Museumsinsel

Anzeige

Die Museumsinsel in Berlin

Von Frank Tetzel

Die Berliner Museumsinsel zwischen der Spree und dem Kupfergraben stellt ein einzigartiges Ensemble von Museumsbauten weltweit dar. Nicht von ungefähr hat die UNESCO diese Stätte 1999 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Zwischen 1830 und 1930 entstanden auf dem Eiland beeindruckende Galerien.

Auch bei uns in Berlin gibt es mal Regentage. Und was macht die Familie da? Wir kosten zusammen die unendliche Fülle der Berliner Museen aus. Natürlich können wir mit unserer fast vierjährigen Sophie nicht die geballte Ladung Kultur auf einmal konsumieren. Bilder und Figuren sieht sich unsere Kleine jedoch besonders gerne an. Da ist die Museumsinsel die richtige Adresse. Besonders beeindruckend sind für sie zurzeit die „Jesusbilder mit dem Esel". Damit sind Gemälde der Nazarenergruppe um Friedrich Overbeck in der „Alten Nationalgalerie" gemeint. Natürlich können wir immer nur eines der vielen Museen auf der Insel zwischen Spree und Kupfergraben besuchen. Und danach belohnen wir uns alle mit einem großen Eis.

„Altes Museum" als Kern der Insel
Das „Alte Museum" von 1830 wurde nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbaut. Es war der erste öffentliche Museumsbau Preußens überhaupt. 1859 entstand das „Neue Museum", 1876 die „Alte Nationalgalerie". Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, 1904, folgte das Bode-Museum und 1930 das Pergamonmuseum. Im Zweiten Weltkrieg wurde diese einzigartige Museumslandschaft zu fast zwei Dritteln zerstört. Bis heute dauern die Rekonstruktionsarbeiten an. Sie sollen jedoch bis zum Jahr 2015 abgeschlossen sein. Damit werden auch die Sammlungen, die durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs und die deutsche Teilung auseinander gerissen wurden und über Jahrzehnte getrennt in Ost und West zu sehen waren, wieder zusammen geführt.

Neugestaltung der Museumsinsel
Die ersten Schritte zur Gesamtgestaltung der Museumsinsel sind getan. Die Alte Nationalgalerie wurde im Dezember 2001 dem Publikum wieder zugänglich gemacht. Im Zuge der feierlichen Wiedereröffnung des Bode-Museums mit der Skulpturensammlung, dem Museum für Byzantinische Kunst, dem Münzkabinett und Werken der Gemäldegalerie im Oktober 2006 ist die Museumsinsel ihrer angestrebten Gestaltung einen großen Schritt näher gekommen.

Provisorien und Umbauarbeiten
Trotzdem bleiben einige Provisorien bestehen: Im Obergeschoss des Alten Museums wurde im August 2005 das Ägyptische Museum eröffnet, das dort bis zu seinem Umzug ins Neue Museum im Jahr 2009 bleiben wird. Im Untergeschoss des Alten Museums kann man den kleineren Teil der Antikensammlung besuchen. Das Pergamonmuseum beherbergt derzeit den Hauptteil der Antikensammlung sowie das Museum für Islamische Kunst und das Vorderasiatische Museum.

Was noch zu tun ist
Nach der Auslobung eines internationalen Architekturwettbewerbes stehen nun folgende Aufgaben fest: die denkmalgerechte Grundinstandsetzung der fünf Museumsgebäude sowie ihre Verbindung auf der Ebene der Sockel- bzw. Kellergeschosse durch drei neue Verbindungsbauten. So entsteht eine die Sammlungen verknüpfende Ausstellungsachse, die so genannte „Archäologische Promenade". Sie soll als konzeptionelles Rückgrat der Museumsinsel dienen und zugleich die architektonische Eigenständigkeit der historischen Bauten bewahren.

Weiterhin soll ein effizientes Erschließungskonzept innerhalb der einzelnen Häuser sowie eine häuserübergreifende Wegeführung mit einer Vielzahl von Spezialrundgängen in den Häusern geschaffen werden. Hinzu kommt noch der Hauptrundgang durch die Großarchitekturen des Pergamonmuseum. Außerdem besteht die Aufgabe der Entwicklung eines übergreifenden Infrastrukturkonzeptes mit der Errichtung eines Neuen Eingangsgebäudes und eines Besucherzentrums. Und das Pergamonmuseum soll durch einen vierten Flügel am Kupfergraben zur Schließung des Rundgangs auf der Hauptgeschossebene sowie zur Präsentation der ägyptischen Großarchitektur ergänzt werden.

 Museumsinterne Funktionen sollen über kurz oder lang auf die dem Bodemuseum gegenüberliegenden "Museumshöfe" verlagert und um- bzw. neu gestaltet werden. Darüber hinaus werden die Freiflächen auf der Museumsinsel hergerichtet mit dem Ziel der Öffnung sämtlicher Bereiche für die Museumsbesucher. Auch eine neue Wegführung durch der Höfe des Bodemuseums ist bereits in Planung.

Und zu guter Letzt steht noch die Entwicklung und Umsetzung eines Corporate Designs, das der Museumsinsel ein einheitliches Erscheinungsbild verleiht, und eines innovativen Leit- und Informationssystems an.

Streit über Architektur
Ein Streit ist in der deutschen Hauptstadt um den so genannten Berliner Louvre entbrannt. Damit ist – in Anlehnung an die gläserne Pyramide vor dem Louvre in Paris – das zentrale Eingangsgebäude für Besucher gemeint. Es soll als Veranstaltungs- und Informationszentrum und als Ort für Sonderausstellungen fungieren, da das Museumsverständnis des 21. Jahrhunderts ein anderes ist als vor 200 Jahren. Auf den Besucherandrang der heutigen Zeit sind die Bauten von damals nicht ausgelegt. Das Gebäude soll ein freistehendes Haus werden. Erste Ideenansätze des britischen Architekten David Chipperfield stießen bei einigen Berlinern auf wenig Gegenliebe. Sie gründeten eine Bürgerinitiative und streben ein Volksbegehren gegen den Bau an. Merkwürdig nur, dass derzeit noch nicht einmal eine wirkliche Zeichnung eines Entwurfes steht. Die Initiatoren der Gegenbewegung, geführt von „Wer wird Millionär"-Mann Günter Jauch, Lea Rosh, Verleger Wolf Jobst Siedler sowie dem Historiker Arnulf Baring, sind der Ansicht, dass „das modernistische Eingangsgebäude das Gesamtbild der Museumsinsel zerstören würde“. Sie wollen die „künstliche Brutalisierung und totale Zerschlagung" eines „in 100 Jahren durch geniale Baumeister entstandenen historischen Kulturerbes" verhindern. Außerdem befürchten die Gegner in diesem Zusammenhang, dass die UNESCO der Museumsinsel den Rang des Weltkulturerbes aberkennen könnte, wenn das nach dem Kunstmäzen „James Simon" benannte Gebäude errichtet wird. Ausgang des Streits ist –wie eigentlich immer in Berlin – zunächst offen.

Die Museumsinsel in Berlin-Mitte
Information: 030-2663660
Infotelefon Museumsinsel: 030-20905577
www.smb.museum

Zur Museumsinsel zwischen Spree, Kupfergraben und Friedrichswerderschem Markt gehören:

<typolist>

Alte Nationalgalerie 

Altes Museum (mit Teilen der Antikensammlung und Ägyptischem Museum )

Pergamonmuseum (mit Teilen der Antikensammlung, Vorderasiatischem Museum und dem Museum für Islamische Kunst)

Bode-Museum (mit Münzkabinett, Skulpturensammlung) 

Museum für Byzantinische Kunst

</typolist>

Eintrittspreise für den Standort Berlin-Mitte der Staatlichen Museen:
Eintritt für alle Häuser an diesem Standort 12 Euro, ermäßigt 6 Euro
Bei Sonderausstellungen gelten andere Eintrittspreise.

Hauskarten verkaufen:

<typolist>

Alte Nationalgalerie

Altes Museum: im Preis enthalten sind Antikensammlung, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Bode-Museum: im Preis enthalten sind Münzkabinett, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Pergamonmuseum: im Preis enthalten sind Antikensammlung, Vorderasiatisches Museum, Museum für Islamische Kunst

</typolist>

Je Haus 8 Euro, ermäßigt 4 Euro
In der Friedrichswerderschen Kirche ist der Eintritt frei.
Freier Eintritt in alle Schausammlungen für Jugendliche und Kinder bis 16 Jahre

Donnerstags ist Museumsabend:
Jeweils vier Stunden vor Schließung erhalten alle Besucher freien Eintritt in die Dauerausstellungen.

Gemeinschaftskarte Berliner Museen
Drei-Tage-Karte Berliner Museen
15 Euro, ermäßigt 7,50 Euro (ohne Sonderausstellungen) 

Jahreskarte
für Dauerausstellungen 40 Euro, ermäßigt 20 Euro (ohne Sonderausstellungen)
Die Jahreskarte ist personengebunden und nicht übertragbar. Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Jahreskarte.

Jahreskarte PLUS
für Dauerausstellungen und Sonderausstellungen für 80 Euro, ermäßigt 40 Euro
Gilt nur für Ausstellungen, die ausschließlich von den Staatlichen Museen zu Berlin veranstaltet und durchgeführt werden

Führungen
Öffentliche Führungen 3 Euro
Führungsanmeldung für alle Museen unter Tel: 030-2663666
Info-Telefon: 030-2663660

Freien Eintritt erhalten:

<typolist>

Besucher an jedem Donnerstag vier Stunden vor Schließung

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr

Schülerinnen und Schüler im Rahmen betreuten Schulunterrichts

Studierende im regulären Vorlesungsbetrieb der Universitäten und Fachhochschulen in Begleitung einer Dozentin/eines Dozenten

Mitglieder von Fördervereinen eines Museums der Staatlichen Museen zu Berlin, die sich als solche ausweisen, in allen Dauerausstellungen
In Sonderausstellungen haben die Mitglieder des Fördervereins desjenigen Museums, das die Ausstellung durchführt, freien Eintritt.

Inhaber eines Presseausweises

Sozialhilfeempfänger mit amtlichem Ausweis 

Die ärztlich als notwendig anerkannte Begleitperson eines Schwerbehinderten, sofern dies im Schwerbehindertenausweis vermerkt ist 

Besucher der Lese- und Studiensäle

</typolist>

 

Verlängerte Öffnungszeiten jeden Donnerstag bis 22 Uhr in folgenden Häusern:
Neue Nationalgalerie, Gemäldegalerie, Pergamonmuseum, Alte Nationalgalerie, Antikensammlung im Alten Museum, Bode-Museum

Verkehrsverbindungen für die Museumsinsel
mit der U 6 bis „Friedrichstraße“
mit den S-Bahnen S 1, S 2, S 25 bis „Friedrichstraße“ oder mit S 5, S 7, S 75 und S 9 bis „Hackescher Markt“
mit der Tram M 1 oder 12 bis „Am Kupfergraben“ oder mit M 2, M 4, M 5 und M 6 bis „Hackescher Markt“
mit dem Bus TXL bis „Staatsoper“ sowie den Bussen 100 und 200 bis „Lustgarten“, mit dem Bus 147 bis „Friedrichstraße“

Anzeige

Mallorca - Nützliche Reisetipps A-Z

Fernweh-Reiseführer: Jetzt bestellen!

Anne Grießer
Nützliche Reisetipps A-Z: Mallorca
Die schönsten Urlaubsorte, die besten Strände. Ausflugstipps ins Inselinnere. Events, Essen und Trinken, Sport.
124 Seiten, davon 16 Farbseiten, 108 schwarz-weiß Seiten, inklusive 3 Übersichtskarten
ISBN 978-3-87322-284-7
1. Auflage Februar 2019
14,95 Euro

... beim Verlag bestellen

...bei amazon bestellen

Unterstütze Fernweh.de

100% unabhängig

Auswandern nach Neuseeland

Viele Tipps und Infos zu Visum und Einreise, Jobsuche und Leben in Neuseeland

133 Seiten, s/w -Fotos
Print 3-87322-276-2, 19,95 EUR
eBook PDF 3-87322-277-9, 14,99 EUR

im Hayit-Shop: ...hier

bei amazon: ...hier

Anzeige