Großbritannien: Cornwall

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Cornwall – entlang des South West Coast Path

Idyllische Yachthäfen, raue Steilküsten, Palmen und Wandern pur

Auf der britischen Halbinsel Cornwall werden Wanderer auf dem South West Coast Path sportlich gefordert, und die pittoresken Fischerdörfer umringt von unberührter Landschaft sind Inspiration für Künstler aus aller Welt

Der South West Coast Path ist mit insgesamt über 1000 Kilometern der längste Wanderweg Englands. Er führt von Minehead in Somerset nach South Haven Point in der Nähe von Dorset. Er bietet unterschiedliche Schwierigkeitsgrade: vom Sportmuffel bis hin zum Sportjunkie – für jeden ist etwas dabei. Um die Schönheit Cornwalls zu erleben, ist das Wandern mit Sicherheit die beste Methode. Nur so lassen sich auch die abgelegensten Buchten und die Natur in ihrer ganzen Bandbreite erleben.

Da Cornwall die südwestlichste Grafschaft Englands ist und direkt am Golfstrom liegt, ist das Klima sehr gemäßigt. Die Winter sind mild, so dass der Besucher hier und da sogar auf Palmen stößt. Mit Regen muss man trotzdem oft rechnen. Das Wetter kann sehr schnell umschlagen. Der Regenschutz gehört deshalb unbedingt für den Wanderer zur Ausrüstung dazu.

Newquay – Surferparadies mit Rummelplatzatmosphäre

An Newquay führt kein Weg vorbei. Die Stadt ist einer der Dreh- und Angelpunkte Cornwalls. Hier landen die Flugzeuge, die ihre Gäste über London nach Cornwall transportieren. Vor allem bei Surfern ist die Stadt sehr beliebt. Diese kommen in Scharen in ihren alten, oft bunt bemalten VW-Bussen, um mit ihren Surfbrettern die Wellen Newquays zu erobern.

Das Nachtleben haben die meist minderjährigen Besucher fest im Griff. Nachts verwandelt sich das tagsüber eher ruhige und schmucklose Städtchen in einen großen Rummelplatz, inklusive Riesenrad und bunten Lichtern.

Perranporth – so klein die Stadt, so weit der Strand

Von Newquay aus erreicht man auf einer moderaten, ca. 18 Kilometer langen Strecke des South West Coast Paths den Ort Perranporth. Bereits zu Beginn dieser Strecke ist der Wanderer abhängig von den Gezeiten. Bei Flut ist die Brücke, die zum Coast Path führt, nicht passierbar. Stattdessen muss die weniger romantische A 392 Gannel Link Road ein Stück entlang herhalten, bevor man einen Trampelpfad erreicht. Hier beginnt der eigentliche Weg, meist mit Blick auf das funkelnde Meer.

Durch dschungelartiges Gewächs und über große Sanddünen erreicht man Crantock Beach, der vor allem bei Ebbe und gutem Wetter zur Badepause einlädt. Die Beschilderung lässt manchmal etwas zu wünschen übrig und beschert dem Wanderer den ein oder anderen Umweg.

Die letzten 4,5 Kilometer des Coast Paths führen genau über den  Perran Beach. Unendlich weit liegt der Sandstrand bei Ebbe vor einem. Nach insgesamt ca. 5 Stunden liegt dann der kleine Ferienort Perranporth vor dem Wanderer.

Fahrt mit Meerblick: der Weg von Newquay nach Perranporth ist abwechslungsreich

St. Ives – das Licht von Cornwall

Von Perranporth aus sind es knapp 49 Kilometer bis nach St. Ives, dem Juwel Cornwalls. Der Weg dorthin ist meist moderat, nur der Abschnitt von Porthtowan nach Portreath fordert den Wanderer etwas stärker.

Das in Cornwall allgegenwärtige Geschrei der Möwen verstärkt sich hörbar, nähert man sich St. Ives. Fast scheint es so, als würden auch die Möwen von der besonderen Atmosphäre St. Ives´ angezogen werden. Das kleine Städtchen verdankt seine Popularität vor allem dem besonderen Licht, das viele Künstler aus aller Welt anzieht und inspiriert. Das Licht umhüllt den Ort mit seinen kleinen Gassen und dem Yachthafen. St. Ives ist berühmt für zahlreiche kleine Galerien. Hauptattraktion ist das Tate St. Ives am Porthmeor Beach. Hier werden Werke der Künstler von St. Ives ausgestellt.

Die drei weiten Strände sind bekannt für ihre gute Wasserqualität und bei Surfern ebenso beliebt, wie bei Familien und Sonnenanbetern.
Auf dem St. Ives Head steht die kleine Fischerkirche St. Nicholas Chapel. Von dort oben hat der Besucher einen guten Blick über die ganze Stadt und das Meer. Dies macht sich auch die Küstenwache zu Nutzen, die hier ihren Ausguck hat.

Abends findet in St. Ives das Leben in erster Linie am Hafen statt. Hier reihen sich Pubs und Restaurants aneinander. Es gibt Live Musik, Fish’n’Chips und das typisch englische Ale-Bier.

Virginia Woolf

Die britische Schriftstellerin Virginia Woolf verbrachte in ihrer Kindheit die Sommermonate der Jahre 1882 bis 1894 mit ihrer Familie in St. Ives. Im Sommerhaus der Familie, dem Talland House, sah sie abends aus ihrem Zimmer das beruhigende Licht des Godrevy- Leuchtturms blinken. Mit dem Roman „To the Ligthouse“ setzte sie ihm ein literarisches Denkmal. St. Ives  inspirierte sie außerdem zu den Romanen „The Wave“ und „Jacob`s Room“. Heute sind fünf Ferienwohnungen im Talland House untergebracht.

Zahlreiche Pubs im Hafen von St. Ives sorgen für gute Stimmung

Zennor

Die ca. 11 Kilometer lange Strecke von St. Ives nach Zennor ist sehr anspruchsvoll und muss zum großen Teil erklettert werden. Riesige Steinhaufen, sog. Findlinge, versperren immer wieder den Weg und machen festes Schuhwerk zum absoluten Muss. Auch geht es oft steil bergan, was die Kletterpartie noch anstrengender werden lässt. Im Vorteil ist hier, wer mit leichtem Gepäck unterwegs ist. Der South West Coast Path verläuft oft sehr nah am Abgrund, so dass es sich empfiehlt möglichst schwindelfrei zu sein. Dann aber lohnt sich der Blick auf das an die Klippen donnernde Meer. Mit etwas Glück können ab und zu auch Delphine gesichtet werden, die sich in den einsamen Buchten vergnügen.

Um nach Zennor zu gelangen, verlässt man den Wanderweg nach ca. 11 Kilometern. Man biegt links ab auf einen anderen Weg, der nach ca. 800 Metern direkt in das kleine Dorf hineinführt. Viel gibt es in Zennor nicht zu sehen. Es gibt eine Kirche, ein Museum, eine Jugendherberge und einen Pub – den Tinners Arms, in dem sich 1916 D. H. Lawrence mit seiner Frau niederließ. Nach der anstrengenden Wanderung bietet es sich an, hier neue Kräfte zu sammeln.

Land’s End – Großbritanniens westlichster Festlandpunkt

Der Wanderweg nach Land´s End führt entlang einer beeindruckenden Steilküste. Von Zennor aus sind es gut 20 Kilometer bis zum westlichsten Punkt des englischen Festlandes.

Land´s End ist ein sehr beliebtes cornisches Ausflugsziel. Hat man sich erst einmal durch das Vergnügungsviertel mit Restaurants und „Light Shows“ gekämpft, erwartet den Besucher wieder die grandiose Landschaft Cornwalls. Vor allem bei gutem Wetter lohnt sich hier ein Fotostop.

Penzance – Verkehrsknotenpunkt mit Flair

Nach einer teilweise anstrengenden Wanderung auf dem Küstenwanderweg, erreicht der Besucher Penzance.

Nach den vielen kleinen Dörfchen mutet Penzance fast großstädtisch an. Die Stadt ist der Verkehrsknotenpunkt der Penwith-Halbinsel. Von hier aus gelangt der Besucher überall hin. Es gibt einen Busbahnhof, von dem z. B. die beliebten Orte Marazion und Mousehole gut zu erreichen sind. Außerdem gibt es einen Fährhafen und einen Heliport. Von hier aus gelangen Gäste auf die Isles of Scilly. Die Scillys liegen ca. 50 km vor Cornwalls Küste und sind beliebte Ausflugsziele.

Penzance selber besitzt eine Hauptstraße – die Market Jew Street – auf der sich zahlreiche Läden befinden. Von Klamotten bis zu Leckereien wie den typisch cornischen „Pasties“ – herzhaft oder süß gefüllte Teigtaschen – findet sich hier alles. Von der Hauptstraße geht die Chapel Street ab, in der die Mutter der Brontë-Schwestern geboren wurde. Zahlreiche Pubs und andere Restaurants sorgen ebenfalls für das leibliche Wohl. Des Weiteren befindet sich in der Chapel Street das 1830 erbaute Ägyptische Haus mit Stilelementen aus pharaonischer Zeit. Im Untergeschoss ist ein Laden des National Trust untergebracht.

Das 1830 erbaute Ägyptische Hause steht in der Chapel Street in Penzance

Mousehole – klein aber…

Mousehole ist ein kleines Fischerdörfchen in der Nähe von Penzance, mit einem für Cornwall typischen, malerischen Hafen. Der zum Schmunzeln verleitende Name wird nicht wie „Mauseloch“ ausgesprochen, auch wenn es so gut passen würde. Die Bewohner legen Wert darauf, dass es „Mousel“ heißt. Klein ist der malerische Ort trotzdem, allerdings nicht was die Preise angeht. In erster Linie seinem Namen zu verdanken hat es das Dörfchen wohl, dass so viele Besucher von ihm angezogen werden. Vor allem in der Hauptsaison ist es schwierig ein Zimmer zu bekommen – außer man ist bereit, dafür ein kleines Vermögen auszugeben. Es empfiehlt sich in Penzance zu übernachten und die regelmäßig verkehrenden Busse für einen Ausflug nach Mousehole zu nutzen.

Marazion – im Schatten des St. Michael’s Mount

Marazion ist die älteste Stadt Cornwalls und von Penzance aus ebenfalls gut mit dem Bus zu erreichen. Doch auch zu Fuß sind die 5,4 Kilometer schnell gewandert. Die Strecke ist sehr moderat und stellt überhaupt keine besonderen Anforderungen an den Wanderer. Bei Ebbe kann man direkt den Strand entlang gehen, dem Marazion Marsh, der hier und da auch zur Badepause einlädt. Schon von Weitem hat der Besucher bei klarem Himmel den St. Michael´s Mount ständig im Blick, und sieht ihn beständig näher kommen.

Das hübsche kleine Städtchen Marazion wird oft von den Besuchern gar nicht richtig wahrgenommen, kommen die meisten Leute doch wegen des St. Michael´s Mount. Der Felsen ragt ca. 400 Meter vor Marazion aus dem Meer. Die Sehenswürdigkeit auf dem Inselberg ist ein altes Kloster, das im 11. Jh. von Benediktiner-Mönchen errichtet wurde. Bei Ebbe kann der St. Michael´s Mount  zu Fuß erreicht werden. Bei Flut fahren ständig Boote von Marazion aus zu der Insel hinüber. Die Überfahrt dauert ca. 2 Minuten und kostet 1,50 Pound pro Person.

Porthleven – der südlichste Hafen Großbritanniens

Von Marazion nach Porthleven sind es ca. 17 Kilometer. Zu Beginn der Strecke gibt es keinen richtigen Pfad. Alles in allem ist der Abschnitt bis Prussia Cove aber moderat. Erst für die letzten 10 Kilometer wird es anstrengender und der Wanderer sollte sich vom Abgrund fernhalten. Die Route ändert sich oft aufgrund von Erosion. Es wird empfohlen immer den neusten Pfad zu nehmen, auch wenn der alte noch intakt erscheint.

Das Fischerdörfchen Porthleven besitzt wie die meisten cornischen Orte einen malerischen Hafen, in dem die Boote auf den Wellen schaukeln. Doch dieser Hafen ist ein besonderer, nämlich der südlichste Großbritanniens. Dies ist allerdings der einzige Rekord, den Porthleven hält. Obwohl der Ort sehr klein und eher ruhig ist, versprüht er trotzdem einen gewissen Charme. Lässt man den Hafen hinter sich und sieht sich im Rest des Ortes um, fühlt man sich vor allem bei gutem Wetter wie auf einer Mittelmeerinsel gestrandet. Die meist weißen Häuser bilden einen Kontrast zu dem azurblauen Himmel und dem tiefblauen, funkelnden Meer. Und wie immer in Cornwall wird der Besucher begleitet vom Möwengeschrei, das ihn in den Schlaf wiegt und morgens auch wieder weckt.

Der älteste Hafen Großbritanniens liegt in dem kleinen Fischerdorf Porthleven

Text und Fotos: Angelique Schnabel

Alle Angaben wurden von der Autorin nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Fernweh.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

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Iles of Scilly – Südseeinseln im Atlantik

Vor der Halbinsel Cornwalls liegen die Iles of Scilly. Auf den über 140 kleinen Inselchen leben insgesamt nur ca. 2000 Einwohner, denn nur 5 der Inseln sind bewohnt und auch für Besucher zugänglich. Durch ihre günstige Lage inmitten des Golfstroms herrscht hier subtropisches Klima und erinnert eher an die Südsee als an den rauen Nordatlantik. Mit ca. 2000 Sonnenstunden im Jahr kennen die Scillonians nur Frühling und Sommer.

Die Iles of Scilly sind auf zwei Wegen zu erreichen: von Penzance aus entweder innerhalb von 20 Minuten per Helikopter, oder in über 2,5 Stunden per Schiff mit der Scillonian III. Egal wie, man landet zunächst auf St. Mary’s, der mit 10 km² größten der 5 bewohnten Inseln. Die vier anderen Inseln heißen Tresco, St. Martin’s, St. Agnes und Bryher. Boote verkehren jeden Tag zwischen den Inseln, so dass Inselhopping kein Problem darstellt.

 

Praktische Tipps zu Cornwall

Bed & Breakfast

Westbourne B&B
(von der Autorin getestet)
DZ  En-suite inkl. sehr üppigem Frühstück 60 Pound
http://www.cornwall-online.co.uk/westbourne/

Talland House Apartments
Moira Eddy, c/o Brookland Court, Green Lane, Lelant, St Ives, Cornwall,
TR26 3DT
Tel: 01736 755050
150–850 Pound/Woche
enquiries@tallandhouse.com

Camping (von der Autorin getestet)

St. Ives
2 Backpackers, 1 Zelt, 15,50 Pound
https://www.ayrholidaypark.co.uk/park/

Newquay
Trencreek Holiday Park, 2 Backpacker, 1 Zelt, 14 Pound
http://www.trencreekholidaypark.co.uk/

Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
23 Belgrave Square, London SW1, Tel. 020/78 24 13 00, Fax 78 24 14 35

Botschaft der Republik Österreich
18 Belgrave Mews West, London SW1, Tel. 020/72 35 37 31, Fax 73 44 02 92

Schweizer Botschaft
16 Montagu Place, London W1, Tel. 020/76 16 00 00, Fax 77 24 70 01

Hotel (von der Autorin getestet)

Longboat Hotel Penzance
DZ En-suite inkl. Frühstück 60 Pound, ohne Frühstück 49,90 Pound
http://www.thelongboathotel.net/

 Bei Booking.com... hier buchen.

Pubs (von der Autorin getestet)

Penzance:
Longboat Hotel, Market Jew Street, Penzance, Cornwall TR18 2HZ

Porthleven:
The Harbour Inn, direkt am Hafen gelegen, im Sommer Biergarten, jeden Tag ein anderes Curry of the day

Sonstiges

Verkehrsregeln
Es herrscht Linksverkehr

Währung
Die Währung in England ist das Pfund Sterling (£). Ein Pfund sind 100 Pence. 1 Euro entspricht ca. 0,67 £.

Klima
Gemäßigte Klimazone; feucht und aufgrund des Einflusses des Golfstroms wärmer als in Gebieten auf den gleichen Breitengraden

Notruf
999, für Krankenwagen, Feuerwehr, Polizei und Küstenwache

Zeit
GMT (Greenwich Mean Time), 1 Stunde zurück

Web
http://www.cornwall-online.co.uk/
http://www.stives.co.uk/
http://www.tallandhouse.com
http://www.stmichaelsmount.co.uk/
http://www.scillyonline.co.uk/
http://www.scilly.gov.uk/