicolas erwacht das touristische Leben im Frühjahr, wenn die berühmten Glénan-Narzissen blühen. Später kommen die Ausflügler zum Baden. Oder einfach zum Naturerleben bei einem Spaziergang mit anschließender Einkehr im „Boucane“. Vor der Kneipe beginnt ein Weg, der einmal um die Insel läuft und deren ganze Schönheit offenbart – als Summe aus weißen Buchten und dunklen Felsen, aus Gräsern, struppigen Hecken und Farnen, die die bescheidene Vegetation ausmachen. Verbunden über einen paradiesischen Sandstreifen mit dem Nachbareiland Bananec. Und eingebettet in ein Meer, das wie ein karibischer Traum in zig Arten Blau und Grün in der Sonne funkelt.

Ein Holzsteg führt Besucher des Archipels einmal um die Hauptinsel Saint-Nicolas (Foto: Sabine Mattern)
Inselrundweg auf Saint Nicolas

Kulinarischer Absacker

Nach einem Tag zwischen Wind und Wellen geht es zurück nach Concarneau, wo sich die Frage der Abendgestaltung von selbst beantwortet. Kommissar Dupin ist ja nicht der Einzige, der die gute Küche des „Amiral“ zu schätzen weiß. Warum also, vorausgesetzt man hat reserviert, nicht gleich hier am Hafen einkehren, um Hummer, Austern, Langusten zu kosten? Gefolgt von einem Gang über die Kais, wo sich mit etwas Glück das späte Anlanden der Fische erleben lässt.

In Concarneau laden die Läden und Crêperien in der Ville Close zum Verweilen ein (Foto: Sabine Mattern)
Ville Close in Concarneau

Informationen

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Reisezeit
Frühling bis Herbst

Unterkunft
La Ferme Saint-Vennec: Ruhig, ländlich, charmant, stilvoll sind die Cottages aus dem 18. Jahrhundert.

Tagesausflug Glénan
Verschiedene Fährgesellschaften fahren die Glénan an. Die wichtigsten: Vedettes Glenn (ab Concarneau) und Vedettes de l’Odet (ab Bénodet, Port La Forêt, Loctudy, Beg Meil, Concarneau). Ausflüge April bis September (wegen Fahrzeiten vor Ort informieren; im Sommer reservieren).

Literaturtipp
Krimi und Reiselektüre in einem: Jean-Luc Bannalecs „Bretonische Brandung“ (Kommissar Dupins zweiter Fall), erschienen 2013 bei Kiepenheuer & Witsch.

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Infos
www.bretagne-reisen.de
www.tourismeconcarneau.fr
www.tourisme-fouesnant.fr

Text und Fotos: Sabine Mattern

Alle Angaben wurden von der Autorin nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Fernweh.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

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