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Edinburgh – das Athen des Nordens

Über den Dächern der Stadt<br>(Foto: Rolf Handke / pixelio.de)

Die Hauptstadt Schottlands bietet nicht nur eine interessante historische Vergangenheit – sie überzeugt auch mit ihrem Facettenreichtum

Fragt man nach bedeutenden Städten in Schottland, beläuft sich die Antwort auf zwei Metropolen: Edinburgh und Glasgow. Edinburgh, die Hauptstadt Schottlands, hat viele Namen. Einige Schriftsteller, die dort lebten, haben versucht, den Geist der Stadt in Worte zu fassen. So wurde sie beispielsweise als Athen des Nordens bezeichnet. Der Name geht auf die griechisch-römische Architektur und den Aufstieg einer schottischen Elite zurück, die die intellektuelle Szene Schottlands anführte.

Robert Burns – ein gefeierter Nationalpoet<br>(Foto: www.VisitScotland.com)

Mit Edinburgh werden zahlreiche Schriftsteller und Denker assoziiert. Darunter der Wirtschaftsökonom und Philosoph Adam Smith, der Nationalpoet Robert Burns und nicht zuletzt die Engländerin Joanne K. Rowling, die im Café „The Elephant House“ den ersten Teil ihrer Harry Potter-Reihe zu Papier brachte.

Literatur spielt in Edinburgh eine wichtige Rolle

Somit wundert es nicht, dass Edinburgh 2004 zur ersten UNESCO-Stadt der Literatur weltweit ernannt wurde. Noch heute leben zahlreiche große Schriftsteller und weniger bekannte Literaten in der Stadt, die auch das weltweit größte Buchfestival beherbergt. Es werden spezielle Touren auf den Spuren von Autoren wie Robert Louis Stevenson oder eine Führung durch das Literature Quarter angeboten. Auf der Internetseite www.VisitScotland.com können außerdem Podcasts zum Thema Literatur in Edinburgh runtergeladen werden.

Neben den zahlreichen Festivals, die in Edinburgh stattfinden, lohnen interessante Sehenswürdigkeiten einen Besuch.

Täglich besiegelt ein Kanonenschlag über der Stadt die Mittagszeit

Auf einem erloschenen Vulkan über der Stadt thront Edinburgh Castle, Schottlands Nationalsymbol. Das Schloss auf dem Castle Rock bietet einen fantastischen Ausblick über ganz Edinburgh. Täglich um ein Uhr wird von der Schlossterrasse aus die „One o’clock Gun“ abgefeuert. Die Tradition stammt aus der Zeit der Seefahrer, denen der Kanonenschuss Auskunft über die genaue Uhrzeit gab.

Auf dem Castle Rock thront das Edinburgh Castle<br>(Foto: Bärbel Jobst / pixelio.de)

Nicht alles was das Auge sieht, sollte für bare Münze gehalten werden

Eine andere Perspektive der Stadt bietet die Camera Obscura, eine uralte Attraktion Edinburghs, die seit 1853 besteht. In einem hohen verwinkelten Haus durchläuft man zunächst fünf Stockwerke voller optischer Täuschungen und Illusionen, die gleichermaßen amüsieren und verwirren. Hier lernen Besucher, dass sie nicht immer ihren Augen trauen können. Oben angekommen, bietet sich ein spektakulärer 360°-Panoramablick über die Stadt. Unter einer großen Kuppel auf dem Dach des Gebäudes befindet sich ein russisches Marine-Teleskop, durch das man nahezu jeden Winkel der Stadt ausspionieren kann.

Wer sich für die schottische Kultur interessiert, sollte der National Gallery einen Besuch abstatten. Hier findet man nicht nur sehenswerte Ausstellungsstücke aus Europa, sondern auch die Nationale Sammlung schottischer Kunst – vom Mittelalter bis heute.

Whisky – das schottische Nationalgetränk

Ebenso verbunden mit der Kultur Schottlands ist das Nationalgetränk Whisky. Im Museum The Scotch Whisky Experience wird auf anschauliche Weise der Prozess der Whiskyherstellung erklärt. In Holzfässern fahren Besucher auf Schienen an einer Reihe von Animationen und beeindruckenden Kulissen vorbei. Anschließend wird die weltgrößte Whisky-Sammlung gezeigt, in der auch eine Whisky-Verkostung stattfindet, die sich jeder individuell nach seinen Vorlieben zusammenstellen kann. Alte Whiskykenner oder neugewonnene Liebhaber haben außerdem die Möglichkeit, sich mit renommierten Sorten im Whisky-Shop einzudecken.

Die traditionelle schottische Kleidung erfreut sich einer Renaissance<br>(Foto: www.VisitScotland.com)

Die schottische Mode ist traditionsbewusst und modern zugleich

Läuft man durch die Straßen von Edinburgh, begegnen einem immer wieder Schotten in Kilts. Die Nationalkleidung ist keineswegs ein weit hergeholtes  Klischee. Noch heute gibt es in Schottland etliche Kiltdesigner. Man kann sogar sagen, dass die Kiltmacherei eine Art Renaissance erlebt. Sie werden auch nicht nur von alten traditionsbewussten Schotten der Upper Class getragen. Unter den Kiltträgern gibt es keine feste Zielgruppe. Jung und Alt begeistern sich für das Kleidungsstück – als Freizeitlook oder im Büro.

Als einer der besten Kiltdesigner gilt Howie R. Nicholsby. Zu seinen Kunden zählen u. a. Robbie Williams, Alan Cumming, und auch die gesamte Ocean’s 11- Crew deckte sich mit seinen Kreationen ein. Sein Erfolg begründet sich unter anderem darin, dass seine Kilts  durch die Auswahl an hochqualitativen Stoffen ein Leben lang halten. Wer Nicholsby’s Shop in der Thistle Street in Edinburgh besucht, kann auf individuelle Beratung und Umsetzung der persönlichen Wünsche zählen. Angefertigt werden die 500-2.000 Pounds teuren Kreationen in Handarbeit von professionellen Näherinnen. Wie Nicholsby selbst sagt: „Jeden Tag Kilt zu tragen ist nichts für jedermann, aber es ist toll, die Gelegenheit zu haben."

In Schottland vereinen sich Tradition und Moderne<br>(Foto: www.VisitScotland.com)

Edinburgh bei Nacht

Wenn es dunkel wird, verändert sich das Gesicht der Stadt. Die hohen, mittelalterlichen Häuser und die engen dunklen Gassen schaffen eine Angst einflößende Atmosphäre. Als Schauplatz vieler Gräueltaten wie der Hexenverbrennung beziehungsweise Haupthandlungsort diverser Schauergeschichten werden in Edinburgh Führungen durch ein dunkles und schauriges Edinburgh veranstaltet. Eine so genannte Ghost Tour beinhaltet den Besuch eines Foltermuseums, in der anhand originaler Instrumente mittelalterliche Folterpraktiken erklärt werden. Anschließend begibt man sich in die Vaults, die Gewölbe unter der Stadt. Sie gelten als verflucht, denn hierhin flüchteten hunderte von Menschen bei einem großen Stadtbrand, mussten jedoch nach tagelangem Verharren in der Dunkelheit elendig ersticken. Schon manch ein Parapsychologe hat sich dort auf die Suche nach paranormalen Aktivitäten gemacht und viele behaupten, fündig geworden zu sein. Eine Gruseltour durch Edinburgh ist nichts für schwache Nerven.

Umgeben wird die Hauptstadt von einer malerischen Landschaft<br>(Foto: www.VisitScotland.com)

Edinburgh ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Hier trifft Moderne auf Mittelalter und Tradition auf Innovation. Die Kultur Schottlands ist überall zu spüren. Edinburgh ist gleichzeitig Festival-Stadt und für besondere Clubs wie das Cabaret Voltaire bekannt, andererseits bietet sie einen Rückzugsort für Schriftsteller und andere Intellektuelle.

Die Stadt lässt sich in keine Schublade stecken, von Edinburgh muss sich jeder selbst ein Bild machen.

Alina Dietloff


Praktische Infos

Sehenswürdigkeiten

Edinburgh Castle
Castlehill
Edinburgh
Tel.: +44 131 225 9846
www.historic-scotland.gov.uk

Camera Obscura and World of Illusions
Castlehill
Edinburgh
EH1 2ND
www.camera-obscura.co.uk



The Scotch Whisky Experience
354 Castlehill, The Royal Mile
Edinburgh
EH1 2ND
www.whisky-heritage.co.uk


Ghost Tour: The Witchery Tours
www.witcherytours.com


Shopping

21st Century Kilts
48 Thistle Street
Edinburgh
Tel.: +44 131 220 9450
www.21stcenturykilts.com


The Odd One Out
16 Victoria Street
Edinburgh
Tel.: +44 131 220 6400
www.oddoneout.com


Gastronomie

Artisan Roast (Café)
57 Broughton Street
Edinburgh
www.artisanroast.co.uk


The Grain Store
30 Victoria Street
Edinburgh
Tel.: +44 131 225 7635
www.grainstore-restaurant.co.uk


Stockbridge Restaurant
54 St. Stephen Street
Edinburgh EH3 5AL
Tel.: +44 131 226 6766
www.thestockbridgerestaurant.co.uk


David Bann's Vegetarian Restaurant
56-58 St. Mary's Street
Edinburgh
Tel.: +44 131 556 5888
www.davidbann.com


Links

www.VisitScotland.com
www.edinburgh-inspiringcapital.com

 

Edinburgh Festivals

Edinburgh ist auch bekannt als Festivalstadt. Hier treffen sich alljährlich Menschen aus aller Welt, um ihre Leidenschaft für Kunst und Kultur zu teilen. Ingesamt gibt es 12 Festivals im Jahr.

Edinburgh's Hogmanay (Dezember)
Straßenfest an Silvester

International Science Festival (April)
Spaß und Inspiration mit Erfindungen aus der Welt der Wissenschaft und Technologie

Imaginate Festival (Mai)
Theater-Festival für Kinder

International Film Festival (Juni)
Film Festival, das die größten Momente des Kinos zeigt und viele Filmemacher beherbergt

Art Festival (Juli)
Festival für moderne und zeitgenössische Kunst

Jazz & Blues Festival (Juli)
Musikfestival mit Newcomern und inernationalen und lokalen Musikern aus der Jazz und Blues Szene

Festival Fringe (August)
Beim größten Kunstfestival der Welt verwandeln sich die Straßen von Edinburgh in ein lebendes Theater

International Festival (August)
Festival mit internationalen Künstlern aus den Bereichen (klassische) Musik, Theater, Oper und Tanz

Royal Edinburgh Military Tattoo (August)
Eine Mischung aus Musik, Zeremonie, Unterhaltung und Theater vor der Kulisse des Edinburgh Castle

International Book Festival (August)
Das größte Buch-Festival der Welt präsentiert sich mit mehr als 700 Autoren und über 800 Events

Mela Festival (September)
Multikulturelles Festival

Storytelling Festival (Oktober)
Schottland feiert alljährlich das traditionelle und zeitgenössische Geschichtenerzählen