Costa Rica - Auf dem Höhepunkt der Panamericana

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Costa Rica

Auf dem Höhepunkt der Panamericana

So gelangt man zum Höhepunkt der Traumstraße

 

Wo dieTraumstraße ihr großartigstes Panorama bietet

 

 

Die Panamericana, berühmteste Straße der Welt, verläuft von Alaska im Norden bis zur südlichsten Spitze des amerikanischen Kontinents nach Feuerland. Der im wahrsten Sinne des Wortes Höhepunkt dieser spektakulären Route mit über 3000 m Höhe und grandiosen Ausblicken liegt in Costa Rica.

 

 

Costa Rica und Umgebung- Karte

 

Höher als die Zugspitze

In Costa Rica ist die (Carretera) Interamericana oder auch Panamericana, wie sie in Lateinamerika heißt, noch intakt. Und es ist dort, daß sie einige der großartigsten Panoramen ihres gesamten Verlaufs bietet. Südöstlich der Landeshauptstadt San José muß der Highway nämlich die zentrale Kordillere der mittelamerikanischen Landbrücke überqueren. Dabei werden weit über 3000 Meter Höhe erreicht. Und das ist höher als die Zugspitze! Man darf sich von der „Traumstraße der Welt“, so ein weiteres gängiges Etikett, südlich der Vereinigten Staaten indes nicht das Bild einer großzügigen, mehrspurigen Autobahn machen. In Zentralamerika entspricht sie kaum mehr als einer deutschen Bundesstraße zweiter Ordnung, und selbst im relativ reichen Costa Rica macht sie insofern keine Ausnahme. Die Panamericana ist außer im urbanen Umfeld von San José durchweg zweispurig.

 

Nichts für Zaghafte

Man liest in Reiseberichten wiederholt von einer „teuflischen“ Route über die costaricanische Bergkette. „Nichts für Zaghafte“, steht dort, und man stellt sich atemberaubende Serpentinen, bröckelnde Haarnadelkurven und herzbeklemmende Perspektiven in schwindelnden Tiefen vor. Kurvenreich ist die Panamericana zwar, wie sollte es anders sein in einer wildzerklüfteten Bergdschungelregion. Doch es gibt weder enge Serpentinen noch steile Schründe, und die Steigungen sind ebenfalls moderat. Die Straße dient vor allem dem LKW-Verkehr, und die schweren Trucks, zumeist sträflich überladen, haben mit „Hochprozentigem“ wenig am Hut. Wenn Anlaß zum Zagen besteht, so ist dafür der Fahrstil vieler Latinos verantwortlich. Überholen vor oder in der Kurve? Nur zu, der Herr wird’s schon richten! Vielen richtet er es allerdings nicht. Entlang der Panamericana reihen sich jede Menge Grabkreuze. In dem kleinen Land mit 3,3 Millionen Einwohnern sollen es jährlich 7000 Verkehrstote geben!

Am Todesberg

Im Frühjahr wird es im Tiefland Costa Ricas siedend heiß. Temperaturen bis in den knapp Vierzig-GDer Gipfel des antennen-bestandenen rad-Bereich sind dann gang und gäbe. Welch ein Luxus, innerhalb von einer oder zwei Stunden bequem in Gefilde hinaufrollen zu können, in denen das Thermometer nachts auf den Gefrierpunkt sinkt und wo auch tagsüber der Pullover angesagt ist. Es gibt sogar ein Dörfchen namens „Siberia“ am Highway; offenbar aus guten Gründen so benannt. Am Paß des Cerro de la Muerte erreicht die Panamericana ihren höchsten Punkt. Den Gipfel des heute antennen -bestandenen „Todesberges“, 3491 Meter hoch, kann man über eine kleine Seitenstraße erreichen. Der anrüchige Name stammt noch aus alten Zeiten, als Ochsenkarrentrecks über den Paß führten und sich immer wieder tödliche Unfälle ereigneten. Der Gipfel als solcher trägt heute die freundlichere Bezeichnung „Cerro Buenavista – Berg der schönen Aussicht“.

Üppige Vegetation

Selbst in dieser relativ großen Höhe ist die Vegetation noch bemerkenswert üppig. Der Highway führt entlang seiner höchsten Strecke über etwa 40 km hinweg durch natur -geschütztes Gelände aus sogenanntem Paramo, zumeist in den Wolken In der Höhe ist die Vegetation noch bemerkenswert üppigliegendem Hochwald, Ausläufer riesiger Dschungelgebiete, die sich weiter östlich anschließen. Nur kleine Fincas – Farmen – unterbrechen das dichte Grün links und rechts dieses Korridors an einigen Stellen. Auf einer dieser Minifarmen wurde 1948 Costa Ricas ruhmloser Bürgerkrieg losgetreten, immerhin aber der einzige. Heute hat das Land nicht einmal mehr eine Armee.Es ist der Zufall, der mich zu solch einer Finca führt. Bei km 92 (ab San José) der Panamericana treffe ich Anabel, die mich fragt, ob ich auf ihrer Finca logieren möchte.  Preisvorstellung: zehn Dollar pro Kopf, Vollpension.Die Panamericana führt unmittelbar an Anabels Finca vorbei, und das Geröhr der schweren Motorbremsen reißt uns mitunter aus dem Schlaf, denn die Trucks fahren vor allem nachts – und wie! Doch tagsüber ist es umso ruhiger. Schon in einiger Entfernung verschwindet Amerikas wichtigster Highway in dem alles überwuchernden Grün, und die Geräuschkulisse wird von den dicken Polstern der Hochgebirgsflora bald endgültig gedämpft. Schmale, zum Teil stark verwachsene Pfade münden hier und da in den Paramo. Bis hinauf zum Cerro kann man fernab der Straße durch dichten Eichen- und Buschwald klettern. Von oben bieten sich prächtige Ausblicke: Nebelverhangener Dschungel, aus den Tälern steigende Kumulussäulen, Brokkoli -Landschaften, so weit das Auge reicht. Erd- und Brombeeren in Fülle und immer wieder herrliche Pflanzen. Alpine Eindrücke, während im Tiefland die Hitze flimmert.

Null Grad sind überall kalt

Die Sonne knallt gewaltig auf über dreitausend Metern, und wer nicht aufpaßt, verbrennt sich im Nu die Haut. Abends wird es jedoch rasch kühl. Anabels bullernder Kanonenofen wird schon am Spätnachmittag als höchst angenehm empfunden, nicht minder die heiße Milch aus eigener Produktion. Sogar einen vorzüglichen Käse stellt die unermüdlich werkelnde Frau her und serviert ihn uns voller Stolz. Gegen eine dritte Wolldecke protestiert auch niemand.Am Morgen bedeckt eine dünne Eisschicht den Ententeich der Finca und macht Temperaturmessungen überflüssig. Null Grad sind in den Tropen genauso kalt wie anderswo, bringen einen aber besonders dort ganz schön zum Bibbern. Der gute costa -ricanische Kaffee, dampfend heiß, lindert indes auch diese Härten.Roland Hanewald

 

Fernweh-Info Costa Rica

So gelangt man zum Höhepunkt der Traumstraße

Die beschriebenen Sektionen der Panamericana erreicht man, sofern man kein eigenes Auto steuert, mit Bussen, die zwischen San José und der Provinzhauptstadt San Isidro de El General verkehren.

Abfahrten: tagsüber etwa alle 1-2 Stunden. Zu beachten ist, daß man sich nicht in einen Nonstop-Bus setzt, der unterwegs auf keinen Fall anhält; also vorher fragen.

Hier können Sie übernachten

Es gibt etwa 4 km vom Cerro de la Muerte (Richtung San Isidro) im Dorf Villa Mills das Hotel „Las Georginas“ (Tel. 771-1299), eine sehr einfache Bleibe, in deren zahlreichen Gästezimmern vor allem Trucker absteigen. Das Essen im (durchgehend geöffneten) Restaurant ist reichlich, gut und billig. Nicht jedermanns Sache: an der Theke sind  Bilder von Verkehrsunfällen ausgestellt. Anabel Consecas Finca befindet sich in der Kurve bei km 92. Jeder Busfahrer kennt sie.

 

Die beste Reisezeit

Von Dezember bis Mai ist in der genannten Region durchweg mit wenigen oder gar keinen Regenfällen zu rechnen - es sei denn, der berüchtigte El Niño schickt einmal ein paar Schauer außer der Reihe hinüber. Wolken bilden sich in den Bergen jedoch fast immer, und im dicken Nebel ist es auch unter Hochdruck naß und kalt. Gewarnt seien vor allem Motorradtouristen, die im glutheißen Tiefland dazu neigen, diese Verhältnisse zu unterschätzen und im T-Shirt auf die Reise gehen.

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