Hamburg Elbphilharmonie

Anzeige

Elphi: Zimmer mit Aussicht in Hamburgs Elbphilharmonie

Hamburgs neues Wahrzeichen – Hotel und Restaurants kämpfen noch mit Kinderkrankheiten 

Das imposante Gebäude ist ein Star. Jetzt schon. Nach nur wenigen Monaten gehören ihm die Schlagzeilen. Fast zwei Millionen Neugierige haben sich auf der Besucherplattform und dem Walk-around umgesehen, unter Umständen auch noch im Souvenirshop eingekauft. Das nennt man wohl einen erfolgreichen Start.

Die von  den geschäftigen Schweizer Architekten Herzog und de Meuron (u.a. Allianz-Arena, München; Olympiastadion, Peking) entworfene Elbphilharmonie in Hamburgs noch wachsender Hafen-City ist ein Hingucker. Absolut. Das alte Wahrzeichen der Hansestadt, der Michel, hat einen würdigen Nachfolger gefunden. „Elphi“, wie der teure Neubau von den Norddeutschen schon liebevoll genannt wird,  hat das Zeug zum Worldwide-Meisterwerk. Das Luxushotel (Westin) in den oberen Etagen verspricht ein „Wohlfühlort am Tor zur Welt“ zu sein. Stimmt das? Wir haben’s ausprobiert.

Hamburg ist jetzt mehr denn je eine Reise wert. Das ist sicher. An Elphi müssen wir uns aber noch gewöhnen. Der Hotelzugang liegt sozusagen um die Ecke und erinnert doch stark an einen Lieferanteneingang. Wir wollen um 19 Uhr essen gehen – geht aber nicht! Zumindest nicht im Brauhaus der Brauerei aus Stralsund, die einem berühmten Seeräuber, der wohl einstmals in HH sein Leben ließ, in Elphis heiligen Hallen ein flüssiges Denkmal setzt. Denn ab 18 Uhr speisen die Konzertbesucher, die mit dem Erwerb der begehrten Philharmonie-Karten wohl auch direkt einen Tisch reservieren. „Sie können gerne nach 20 Uhr kommen“, meint ganz schön schnippisch das Reservierungsmädel – und wir gehen in Elphi-Sichtweite und doch außerhalb essen – beim Thai. Übrigens: In der Probierstube der Brauerei (auf der 6. Etage direkt über dem Brauhaus) kann man auch um 19 Uhr einige Kleinigkeiten essen, z.B. eine Currywurst mit Pommes – und  dazu leckere Craftbiere testen.

Unser Elphi-Check: Einige Kinderkrankheiten müssen noch kuriert werden – im Bau wie auch im Hotel. Das Gebäude hat viel von einem Irrgarten, die Ausschilderung ist nicht wirklich gelungen. Toiletten sind Mangelware – mal müssen müssen ist vor allem für die Damenwelt ein quälendes Suchspiel. Die superlange Rolltreppe zur Plaza läuft lahm und ist lange nicht so spektakulär wie etwa die superschnellen und wirklich langen Rolltreppen in der Metro in Moskau.

Einfach nur „Wow“  ist die Aussicht aus den riesigen Fenstern der Hotelzimmer auf die Hafen-City, die Speicherstadt und das Kreuzfahrt-Terminal. Allerdings: Diesen Blick muss man natürlich teuer bezahlen – aber wer will in der einmaligen Elphi schon einen „room without a view“? Das Zimmer ist leider nur mäßig geputzt, vor mir wohnte hier wohl eine Rothaarige… Auch eine Leseleuchte am sehr guten Kingsizebett ist defekt und für die Kaffeemaschine gibt’s keinen Kaffee. Guter Service in einem 5-Sterne-Haus sieht eigentlich anders aus.
Beim Frühstück fällt auf, dass es reichhaltigere Hotel-Alternativen gibt. Nur eine Kaffee-SB-Station ist zu wenig, da ist Schlange stehen programmiert.  Ebenso wird die Eier-Station bei unserem Besuch nur auf Nachfrage besetzt.

Böse Zungen sagen schon, man müsse bei Elphi halt Kosten einsparen, schließlich wurde der Prachtbau zehnmal teurer als geplant. Und wie es sich für ein Großprojekt in  Deutschland gehört, wurde auch die Eröffnung in der Hafen-City sieben Jahre später als angekündigt gefeiert. Der Berliner Immer-noch-nicht-fertig-Airport lässt grüßen.  Sei’s drum: Die Elbphilharmonie ist der neue Foto-Star im deutschen Norden. Meine Nacht mit Elphi war nett – ich war drin und tue es gerne noch einmal. Dann, wenn’s auch mal Konzertkarten gibt…

Buchtipp Hamburg:
Der aktuell ziemlich beste Hamburg-Reiseführer hat mit Matthias Kröner ein Franke geschrieben, der aber schon lange am Meer, an der Ostsee bei Lübeck lebt. Die dritte Auflage von „seinem“ Hamburg ist nun auch um ein umfangreiches Kapitel zur Hafen-City und der Elbphilharmonie erweitert worden. Wer die Hansestadt an der Elbe jetzt oder demnächst besucht, tut gut daran, diesen nützlichen und kenntnisreichen Begleiter im Handgepäck zu haben. Kröner liefert u.a. viele konkrete Touren-Vorschläge durch die Hansestadt und glänzt mit einigen geldwerten Praxistipps. Ein starkes Stück Hamburg auf fast 300 Seiten.  (ari)

Hamburg, ISBN: 978-3-956 545092, Michael Müller Verlag, Erlangen
Auflage: 2017, 16,90 Euro
Bei Amazon bestellen hier...

Dieser Reisereport wurde unabhängig recherchiert, fotografiert und geschrieben.

Alle Angaben wurden von dem Autor nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Hayit Medien-Redaktion sowie von Fernweh.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text: Alexander Richter
Fotos: Alexander Richter, Sophie Wolter

Anzeige

Mallorca - Nützliche Reisetipps A-Z

Fernweh-Reiseführer: Jetzt bestellen!

Anne Grießer
Nützliche Reisetipps A-Z: Mallorca
Die schönsten Urlaubsorte, die besten Strände. Ausflugstipps ins Inselinnere. Events, Essen und Trinken, Sport.
124 Seiten, davon 16 Farbseiten, 108 schwarz-weiß Seiten, inklusive 3 Übersichtskarten
ISBN 978-3-87322-284-7
1. Auflage Februar 2019
14,95 Euro

... beim Verlag bestellen

...bei amazon bestellen

Unterstütze Fernweh.de

100% unabhängig

Auswandern nach Neuseeland

Viele Tipps und Infos zu Visum und Einreise, Jobsuche und Leben in Neuseeland

133 Seiten, s/w -Fotos
Print 3-87322-276-2, 19,95 EUR
eBook PDF 3-87322-277-9, 14,99 EUR

im Hayit-Shop: ...hier

bei amazon: ...hier

Anzeige