Argentinien: Buenos Aires - Ein Streifzug durch die lebhafte argentinische Metropole

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„Mi Buenos Aires Querido“

Lebhafte argentinische Metropole

 

Ein Streifzug durch die lebhafte argentinische Metropole

 

Argentiniens Hauptstadt bietet mehr als Musik und die wirklich köstlichen Steaks. Buenos Aires, das „Paris Lateinamerikas“, ist allemal eine Reise wert.

 

Buenos Aires und Umgebung

 

Liebe auf den zweiten Blick

Das Tangofieber lockt viele in die Heimat des Tangos. Wenn der Reisende, ob Tangofan oder nicht, mit Carlos Gardels berühmtem Lied vom „geliebten Buenos Aires“ („Mi Buenos Aires Querido“) auf den Lippen endlich die Wiege des Tangos erreicht hat, wird er an den in den Liedern so oft beschworenen Orten („Barrio del Tango“) Boedo, Almagro, San Telmo, Boca und Pompeya die Seele des Tangos suchen und vielleicht auch finden.Die Liebe und Verklärung, die die drittgrößte Metropole Lateinamerikas in Liedern und Gedichten erfahren hat, wird dem Besucher erst allmählich begreifbar. Zuerst scheinen Lärm und Verkehr, das uneinheitliche Stadtbild und die sozialen Gegensätze dieser 3-Millionen -Stadt zu überwiegen. Immerhin leben hier 14 Millionen Menschen, also mehr als ein Drittel aller Argentinier. Der Zauber von Buenos Aires erschließt sich erst nach einigen Spaziergängen durch die ruhigeren Stadtviertel San Telmo, Palermo, Belgrano oder der Boca, über die lebendige, legendäre Straße Corrientes oder die breite „9 de Julio“. Nicht weniger reizvoll sind die 25 Plätze, Parks und das Ufer des Rio de la Plata. Vor allem das immense Angebot an Musik, Tanz, Museen, Theater und Kino fasziniert den Besucher.

 

Paläste und Pyramide am Plaza de Mayo

Das historische und politische Zentrum Argentiniens ist die Plaza de Mayo, auf der sich am 25. Mai 1810 am Vorabend der politischen Unabhängigkeit von Spanien zum ersten Mal viele Menschen versammelten. Seitdem haben sich unzählige Male hunderttausend Argentinier hier getroffen, um laut-stark Perón, Alfonsin, die Eroberung der Malwinen-Inseln oder den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft zu bejubeln. Die Mitte des Platzes bildet eine Pyramide mit der Statue der Justitia. Seit 1976 ziehen hier jeden Donnerstagnachmittag die Madres de la Plaza de Mayo ihre Runden (15.30 Uhr).Jeden Donnerstag drehen die Madres ihre Runden auf dem Plaza de MayoAn der Ostseite des Platzes befindet sich die Casa Rosada, das Regierungsgebäude, in dem zur Zeit Präsident Menem residiert. Der dreigeschossige Palast wurde vom Italiener Tamburini 1887 im Stil der späten italienischen Renaissance erbaut.Gegenüber steht das historische Cabildo, das Rathaus aus der Kolonialzeit, das 1751 fertiggestellt wurde. Es besitzt ein interessantes Museum. An der Nordseite der Plaza de Mayo erhebt sich die von dem Franzosen Benoit 1822-1824 erbaute neoklassizistische Kathedrale, in der die Gebeine von General San Martin, dem Nationalhelden und Befreier Argentiniens ruhen.Die 1,7 km lange Avenida de Mayo mit ihren repräsentativen Bauten von der Jahrhundertwende verbindet die Plaza de Mayo mit der Plaza Congreso und damit die Exekutive mit der Legislative. Auf dieser 33 m breiten Avenida findet man viele Verzierungen im Stil des Art Nouveau und auch das älteste Café Tortoni, mit Möbeln aus dem Fin de Siècle.Die Plaza Congreso setzt sich aus mehreren Plätzen zusammen. Neben der Statue „Der Denker“ von Auguste Rodin stehen der Kilometerstein 0, von dem aus die Entfernungen gemessen werden, und das Monument der zwei Kongresse, das die Anden und Flüsse Argentiniens darstellt. Das Kongreßgebäude, der Congreso, wurde im Jahr 1906 von Victor Meano gebaut. Es gilt als eines der größten und aufwendigsten Bauwerke des Eklektizismus in Argentinien. Im monumentalistischen Eifer der Zeit ließ man sich vom Kapitol in Washington inspirieren.

 

Die Boca – ein buntes Barrio

Die Boca ist die Mündung des Riachuelo in den Rio de la Plata. Ob – wie behauptet – der Stadtgründer von Buenos Aires, Pedro de Mendoza, hier 1536 an Land ging, ist ungewiß. Sicher ist jedoch, daß dieses pittoreske Hafenviertel eine der Hauptattraktionen von Buenos Aires darstellt.Bunt schillern die Hauswände im Stadtviertel La BoccaWurde die Gegend in der ersten Hälfte des 19. Jhs. vor allem landwirtschaftlich genutzt, so änderte sich dieses mit dem Ausbau des Hafens: Lagerhäuser und Pökelfabriken für Fleisch wurden errichtet, und Immigranten vor allem aus dem italienischen Genua ließen sich hier nieder. Charakteristisch für den Baustil sind Häuser aus Ziegelsteinen, Holz und Wellblech, die um kleine Höfe oder Grünflächen angelegt und später mit leuchtenden Farben angemalt wurden. Die bunten Hauswände locken neben den Fischrestaurants viele Besucher an.Die Bürgersteige sind wegen der vielen Überschwemmungen oft 40-50 cm hoch, und etliche Häuser stehen auf Pfählen.Die Avenida de Mendoza führt am stinkenden Riachuelo-Wasser mit einigen Schiffswracks vorbei. Von dieser Avenida zweigt der Caminito ab – ein Gäßchen, in dem Skulpturen wie in einem Freiluftmuseum ausgestellt sind und einheimische Künstler Tango- und Bocabilder verkaufen. Die Nebenstraße Necochea ist für die zahlreichen Kneipen bekannt, in denen abends ein Menü an langen Tischen serviert wird.

 

San Telmo – das Künstlerviertel

Unweit vom Zentrum gelegen, ist San Telmo nach liebevoller Restaurierung seiner historischen Substanz sicherlich eines der attraktivsten barrios (Stadtviertel) von Buenos Aires. In engen, leicht ansteigenden Straßen mit altem Kopfsteinpflaster locken kleine Passagen, geschmackvoll eingerichtete kleine Restaurants und Cafés, Galerien und Theater, Antiquitätenläden sowie am Sonntag ein nobler Flohmarkt. Die Bevölkerung setzt sich aus Alteingesessenen, Künstlern und Intellektuellen zusammen. All das verleiht San Telmo einen eigenen, ruhigen und menschlichen Charakter.In den 60er Jahren war San Telmo ein heruntergekommenes Viertel, bis der Architekt Pena das Stadtmuseum gründete und auf der Plaza Dorrego einen Antiquitätenmarkt anregte, der bis heute jeden Sonntag stattfindet. Mittlerweile wird er überwiegend von Profis betrieben, die ihre Schätze anbieten – wie altes Silber, Tangopartituren oder filetes. Letztere sind auf Blech oder Holz kunstvoll gemalte Ornamente. Um den Platz haben sich viele Antiquitätenläden und Cafés angesiedelt. In San Telmo locken viele gemütliche Kneipen sowie Musiklokale mit Jazz und Tango wie das „Viejo Almacén“ oder das „Ollantaytambo“ (Estados Unidos 541). Theater gibt es im Theatro San Telmo und im Pantomimentheater. Klassische Konzerte finden in der Fundación San Telmo und dem 1986 eröffneten Musikcafé „Gran Aldea“ statt (Pasaje Giuffra 330).

 

Recoleta – elegantes Viertel

Recoleta ist das Zentrum des Barrio Norte (Nordviertels) und gilt als eines der elegantesten und teuersten Wohn- und Geschäftsviertel der Hauptstadt. Das war nicht immer so. Lange Zeit waren hier Sommerhäuser und Obstgärten zu finden, bis 1870 aufgrund einer Gelbfieberepidemie die reichen Leute den bis dahin als vornehm geltenden Südteil der Plaza de Mayo verließen und im Barrio Norte an den Straßen Alvear und Quintana Prachtbauten errichten ließen. Heute stehen hier viele alte Villen mit französischem und spanischem Einschlag neben modernen Glas- und Stahlkonstruktionen. In den Boutiquen und Galerien, wie der Galeria Alvear (Alvear 1777) und Galeria Promenade (Alvear 1885) wird präsentiert, was (zumindest preislich) zur Zeit „in“ ist. Auf etwas niedrigerem Niveau bewegen sich die Preise in der Santa Fe/Callao. Anspruchsvolle Küche wird in etwa 30 Restaurants serviert. Ende der 80er Jahre wurde mit dem Patio Bullrich auf dem Gelände eines ehemaligen Schlachthofes (Av. Libertador 750 ) das erste elegante Einkaufszentrum in der Innenstadt eröffnet. Ein paar Jahre später folgte das Buenos Aires Design Center (Pueyrrédon 2501).

 

Shopping satt

Die wechselhafte Geschichte des Einkaufszentrums Galerias Pacifico begann 1880 mit dem Ziel, einen Bon Marché Argentina zu errichten. Vorbild waren die Galerien Vittorio Emanuelle in Mailand und das Pariser Bon Marché. 1989 wurde dieser Markt zum Nationalen Geschichtsdenkmal erklärt. Der Unternehmer Falak, ein Intimus Präsident Menems, eröffnete 1992 den modernen Gebäudekomplex Galerias Pacifico. Auf drei Stockwerken bieten 160 Mode-, Leder-, Juwelierläden und sonstige Geschäfte ihre Waren feil. Sehenswert sind auch die Wandgemälde in der Kuppel. Diese sind 1946 im Stil des Neuen Realismus entstanden und  wurden 1968 sowie 1990 restauriert. Ende 1997 hat der Multimilliardär Soros, dem u.a. schon 340 000 ha Land und einige Gebäude der Stadt gehören, das Galerias Pacifico aufgekauft. Wegen solcher zunehmenden internationalen Kapitalinvestitionen in Argentinien sprechen Kritiker auch vom Ausverkauf Argentiniens.

 

Moderne Bauten

In den letzten 10 Jahren ist der Rio del Plata immer wichtiger geworden. Unübersehbar deutlich wird das an Hochhäusern, die am Rande des Zentrums in den Himmel  ragen. In ihren gläsernen Wänden spiegelt sich das Wasser des Flusses. Nicht nur äußerlich erscheinen die modernen Gebäudetürme wie ein kühner Vorgriff ins nächste Jahrtausend. Als Kontrapunkt sind in den letzten Jahren die alten Lagergebäude am nahen Hafen restauriert worden. Nicht weit vom Bahnhof Retiro, etwa auf der Höhe Viamonte/Av. Eduardo Maderos, lernt man auf einem Spaziergang dieses neue und restaurierte Buenos Aires kennen. Die Präsidenten Roca und Mitre regten Ende des 19. Jahrhunderts den Bau von Hafenbecken und von großen Lagerhäusern an, die englische Firmen 1900-1905 im Stil der klaren, nüchternen britischen Gebrauchsarchitektur erbauten. Die restaurierten fast 100 Jahre alten roten Backsteingebäude betonen den Hafencharakter der Stadt, da viele Geschäfte und Restaurants dem Fluß zugewandt sind.

Dirk Bruns

 

Fernweh-Insider-Tip

Fernweh-Autor Dirk Bruns empfiehlt einen Ausflug zur Insel Martin Garcia. Um 8.00 Uhr morgens fährt ein Katamaran-Schiff durch das Delta und den Rio de la Plata drei Stunden zur Insel, die in der Mündung des breiten Flusses liegt. Die autofreie Insel ist mit ihrer vogelreichen Natur ideal zum Ausspannen und mit ihrer alten Festung, dem Jugendstilkino und dem Gefängnis auch historisch interessant.

 

Fernweh-Info Buenos Aires

 

So kommen Sie hin

Die fast 12.000 km lange Strecke nach Ezeiza, dem Flughafen von Buenos Aires, können Sie direkt von Frankfurt mit Lufthansa oder Aerolineas Argentinas in 14 Stunden zurücklegen.

 

Der Transport in die 30 km entfernte Innenstadt erfolgt per Bus (Manuel Tienda Léon, San Martin Bus, Preis 14 $).

Reizvoll ist die allmähliche Annäherung per Schiff. Sie ist in Personenkabinen auf Containerschiffen von Hamburg oder von Gdynia bei Danzig möglich. Die Vermittlung erfolgt über die Hamburg-Süd-Reiseagentur, Tel. 040/37050.

 

Einreise

Für Deutsche, Schweizer und Österreicher reicht ein Reisepaß, der allerdings noch drei Monate gültig sein sollte.

 

Botschaften

In Deutschland:

Republik Argentinien, Adenauerallee 52, 53113 Bonn,  Tel. 0228/228010,

Fax  0228/2280-130, geöffnet mo-do 9-17, fr 9-13 Uhr.

Botschaften deutschsprachiger Länder in Argentinien:

Deutsche Botschaft, Villanueva 1055, 1426 Buenos Aires, Tel. 778-2500, Fax 778-2550

Österreich, French 3671, 1425 Buenos Aires, Tel. 802-7195

Bot. der Schweiz, Av. Santa Fé 846, 12 St. Tel. 311-6491

 

Essen

Durch den Tag kommt man in Argentinien mit Café con leche con medialunas (Milchkaffee und Croissants), einer Empanada (Teigtasche), Pasta in allen Variationen, einem Sandwich mit Schinken und Salat, einem Bier mit einer Picada (Happen) und dann dem ab 21 Uhr eingenommenen Abendessen. Hier dominiert das wirklich hervorragende, gegrillte Fleisch (Asado), das saftig und in großen Portionen serviert wird, z.B. als lomo (Filet) oder Bife de Chorizo (Rumpsteak). Empfohlen sei der Besuch einer der vielen Fleischpaläste.

 

Unterkünfte

Von Jugendherbergen (10 Arg$) bis Luxushotels (100 Arg$ und mehr) herrscht in Buenos Aires kein Mangel. Die Touristenzentrale, die auch einen Stand auf dem Flughafen hat, informiert kompetent und freundlich.

 

Verkehrsmittel

Das Verkehrsnetz von Buenos Aires ist eines der dichtesten der Welt. Am bequemsten sind die schwarzen Taxen mit dem gelben Dach, die nicht teuer und in der Regel sicher sind. Von den Vororten fahren Stadtbahnen zu den Kopfbahnhöfen, an denen U-Bahnlinien beginnen. Die Subte (U-Bahn) hat auf fünf Linien über 58 Stationen. Um Zutritt zu bekommen, braucht man Alumünzen (fichas). Das populärste Verkehrsmittel sind die Colectivos (Busse), bei dem man mit Münzgeld in Fahrscheinautomaten bezahlt.

 

Kultureller Wegweiser

Als bester Wegweiser durch das unüberschaubare kulturelle Leben dieser lebendigen Metropole, durch die 94 Kinos, 30 Theater, Clubs, Tangolokale, Discos, Märkte,Belrühmtester Tanz Argentiniens: der Tango Ausstellungen ... dienen die Wochenendbeilagen der Tageszeitungen La Nación (Donnerstag), El Clarin (Freitag) und Pagina 12 (Samstag).

 

Geld

Seit 1991 heißt die Währung wieder Peso (Arg$), unterteilt in 100 Centavos. Abhängig vom Dollarkurs ist Buenos Aires in vielem nicht billiger als Deutschland.

Trinkgeld: In Restaurants sind 5-10% Trinkgeld üblich. Koffer- und Hotelboys erhalten etwa 0,5-1 Arg$.

 

Klima

Da Buenos Aires auf der Südhalbkugel liegt, fällt dort Weihnachten in die Sommerzeit. Durchschnittstemperatur: 

Jan. 24 °C, 

März 21,3 °C,

Juli 10,7 °C,

Okt. 16,8 °C.

 

Zeit

Die Zeitverschiebung beträgt im Winter 4, im Sommer 5 Stunden. Wenn die Argentinier um 22 Uhr zum Essen gehen, dann schlafen die Deutschen um 2 Uhr (Sommer 3 Uhr) schon tief.

 

Sprache

Es wird argentinisches Spanisch gesprochen. Viele Porteños sprechen auch Englisch, Französisch oder Deutsch.

 

Information

In Deutschland: Tourismusabteilung der Botschaft der Rep. Argentinien, Adenauerallee 52, 53113 Bonn, Tel. 0228/228010, Fax 0228/214809.

In Buenos Aires:

Centro Nacion. de Informacion:,

Santa Fé 883, Tel. 313-2232, gratis

080050016 (auch auf Deutsch)

Dirección de Turismo der Stadt

Buenos Aires, Sarmiento 1551, 5.

St., Tel. 374-1251.

 

Internet-Adressen:

http://www.buenosaires.de

 

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