Nordirland Gourmet – Belfast eine kulinarische Entdeckung

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Nordirland Gourmet – eine kulinarische Entdeckung

Nordirland als Gourmet-Destination? Aber ja doch. Noch vor ein paar Jahren wäre wohl keiner deswegen in den Norden der irischen Insel gefahren. Das hat sich gründlich geändert. Also auf nach Belfast und Umgebung.

Fresh, local, seasonal
Vom Flughafen in Dublin geht es zuerst nach Dundrum, das ca. 60 km südlich von Belfast, in der Nähe von Newcastle liegt. Der Chef der „Mourne Seafood Bar“, Andy Rea, kam nach längerem Auslandsaufenthalt in den 90er Jahren zurück und eröffnete vor rund sieben Jahren seine Restaurants hier und in Belfast. „In Nordirland haben wir keine historisch gewachsene Essenskultur", sagt er, „das wollte ich ändern“. Und das ist ihm unter dem Motto „Fresh, local, seasonal“ gelungen. Es startet mit frischen Austern, belegt mit Radieschenfäden, scharfen Zwiebeln und Kräutern. Es folgt eine legierte Suppe mit Fischstückchen und Muscheln, dazu Brot und als Getränk ein kräftiges Stout-Bier. In einer Weißwein-Sahne-Soße gekochte Muscheln munden danach vorzüglich. Als Hauptgericht kommt ein „Hake“ Seehecht auf einem Tomaten-Bohnen-Bett, umrandet von Petersilienpesto. Getränkter Schokokuchen, Eis und Karamellsoße krönen als Nachtisch. Dafür, dass man hier in Nordirland bis vor kurzem eigentlich nichts aus dem direkt vor der Türe liegenden Meer aß, ist dieser Einstand gelungen. Ringsum im Raum ist kein Platz mehr frei. Wer also zu erträglichen Preisen gut essen möchte, sollte vorher reservieren.

In der Mourne Seafood Bar gibt es unter dem Motto „Fresh, local, seasonal” frische Austern, Fisch und Muscheln (Foto: Wolfgang Grüner)
Frische Austern Mourne Seafood Bar in Belfast

Modern aus alter Zeit
Am späten Nachmittag in Newcastle: Auf einem kleinen Hügel, direkt an einer Meeresbucht, steht ein Prachtbau aus roten Ziegeln. Es ist das „Slieve Donard Resort & Spa“. Kaum eingetreten, fühlt man sich sogleich zurück in die Zeit der Queen Victoria versetzt. Im Jahre 1896 erbaut als luxuriöser Endpunkt der „Belfast und County Down Eisenbahn“, irgendwann etwas verkommen, in den 70er Jahren wieder zum feinen Leben erwacht und zu Recht zwischenzeitlich mit vielen prestigeträchtigen Preisen bedacht. Viele individuell gestaltete Räume mit Kamin laden zum Verweilen ein, so der Zeichen-Raum, der Große-Kaffee-Raum, der Schreib-Raum, das Raucher-Zimmer, der Billard-Raum mit einem Hauch von Dekadenz. Frühstück, Abendessen und der traditionelle „Afternoon-Tea“ werden im opulent eingerichteten „Oak-Restaurant“ serviert. Wer es nicht ganz so feierlich haben möchte, findet weitere Gelegenheiten in der Chaplins-Bar, einem „Inn“ und diversen Lounges. Die 180 Zimmer, 100 Executive-Rooms und sechs Suiten sind groß, gediegen eingerichtet und mit moderner Technik ausgerüstet. Schön ist die Aussicht auf die Meeresbucht und die Hügel von Mourne. Ein großes Spa über zwei Etagen mit 20 Meter Meerwasserschwimmbad, Türkischem Bad, Sauna, Massagen, Fitness-Geräten erfüllen den Anspruch auf Erholung.

Opulente Gebäude wie das „Slieve Donard Resort & Spa” bei Newcastle versetzen in die Zeit der Queen Victoria (Foto: Wolfgang Grüner)
Slieve Donard Resort & Spa in Newcastle, Nordirland

Feine Küche bei Brunels
Das Abendessen findet im Restaurant „Brunels“ in Newcastle statt. Ein Blick auf die Speisekarte zeigt eine von frischen Zutaten aus der Umgebung inspirierte Küche. Es beginnt mit aromatisch-dunklem Brot. Als Getränk empfiehlt sich ein kräftiges Red Earle Ruby Ale aus eine der vielen, neu entstandenen Mikro-Brauereien. Es folgt ein in Gin marinierter Lachs mit Verbena-Öl, Kohlrabi-Stückchen, einem Kranz aus Gurken-Gazpacho und bestreut mit karamellisierter Buttermilch. Bei Niedrigtemperatur langsam geröstete Mourne-Lamm-Schulter auf einem Risotto vom Butternuss-Kürbis, begleitet von knusprigen Pastinaken-Crisp, Madeira-Soße mit Tupfern von Schokoladen-Malz-Konzentrat komplettiert das Geschmackserlebnis. Weiter geht es mit einem Steak vom Dromara-Beef. Rote Zwiebeln und knusprigen Röhrchen mit Ochsenschwanzgeschmack stecken in einem Rauch-Zwiebel-Püree, umgeben von Pilz-Ketchup und feinen Schinken-Fäden, darüber frische Kräuter. Ganz dem Herbst angepasst, erfreut der Nachtisch mit einer Creme aus den lokalen gelben Küstenbeeren, Hagebutten-Sirup, überstreut mit knusprigem Müsli aus Kürbiskernen mit brauner Butter, dazu Baiser-Tupfer aus Zitrone, Thymian und Fenchel. Paul Cunningham ist hier der Chef; er hat sich von seinem Großvater inspirieren lassen, der sich mit der umgebenden Natur bestens auskannte und sein Wissen an ihn weitergab. Das Ergebnis sind die Geschmackskompositionen in diesem empfehlenswerten Restaurant.

Die Dromara Hills: Heimat des Dromara-Beef (Foto: Wolfgang Grüner)
Dromara Hills, Nordirland

Butter von Will und Allison Abernethy
Richtig gute, natürliche Butter kommt nicht aus dem Supermarkt. Die wird noch von Hand hergestellt und das tun Will und Allison Abernethy in den Dromara Hügeln auf ihrer Beech Tree Farm mit wahrer Begeisterung. Inmitten idyllisch-grüner Umgebung der Lagan-Täler grasen die Kühe und liefern die Grundlage. Wie man die cremige Butter ohne künstliche Zutaten (außer ein wenig Salz) nach traditioneller Art herstellt, demonstriert Will in einem launigen Vortrag. Wie wohlschmeckend das Produkt ist, hat sich herumgesprochen. Nicht umsonst findet man die verschiedenen, mit vielen Auszeichnungen bedachten Butter-Variationen in den besten Hotels und Restaurants bis hin nach London. Die gerollte Butter gibt es in diversen Sorten mit Salz, mit Rauchgeschmack, Brandy-Butter oder mit Meersalz und Lappentang.

Abernethy Butter auf der Beech Tree Farm: Inmitten der idyllischen Lagan-Täler wird nach traditioneller Art schmackhafte Butter hergestellt (Foto: Wolfgang Grüner)
Abernethy Butter auf der Beech Tree Farm in Nordirland

Sodabrot und mehr vom Krazi-Baker
Was wäre Butter ohne Brot und auch da gibt es prämierte Ware vom „Krazi-Baker“. Der hat einen Stand auf dem Folktown-Market Bank Square in Belfast. Der findet jeden Donnerstag statt, kaufen kann man hauptsächlich hausgemachte lokale, landwirtschaftliche Produkte, aber auch Handwerk und Kunst. Mark Douglas bäckt nach alter irischer Tradition hier seine diversen Brotsorten auf gasbefeuerten Blechen. Grundlage des Sodabrots ist ein Teig aus Weizen, Backnatron, Salz und Buttermilch. Auswahl gibt es reichlich, reines Sodabrot, mit Zuckersirup, mit Armagh’s Bramley-Äpfeln und Zimt, Kartoffelbrot, auch mal mit Blutwurst, Käse oder Chili. Das ist zwar kein Brot im deutschen Sinne, schmeckt aber vorzüglich.

Am Stand von „Krazi-Baker” auf dem Folktown-Market Bank Square in Belfast gibt es ganz besondere Brotsorten (Foto: Wolfgang Grüner)
Krazi-Baker in Belfast

Die Belfast Food Tour
Auf eine kurzweilige „Belfast Food Tour“ geht es mit Caroline Wilson. Sie ist Expertin, kennt jedes Geschäft, jeden Händler und führt Gruppen mit profunden Kenntnissen und lockerer Heiterkeit durch ein Reich an Gaumenfreuden, die man sonst allein gar nicht fände. Es beginnt in einem mit Köstlichkeiten aus aller Welt überfüllten Geschäft, dem „Sawers“ in der College Street. Die Gourmetzentrale gibt es schon seit 1897. Was es auch immer in der Welt der feinen Genüsse gibt, hier bekommt man es zu kaufen. Und was ganz wichtig ist: Eigentlich kann man fast alles probieren, richtig hungrig geht hier keiner raus. Auch Experten können hier Neues entdecken, wie einen wunderbaren schwarzen Cheddar-Käse mit Guinness-Bier, Kaviar-Chips, eine milde Blutwurst „Black Pudding“ und vieles mehr. Für den kleinen Durst zwischendurch empfiehlt sich ein Besuch in „The Garrick“ in der Chichester Street, hier kann man diverse Biere probieren – und nicht nur die allseits bekannten Sorten. Inzwischen hat sich auch in Irland ein Trend zu Mikro-Brauereien durchgesetzt, deren Erzeugnisse zwar nicht immer gelingen, für Überraschungen jedoch allemal gut sind.

Die Belfast Food Tour führt durch die Gourmet-Geschäfte der Stadt (Foto: Wolfgang Grüner)
Food Tour in Belfast

Steaks bei Deanes
Der Abend gehört dem „Deanes Restaurant“ in der Howard Street, das zwölf Jahre lang einen Stern hatte. Heute ist das nicht mehr so, aber das Angebot ist immer noch spitzenmäßig. Michael Deane ist eine Art Fanatiker für gutes Essen und lebt das in seinen sieben Restaurants auch aus. Auch wenn der Hunger nicht so groß ist, so kann man bei drei verschiedenen, perfekten Steaks mit passenden Beilagen doch nicht widerstehen. Nicht weit entfernt in der Oxford Street gibt es das hoch bewertete Restaurant „Ox“, das jetzt den Stern hat.

Doch Panik auf der Titanic
Vor dem Abendessen muss es aber noch ein absolutes Highlight sein: denn Belfast besuchen ohne die Titanic zu erleben, geht nicht. Am Originalplatz, wo das wohl berühmteste Schiff der Welt gebaut wurde, gibt es seit 2012 ein futuristisches Museum. Über sechs Stockwerke und in neun Galerien wird die Geschichte des Schiffes von den ersten Entwürfen bis zum allseits bekannten tragischen Ende 1912 erzählt, und das auf informative Weise. Es laufen Filme, interaktiv lässt sich vieles selbst steuern, kleine und große Geschichten über Arbeiter, Passagiere und Zeitgeschichte hören und sehen. Zwischendurch geht es mit einer Art Gondelbahn am Schiffsrumpf entlang und dann wieder hinauf. Eigentlich! Aber mittendrin stoppt die Seilbahn, wackelt bedenklich und es geht nicht weiter. Ratlosigkeit allenthalben, dann ruckt es, ein paar Meter weiter und schon wieder Stillstand. Aufgeregte Museumsbeschäftigte wuseln umher und beruhigen die Passagiere – keine Panik auf der Titanic – und nach gut einer Viertelstunde geht es dann wirklich weiter.

Einen ganzen Tag kann man hier drinnen verbringen und hat dann doch noch nicht alles gesehen. Auch draußen geht es noch weiter. Entlang einer Metallschiene kann man auf dem Originaldock das ganze Schiff ablaufen. Ich stelle stelle mich auf den Bug der Titanic – und jetzt fehlt nur noch Kate Winslet?

Oftmals vergessen: Die berühmte Titanic wurde in Belfast gebaut – ein eigenes Museum erzählt ihre Geschichte (Foto: Wolfgang Grüner)
Titanic Museum in Belfast

The Giant´s Causeway
Was ist gut 60 Millionen Jahre alt, liegt etwa 80 km nördlich von Belfast, besteht aus circa 40.000 Basaltsäulen und wird jährlich von mehr als 700.000 Touristen besucht? Diesmal kein kulinarisches Highlight, sondern ein Naturwunder, das man unbedingt besuchen muss: The Giant´s Causeway. Eine hübsche Sage rankt sich um die Entstehung, tatsächlich sind die bis zu 12 m hohen Formationen durch vulkanische Aktivitäten entstanden. Heiße Lava floss ins Meer und bildete so die meist sechseckigen Säulen, andere Querschnitte sind auch zu sehen. Alles hier ist gut organisiert: ausreichend Parkplätze, freundlicher Service, ein sehr interessantes Besucherzentrum, Toiletten und ein Café. In gut 20 Minuten erreicht man zu Fuß das Meer und weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll, so überwältigend ist der Anblick. Ranger passen auf, dass man nicht zu leichtsinnig wird, immerhin gibt es auf der gut 5 km langen Gesamtdistanz einige heikle Stellen. Bei gutem Wetter kann man bis Schottland blicken. Gut, dass man den Weg zurück auch mit dem Bus fahren kann. So viel Natur macht hungrig und so geht es – an Bushmills vorbei, eigentlich schade, da kommt der gute Whiskey her  –, nach Portstewart.

Der Giant´s Causeway ist das berühmteste Naturwunder Nordirlands und um die 60 Millionen Jahre alt (Foto: Wolfgang Grüner)
Giant´s Causeway in Nordirland

Harry´s Shack Hütte am Strand
Hier serviert in einer kleinen rustikalen Hütte am Strand Irlands Restaurant des Jahres 2014, „Harry´s Shack“, den Fang des Tages mit frischem Gemüse, leckerem Brot und feinen Desserts. Auf dem Tisch steht schon eine Auswahl örtlicher Biere, wieder von kleinen Brauereien. „Kölsch“ gibt es auch, zumindest so etwas Ähnliches. Schmeckt eigentlich gut, hat aber zu viel Kohlensäure. Im kleinen Glas kommt ein Salat, herzhaftes Brot, auch in einer Art Knäckebrot-Variante, dann scharfe Chicken Wings mit Soja und Honig überbacken, buntes Gemüse ergänzt. Große Muscheln im Topf in Cider-Sahne-Soße mit Gersten-Graupen füllen die Zeit zwischen den verschiedenen Bieren. Eine Art Eintopf aus Tomaten, Babykartoffeln und Kräutern bildet die Grundlage für einen sanft gebratenen Seehecht. Eigentlich reicht das schon, aber es kommt noch ein großes Stück gegrillte Makrele mit einer Auflage von Kartoffeln und Gemüse, herrlich aromatisch mit Chorizo-Wurst-Würfeln verfeinert, deftig und sehr lecker. Einfache Gerichte ohne großes Brimborium, hier macht es die Frische und die ehrliche Zubereitung mit der perfekt abgestimmten Würzung. Da passt einfach alles – wohl das Geheimnis der Küche von Donal Doherty und Chef Derek Creagh.

Harry´s Shack: In Irlands Restaurant des Jahres 2014 wird täglich der Fang des Tages serviert (Foto: Wolfgang Grüner)
Harry´s Shack in Nordirland

Noblesse im Ardtara Country House
Es ist schon dunkel, da wird das „Ardtara Country House“ in Upperlands, unweit der North Antrim Küste erreicht. Schade dass man vom großen Park ringsum wenig sieht. Dafür gibt es in dem alten Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert viel zu entdecken und gut zu essen. Ausgezeichnet mit Titeln wie „Schönster Platz in England und Irland 2010“, „Romantischstes Hotel des Jahres“, „Beste Neue Küche in Ulster 2015“ usw. stand das Haus lange leer, bis zwei Damen 1995 es wieder zum Leben erweckten. In den verschwenderisch mit original Mobiliar ausgestatteten Räumen mit viel Zierrat, Büsten, Uhren, allerlei Tand, Blumen und den anheimelnden Kaminen mit echtem Holzfeuer fühlt man sich sofort wohl.

Luxuriöse Atmosphäre auch im holzgetäfelten Restaurant mit gleich zwei Kaminen, schönem umlaufenden Tapetenfries mit Jagdmotiven, Bildern und Jugendstil-Glaswänden. Das Essen von Chef Eddie Attwell kann kommen. Diverse Weine sind schon da, serviert vom überaus freundlichen Personal beginnt es mit einer legierten Suppe mit Kümmel, daneben saure Gurke und etwas gedünstetes Gemüse, dazu hausgebackenes Brot. Viel zu selten auf den Speisekarten, kommt danach eine Taubenbrust, knuspriges Kartoffelpüree, weiße Bohnen und Radieschen an einer aromatischen Soße. Rotwildrücken mit Wirsing, samtigen Kartoffelpüree, Pithivier-Pastete mit Möhrenmarmelade und Artischocken an einer kräftigen dunklen Soße erfreuen als Hauptgericht.

Draußen regnet es beständig. Wie schön wäre es, den Abend im Raum mit der kleinen Bar zu verbringen, aber es geht zurück nach Belfast.

Das Restaurant im Ardtara Country House wurde mit dem Titel „Beste Neue Küche in Ulster 2015” ausgezeichnet (Foto: Wolfgang Grüner)
Ardtara Country House in Ulster, Nordirland

Angebote auf St. George´s Market
Ein kurzer Abstecher auf den ältesten Markt Belfasts „St. George´s Market“ in der  East Bridge Street, den gibt es hier seit 1604, das Gebäude seit 1896. Die rund 250 Stände bieten alles an, was man auf Lebensmittelmärkten findet, aber auch Handwerkskunst und Trödel. An den Essständen wird alles frisch zubereitet, sie sind schon am Morgen dicht umlagert und es herrscht eine fröhliche Stimmung. Je nach Wochentag differiert das Angebot, am Freitag gibt es mehr als 20 Fischstände, Samstag mehr Futterbuden, am Sonntag mehr Kunst und Kitsch mit Live-Musik. Da kann man es schon ein paar Stunden aushalten und es sich gut gehen lassen.

Das Apfel-Festival
Es regnet wieder mal, aber kaum aus Belfast hinaus wird es schön, genau richtig um in der kleinen Ortschaft Richhill das „Richhill Apple Harvest Festival“ zu besuchen, das es aber nur Ende Oktober gibt. Ein kleiner Landmarkt, der die Produkte der Umgebung präsentiert, hauptsächlich den berühmten Apfel „Armagh Bramley“ und was man daraus machen kann: Cider, Saft, Kuchen, Schnaps, Chutneys, Marmeladen usw. Natürlich kann man alles probieren. Wer mehr Hunger hat, futtert gebackenen Schinken, dicke Burger oder Steaks. Sehr interessant sind die Angebote der lokalen Käsehersteller, da warten feine Sorten auf Entdeckung. Ringsum tobt das Leben einer Kleinstadt, da spielt Musik, dort singt ein Kinderchor, es gibt eine Kochschau, einen Tanzwettbewerb und Basteldemonstrationen. Stolz flanieren die fein gewandeten Dorfhonoratioren und grüßen artig jeden der kommt.

Auf dem Richhill Apple Harvest Festival gibt es neben dem berühmten „Armagh Bramley” Apfel, allerlei Produkte aus der Umgebung (Foto: Wolfgang Grüner)
Richhill Apple Harvest Festival in Nordirland

Hausgebrautes Bier gegenüber dem Donaghmore Cross
In der Castelcaulfield Road in Donaghmore steht seit dem 18. Jahrhundert, gegenüber dem berühmten Stein-Kreuz aus dem Jahr 1000, das „Brewer´s House“. Rustikal und gemütlich eingerichtet, fühlt man sich gleich wohl und wartet gespannt, denn die Küche verspricht hohe Kochkunst. Als Getränk bietet sich natürlich der gute lokale Apfelschaumwein „Cider“ an, den es in vielen verschiedenen Sorten gibt. Oder man gibt sich dem hausgebrauten Bier „Red Hand Pale Ale“ hin. Ein gebackenes Törtchen, gefüllt mit Chorizo-Wurst und cremigen Schafskäse der Leggygowan-Farm, umlegt mit Spinat, verfeinert mit einer Emulsion aus Rapssamen und Balsamico-Essig, stimmen gut ein. Auf einem Salatbett folgt ein Burger, belegt mit Wildbret, umhüllt von einer groben Marmelade aus roten Zwiebeln, sehr knusprig die drei Mal gebackenen Chips dazu, da stimmt die Kombination der Aromen. Zum Nachtisch der berühmte Armagh-Bramley-Apfel, vereint mit der nicht minder bekannten Birne der Gegend, umflossen von einem süßen Cider-Sirup, dazu Brombeeren, Vanille-Eis-Creme und Gebäck. Was will man mehr?

Im beschaulichen Ort Donaghmore mit eigenem Friedhof gibt es das „Brewer´s House” mit rustikalen Gerichten (Foto: Wolfgang Grüner)
Brewer´s House in Donaghmore, Nordirland

Elegante Opulenz im Lough Erne Resort
Ein wenig Ruhe und Entspannung wäre jetzt nicht schlecht und dazu geht es nach Enniskillen in das „Lough Erne Resort“, wo 2013 der G 8-Gipfel stattfand. Shake-Hands mit der Hotelführung, auch der „ausgezeichnete“ Chefkoch Noel McMeel ist gekommen, seine opulenten Kreationen versprechen Hochgenuss. Die Hotelanlage, idyllisch an einem See gelegen bietet 120 Zimmer im Haus, in den Lodges und Villas ringsum sowie einen großzügigen „Tai-Spa“ mit Schwimmbad. Im Haupthaus gibt es einen großen Ballsaal, in der „Loughside Bar & Grill“ geht es locker und leger zu, in der „Blaney-Bar“ kann man 101 irische Whiskies probieren.

Das Lough Erne Resort in Enniskillen war 2013 Veranstaltungsort des G8-Gipfels (Foto: Wolfgang Grüner)
Lough Erne Resort in Enniskillen, Nordirland

Formeller wird es im eleganten „Catalina-Restaurant“, wo der Chefkoch selbst sein spezielles Menü erklärt: Kaninchen in der gebackenen Pastete, umgeben von einer Weißkohl-Creme, schwarzem Speck aus Fermanagh und einer Thymian-Infusion. Das Meer wartet auf einer schwarzen Schieferplatte mit einer kurz angedünstete Jakobsmuschel neben einer Rolle aus Krabbenfleisch, dazu getrockneter Seetang und Meerfenchel auf einem Sand aus Cracker, umgeben von frischen Zitronencreme-Tupfen. Als Hauptgericht gibt es Filet Beef-Bourguignon vom irischen Angus oder Herford-Rind. Komplettiert wird der Genuss mit Pilz-Duxelles, einer würzigen Farce aus sehr fein gehackten, pürierten oder gemahlenen Pilzen mit Perlzwiebeln, einer kräftigen Roast-Beef-Soße und Kartoffelpüree. Ein Dessert geht immer noch, besonders wenn es als Törtchen aus Bitterschokolade inmitten von Tupfen aus Passions-Frucht- und Mango-Sorbet ankommt. Noel McMeel und seine Crew genießen den verdienten Applaus und bitten zu Kaffee, Tee und feinen Süßigkeiten in die „Gordon Wilson Library“, benannt nach einem Friedensaktivisten aus Zeiten des Nordirland-Konfliktes.

Nordirland – eine Gourmet-Destination? Aber ganz sicher doch!

Text und Fotos: Wolfgang Grüner

Alle Angaben wurden von der Autor nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Fernweh.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Die Recherche wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von: Tourism Northern Ireland/Irland Information Tourism Ireland.

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