Chile - Abenteuerland ohne Grenzen

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Abenteuerland ohne Grenzen

 

Insider-Tipps von FERNWEH zu Chile

Chile erleben

 

Chile: Erlebnis ohne Ende. Mit allem was die Erde an Naturschönheiten zu bieten hat. Wüste und Eisberge, Vulkane und Gletscher, Berge und Meer. Als Tor zur Antarktis ist der südlichste aller Staaten ein Eldorado für Reisende mit Lust auf Abenteuer

 

Wer seinen Rucksack für Chile packt, hat’s einfach, weil er alles mitnehmen kann – oder besser muß: Shorts und Badelatschen fürs Bad im Pazifik, leichte Baumwoll -Kleidung für das Flanieren im mediterranen Santiago de Chile und lange Unterhosen für die Touren im windigen Patagonien. Chile ist ein Eldorado für Leute, die gerne mal den Praxistest für ihre Funktionskleidung machen wollen. Von der trockensten Wüste der Welt bis zu bizarren Eisbergen läßt sich in vier Wochen alles erleben, was die Erde an Naturschönheiten zu bieten hat. Im Land, das von allen Staaten am südlichsten liegt und als Pforte zur Antarktis dient.

 

Einstieg ins Wunder-Land

Wer auf dem Flughafen von Santiago de Chile aus dem Flieger steigt, wundert sich erst mal über die dicken Füße – Erinnerung an den bis zu 20stündigen Flug über Brasilien und die Andenkette. Der Einstieg in das südamerikanische Wunder-Land beginnt immer in Santiago de Chile. Die chilenische Hauptstadt liegt ziemlich genau in der Mitte des längsten Landes der Erde, das mit seiner Nord-Süd-Ausdehnung von 4300 Kilometern ungefähr der Strecke von Skandinavien nach Gibraltar entspricht und mit 180 Kilometern Breite, eingezwängt zwischen Pazifik und Anden, außerordentlich schmal geraten ist. Klima und Landschaft sind äußerst kontrastreich: Leblose Sand- und Steinwüsten im Norden, arktische Kälte mit blauen Gletschern und hohen Fjorden in Patagonien, dazwischen vor schneegekrönten Vulkanen grüne Weideflächen mit Milchvieh, das an Schweizer Almen erinnert.Weite Landstriche sind menschenleer – in Chile leben gerade einmal 14 Millionen Menschen und fünf Millionen davon allein in der Hauptstadt. Die beste Sicht  auf die quirlige Metropole bietet der Blick vom Hügel San Cristobal, der sich mitten in der Stadt erhebt. Dort oben breitet eine dreißig Meter hohe, schneeweiße Madonna ihre Arme über die Stadt aus, die oft in einen gelb-grauen Smognebel gehüllt ist. Vom Aussichtsberg aus ist auch das National-Stadion gut zu erkennen, in dem 1962 das Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft ausgetragen wurde, das jedoch noch mehr als ein Jahrzehnt später für Schlagzeilen sorgte. Denn dort ließ General Pinochet nach dem Putsch vom 11. September 1973 massenhaft politische Gegner einsperren.Der folgende internationale Boykott war schuld daran, daß eines der touristisch vielseitigsten Länder der Erde kaum besucht wurde. Mit der Demokratisierung 1990 hat sich dies geändert: Chile will entdeckt werden.Zwei, drei Tage zum Eingewöhnen reichen für Santiago de Chile, das mit seinen Straßencafés unter platanengesäumten Flaniermeilen ein bißchen an Barcelona oder andere Mittelmeerstädte erinnert. Auf dem zentralen Plaza des Armas, vor der Kulisse der Kathedrale aus dem Jahr 1746, ziehen Luftballonverkäufer und Eismänner ihre Runden, Schuhputzer wienern alten chilenischen Männern mit weißen Schnurrbärten die Schuhe blitzblank, und am Sonntagvormittag gibt eine Militärkapelle in olivfarbener Uniform dazu ein Platzkonzert mit zackigen Märschen deutscher Komponisten.

 

Aufregende Kulisse

An Deutschland erinnert auch der kleine Ort Frutillar mit seiner Kirche und den schindelbedeckten Häusern, mit gepflegten Vorgärten und Hotel- und Restaurantschildern wie „Alt Salzburg“ oder „Bierstube“. Mit Massentourismus hat das allerdings nichts zu tun: In dieser Gegend siedelten vor rund 150 Jahren deutsche Auswanderer, die von einem besseren Leben in der Neuen Welt träumten und deren Nachfahren sich heute noch regelmäßig in einem deutschen Club treffen. Viel aufregender ist jedoch die Kulisse, die Frutillar bietet. Der ruhige Ort liegt an einem See, der den schier unaussprechlichen Namen Llanqihue trägt und sich in einem Gebiet befindet, das wegen seiner Seen, Wiesen und Weidelandschaften als „die Schweiz Chiles“ bezeichnet wird. An klaren Morgen spiegelt sich auf der trägen Wasseroberfläche die schneebedeckte Spitze eines Vulkans mit einem Bilderbuchkegel. 2600 Meter hoch erhebt sich der Osorno weithin sichtbar über dem Wasser so gut proportioniert, daß es eigentlich kein Zufall sein kann. Und er bleibt noch lange ein Begleiter bei der Weiterfahrt zu den Wasserfällen des Rio Petrohué, dessen blauschimmerndes Wasser über Steinplatten stürzt und Startpunkt für eine aufregende Rafting-Tour ist.

 

Ein Hauch von Sevilla

Wesentlich ruhiger geht’s bei einer Fahrt über den Lago Todos Santos zu, der an einem Allerheiligentag entdeckt wurde – deshalb der Name – und dessen steil aufragende Wände an den Königsee bei Berchtesgaden erinnern. Drei Stunden ist das Boot bei der Rundfahrt auf dem grünen Wasser unterwegs, genug Zeit, um an der Bar einen Aperitiv zu nehmen, der in Chile Nationalgetränk ist. Pisco Sour heißt das Gemisch aus Zitronensaft, Zucker und einheimischem Brandy, das in Chile jedes Essen begleitet .Wer nach Ausflügen zu den Seen Lust aufs Faulenzen am Pazifischen Ozean hat, kann sich in einen Bus setzen und nach einer mehrstündigen Fahrt Richtung Norden nach La Serena verwundert die Augen reiben: die Palmen, die Architektur, die Plätze – das alles hat einen Hauch von Sevilla. Und so soll es auch sein, denn ein früherer Stadtplaner und Bürgermeister der am Pazifik gelegenen Stadt krempelte die Stadt komplett um und machte sie so zu einem touristischen Gesamtkunstwerk. Hierher kommen die Chilenen aus allen Landesteilen vor allem in der Urlaubszeit, die um Weihnachten herum beginnt und Ende Februar langsam endet. Dann sind nicht nur die Strände übervoll, sondern auch alle Hotels und Pensionen. Wer dem Trubel und der Geschäftigkeit entfliehen will, muß nur seinen Rücken dem Meer zuwenden und einen Blick Richtung Horizont werfen. Dort sind in der heißen, flimmernden Luft Berge auszumachen. Sie umgeben das Elqui-Tal, eine auf den ersten Blick karge Gegend, in der braune, leblose Berge emporragen, auf denen außer Kakteen nichts wächst. Doch in der Talsohle hat sich der Mensch wieder einmal über die Natur in der öden, unwirtlichen Gegend hinweggesetzt. Es wurden Siedlungen mit flachen Häuschen errichtet, Wassergräben gezogen und guten Boden aufgetragen. So gedeiht in Chile Wein, der inzwischen auch in Europa seine Liebhaber gefunden hat. Das Grün des Reblaubs und die Brauntöne der umliegenden kahlen Gebirgszüge bilden einen starken Kontrast, bei dem Landschaftsästheten auf ihre Kosten kommen.

 

Trockenste Wüste der Erde

Doch mit grüner Landschaft, Laub oder Bäumen ist weiter nördlich endgültig Schluß. Dort beginnt die trockenste Wüste der Erde, in der seit Menschengedenken kein Regen mehr fiel – bis zum Jahreswechsel 1997/98 das Wetterphänomen El Niño alles durcheinanderbrachte und für die Sensation sorgte: Regen! Ansonsten präsentiert sich die Atacama-Wüste als trostlose, trockene, staubige Landschaft. Kein Reisender würde sich wohl in diese Landschaft verirren, gäbe es in diesem nördlichsten Teil Chiles nicht drei landschaftliche Attraktionen, für die das kleine Dorf San Pedro vor dem mächtig  aufragenden Vulkankegel Lincacabur der ideale Ausgangspunkt ist. Und das trotz Temperaturen von bis zu 40 °C, die tagsüber gemessen werden. Der Wind hat dort eine Landschaft so geformt, daß sie nicht anders heißen konnte als „Mondtal“: Schroffe Felsen ragen in die Höhe, und wenn die Sonne abends untergeht, taucht sie die ganze Landschaft in ein rötliches Licht. Nur wenige Kilometer davon entfernt wartet ein weiteres Naturschauspiel. Flamingos, die vor der Kulisse der erstarrten Vulkane ziehen, weisen schon den Weg in eine riesige Salzpfanne, die auf 2300 Meter Höhe liegt. Wenn im Frühjahr der Schnee in den Anden taut, verdunstet das Schmelzwasser auf seinem Weg hangabwärts aufgrund der hohen Temperaturen in der Atacama-Wüste, bis nur noch ein silbrig-schimmernder See aus scharfkantigen Salzkristallen übrigbleibt. Launen der NaturDoch die Natur hält noch eine weitere Laune bereit, die allerdings Opfer fordert: Um drei Uhr morgens klopft der Fahrer unerbittlich an die Zimmertür und mahnt zum eiligen Aufbruch. Er darf sich nicht verspäten, sonst spielt ihm die Natur einen Streich. Denn wer die dreistündige Fahrt zu den Geysiren von El Tatio auf sich nimmt, muß vor Sonnenaufgang ankommen, weil mit der Sonnenwärme das Spektakel beendet wird. Über holprige Pisten schaukelt der kleine Bus den Berg hinauf, bis auf eine Höhe von 4.600 Meter. Dort oben ist es bitter kalt. Der Boden und die wenigen Gräser, die dort wachsen, sind mit Rauhreif überzogen. Der Körper bibbert, der Kopf dröhnt, das Atmen, das Bewegen und auch das Bücken fallen schwer, doch die Entschädigung folgt. Auf einem topfebenen Gelände von der Größe von zehn Fußballplätzen steigen Dampffontänen in die Höhe. Überall brodelt siedend heißes Wasser aus Erdlöchern – so heiß, daß sogar die Frühstückseier darin gekocht werden können. Doch die Uhr läuft ab. Als nach einer knappen Stunde die Sonne ihre ersten Strahlen über die Bergkuppe schickt, wärmt das zwar angenehm, setzt dem Dampf-Schauspiel aber gleichzeitig ein jähes Ende.

 

Südlichste Stadt der Welt

Die Geysire von E1 Tatio können auf der Skala der Naturschönheiten Chiles jedoch noch übertrumpft werden – 4000 Kilometer weiter südlich, nach einem Inlandsflug nach Patagonien. Der erste Eindruck am Flughafen täuscht nicht: Saukalt ist es und windig. Die dicke Jacke leistet gute Dienste, und auch die Handschuhe und Mütze werden aus dem Rucksack hervorgekramt. Eine steife Brise fegt durch die Straßen von Punta Arenas, der südlichsten Großstadt der Welt und mit 100.000 Einwohnern auch größten Siedlung am Südzipfel von Chile. Von hier sind es nur noch 750 Kilometer bis zur Antarktis, und der Aufenthalt im Freien wird zum Kampf gegen den böigen Wind.Die Metropole am Ende der Welt diente vielen Forschern, Reisenden und Seemännern als Stützpunkt. Das ist heute noch so. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark Torres del Paine und teilt sich diese Aufgabe mit dem kleinen Ort Puerto Natales, der rund vier Fahrstunden entfernt liegt. Links und rechts von der Straße weiden Schafherden, neben dem Tourismus eines der wichtigsten Wirtschaftsgüter Patagoniens.Die bizarren Eisberge des Balmaceda-Gletschers in Patagonien

 

Blaues Wunder

Auf der Fahrt in den Nationalpark wird der Wagen ordentlich durchgeschüttelt. Am Horizont erheben sich die schneebedeckten Zinnen eines mächtigen Felsmassivs hinter einem türkisfarbenen See, über den der Wind mächtige Wellen peitscht.  Plötzlich ändert sich das Wetter: Der Wind hat sich gelegt und die Sonne wärmt. Doch nicht einmal eine halbe Stunde später ist die ganze Landschaft von dichtem Nebel eingehüllt. Ein ständiger Wetterwechsel – das macht den Reiz und die Urtümlichkeit Patagoniens aus. Und die Gletscher: Von Puerto Natales aus windet sich ein Fjord weit hinein in eine Bergwelt, vorbei an grüngestrichenen Häuschen, die genausogut auch in Norwegen stehen könnten. Drei Stunden ist das Schiff bei Wind und Wetter unterwegs, dann taucht in der Ferne das blaue Wunder auf: der Balmaceda-Gletscher. Aus über 2000 Metern Höhe fällt er steil ab ins Meer und bietet dabei ein grandioses Farbenschauspiel. Je nach Sonnenstand schimmert das Blau mal mehr, mal weniger intensiv – eine Farbe, deren Ton sich ins Gedächtnis einprägt, genauso wie das Weiß des schneebedeckten Osorno-Vulkankegels und das Braun der Atacama-Wüste.

Ulrich Spitzmüller

 

Nützliche Reisetipps von der FERNWEH-Redaktion

 

So reisen Sie nach Chile

Chile wird von der einheimischen Gesellschaft Lan Chile sowie von allen großen europäischen Fluglinien (British Airways, Lufthansa, Iberia, Air France, Swiss Air, KLM) mehrmals wöchentlich angeflogen. Für den Flug müssen je nach Airline und Umsteigeflughäfen zwischen 16 bis 20 Stunden gerechnet werden. Für die Einreise ist kein Visum erforderlich, der Reisepaß (mindestens noch sechs Monate gültig) genügt.

 

Unterwegs in Chile

Chile verfügt über ein ausgezeichnetes Busnetz sowohl im Nahverkehr als auch für Fernverbindungen, bei denen oft riesige Strecken mit bis zu 24stündiger Fahrzeit zurückgelegt werden. Verbindungen bestehen mehrmals täglich. Keine Anst vor langen Busreisen: Die Sitze sind sehr bequem, breit, bieten viel Beinfreiheit. Im Bus werden Kaffee und Getränke serviert und amerikanische Videofilme gezeigt. Am schnellsten und bequemsten sind die Expreßbusse, bei denen sich sogar die Rückenlehne zum Schlafen zurücklegen läßt. Weniger komfortabel und vor allem langsamer ist die Bahnfahrt auf der Strecke zwischen Santiago und Temuco. Im Norden führt eine Bahnlinie von Aruca nach Bolivien, die jedoch oft ausgebucht ist. Die weiten Strecken in Chile lassen sich gut mit Inlandsflügen zurücklegen.            Die Flüge müssen bereits in Deutschland bezahlt und gebucht werden.

 

Unterkunft – kein Problem

Hotels und günstige Pensionen auf europäischem Niveau sind in jedem touristischen Ort zu finden.

 

So bezahlt man in Chile

Währung ist der chilenische Peso, gezahlt werden kann auch mit Dollar, allen gängigen Kreditkarten oder Dollar-Traveller-Cheques.

 

Sprache

Es empfiehlt sich, ein paar Brocken Spanisch zu lernen! Englisch wird nicht überall gesprochen, bei touristischen Anbietern ist Englisch jedoch kein Problem. Die Chilenen sind in der Regel sehr freundlich und machen es einem leicht, sich auch mit wenig Spanisch und Händen und Füßen einigermaßen zu verständigen.

 

Gesund auf Reise

Impfungen sind nicht erforderlich, spezielle Risiken bestehen nicht. Medikamente sind in den Städten gut erhältlich. Gefahr droht bei Ausflügen in die Anden oder zu den Geysiren von Tatio wegen der extrem dünnen Luft über 3000 Metern Höhe. Sie kann zu Kopfschmerzen führen.

 

Zeit

Die Zeitdifferenz zu Europa (MEZ) beträgt regulär vier Stunden (Sommerzeit beachten !)

 

Die richtige Kleidung

Je nach Aufenthaltsort: Für den sonnigen Norden leichte Baumwollkleidung, für die Landesmitte bequeme Sommerkleidung, für Patagonien sind jedoch warme Kleidungsstücke, Handschuhe, Schal, dichtes Schuhwerk, winddichte Jacken, lange Unterwäsche unbedingt erforderlich.

 

Die beste Reisezeit

In Chile herrscht verkehrte Welt: Im Süden ist es kalt, im Norden ist es heiß. Wenn Europa friert, ist in Chile Hochsommer. Chile liegt auf der Südhalbkugel, die Jahreszeiten sind gegenüber Europa umgekehrt. Beste Reisezeit ist deshalb im chilenischen Frühling, Sommer und Herbst von Oktober bis März. Im Winter (Juni bis August) ist es kalt, in den Anden fällt Schnee, dort laufen die Skilifte.

In Patagonien weht ganzjährig ein bisweilen sehr kalter Wind.

 

Informationen:

Pro Chile, Kleine Reichenstraße 1/IV in 20457 Hamburg, Tel. 040/33 58 35.

 

 

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