Berlins schönste Strandbars

Anzeige

Berlins schönste Strandbars

Von Frank Tetzel

Berlin ist nicht nur die deutsche Hauptstadt, sondern hat sich in den letzten Jahren auch zur Metropole der Strandbars entwickelt. Keine andere deutsche Stadt bietet so viele Möglichkeiten, an Flussufern im Sand zu entspannen. Es folgt eine persönliche Auswahl der besten Beach-Clubs in Berlin von Frank Tetzel.

Neulich habe ich Besuch aus Westdeutschland vom Hauptbahnhof abgeholt. „Berlin Central Station“ liegt irgendwo im Niemandsland zwischen Bundeskanzleramt und Invalidenstraße. Beeindruckend ist der Bau, und natürlich wollte sich unser Besuch das Monument genauer ansehen und fahndete nach einer Fotoperspektive. Wir liefen ein paar Schritte über eine schmale Brücke ans gegenüberliegende Ufer der Spree, damit „meine Touris“ den ganzen Stolz der Bahn AG mit dem Objektiv erfassen konnten. Drüben angelangt, stießen wir auf eine Sonderform der Berliner Gastronomie- und Erlebnisszene: eine Strandbar. Damit war das Fotovorhaben schnell vergessen. Unsere Gäste sind wahrscheinlich dem Gedanken verfallen, dass es in Berlin immer nur „Laisser-faire“ zugeht. Regierungsgeschäfte und Parlamentsarbeit, deren Institutionen immerhin in Sichtweite des Bahnhofes zu finden sind, spielten eine eher untergeordnete Rolle. In der Tat entsteht gerade bei sommerlichen Temperaturen der Eindruck, Berlin sei eine eher südliche Metropole. Dann nämlich sitzen in den Strandetablissements des Regierungsviertels die Lobbyisten, Ministeriale und Parlamentarier mit Anzug und Krawatte und lassen es sich in der Sonne gemeinsam gut gehen. In dieser entspannten Atmosphäre, so hat es den Anschein, können Absprachen und der eine oder andere politische Deal besser ausgehandelt werden als in festen Gebäuden.

Zutaten für eine Strandbar
Man nehme eine lange Reihe bunter Liegestühle, Palmen, Sonnenschirme, Cocktails, angenehm entspannende Chillout-, Reggae- oder House-Musik, einen Uferstreifen mit Sand oder auch Rasen und das Wasser der Spree, auf dem Ausflugsboote vorbeiziehen. Das sind die Zutaten, die man braucht, um eine Freiluftbar zum Erfolg zu führen. Beliebt sind inzwischen übrigens auch sportliche Aktivitäten wie (Beach-)Volleyball. Und natürlich duftet es hier und da nach Gegrilltem. Denn Strandbar – das bedeutet auch offenes Feuer und leckeres BBQ. Eines aber kann man an keiner der klassischen Berliner Open-Air-Locations: baden.

Opening Season
Regelmäßig Anfang bis Mitte Mai beginnt die Strandbarsaison in der Hauptstadt. Und kaum lugt die Sonne ein wenig länger hervor, füllen sich diese Orte der Ruhe und Entspannung schlagartig mit sonnenhungrigen Menschen, die ihre Füße im Sand verbuddeln. Das von Kurt Tucholsky überlieferte Bonmot, dass der Berliner am liebsten wohnt, wo er „vorne Kurfürstendamm und hinten die Ostsee“ habe, ist mit dieser neuen Form der Gastronomie bestätigt worden.

Meine persönlichen Favoriten sind:

Capital Beach Bar
Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof gelegen, allerdings ohne den obligatorischen Sand, reihen sich die Liegestühle wie an einer Perlenschnur auf. Die Musik ist eher ruhig, am Wochenende legt ein DJ auf. 60 verschiedene Cocktails, Longdrinks und viele Softdrinks findet man auf der Karte. Baguettes, Backkartoffeln, Flammkuchen oder Fingerfood stillen den Hunger. 
Capital Beach Bar
Am Hauptbahnhof
Ludwig-Erhard-Ufer
10557 Berlin
Tel: 0163-5654123 und 0163-5654131
Info@capital-beach.eu
www.capital-beach.eu

Öffnungszeiten:
Täglich ab 10 Uhr bis open end

Verkehrsanbindung:
S-Bahnen 5, 7 und 75 Haltestelle „Hauptbahnhof“
Busse 120, 123 und 147 Haltestelle „Hauptbahnhof“

Bundespressestrand
Der Bundespressestrand hat seinen Namen vom Bundespresseamt, das sich in unmittelbarer Nähe zu dieser Location befindet. Eine Berliner Werbe- und Eventagentur hatte die Idee zu diesem Beach-Club. Durch die Nähe zur Politik nutzen Parteien, Verbände, Fernseh- und Radiostationen und Unternehmen diesen Ort für ihre Veranstaltungen. Von dem Gelände aus hat man einen tollen Blick auf den Reichstag und die Abgeordnetengebäude sowie auf das Kanzleramt.
Es gibt Drinks, Grillfleisch und Salate. Donnerstags wird Salsa-Musik aufgelegt. Am Kinderstrand können sich die Kleinsten vergnügen. Sonntagnachmittags veranstaltet man einen Familien-Tanztag, außerdem gibt es Volleyballplätze.

Bundespressestrand
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Tel: 030-28099119
Fax: 030-28099120
info@walksandtalks.de
www.derbundespressestrand.de

Öffnungszeiten:
täglich geöffnet ab 10 Uhr

Verkehrsanbindung:
über die S-Bahnhöfe „Hauptbahnhof“, „Friedrichstraße“ und „Unter den Linden“
über den U-Bahnhof „Friedrichstraße“
mit dem Bus 147 bis „Luisenstraße“, dem TXL bis „Karlsplatz“ oder „Konrad-Adenauer-Str.“

Strandbar-Mitte
Gegenüber vom Bodemuseum im Monbijoupark liegt die erste Strandbar der Hauptstadt. Seit Juni 2002 wird hier das gepflegt, was eine gute Beach-Location ausmacht: Liegestühle, gute Drinks, coole Musik, echter Strandsand. Beim Entspannen fragt man sich hier unwillkürlich, wer eigentlich wen bestaunt: die Touristen auf den vielen Ausflugsschiffen der Spree die sonnenhungrigen „Strandbesucher“, oder ist es umgekehrt?

Strandbar-Mitte
Monbijoustraße 3
10117 Berlin
www.strandbar-mitte.de

Öffnungszeiten:
täglich ab 10 Uhr

Verkehrsanbindung:
S-Bahnhof „Oranienburger Str.“ mit S 1, S 2 oder S 25
S- und U-Bahnhof „Friedrichstr.“ mit S 1, S 2, S 25, S 3, S 5, S 7, S 75, S 9 oder U 6
U-Bahnhof „Oranienburger Tor“ mit der U 6
Tram-Haltestellen „Georgenstr./Am Kupfergraben“ mit  12, M1 und „Oranienburger Str.“ mit M1 und M6

Bar 25
Am 28. Mai wird der Sommer in den Holzhütten der Bar 25 eingeläutet. Neben Restaurant, Hostel und Bar gibt es ein Open-Air-Kino. Dienstags, mittwochs und donnerstags werden hier Filme gezeigt. Die Strandbar – die eher einem Strandclub entspricht – kostet Eintritt: montags bis donnerstags 1 Euro, freitags und samstags 5 Euro, sonntags 2,50 Euro.

Bar 25
Holzmarktstraße 25
10243 Berlin
www.bar25.de
mail@bar25.de

Öffnungszeiten:
täglich ab 16 Uhr

Verkehrsanbindung:
über die Bus-Haltestelle „Stralauer Platz“ mit den Bussen 240, 347, N40 und N47
über S-Bahnhöfe „Ostbahnhof“ oder „Jannowitzbrücke“

Yaam
Direkt gegenüber vom Ostbahnhof ist das Yaam, eine wunderbar afrikanisch-karibische Strandbar. Oder sollte man lieber sagen: ein Gesamtkunstwerk? Die Dekoration und die Ausstattung im Yaam ist legendär. Zudem finden Maler, Sprüher und andere Kreative hier Möglichkeiten der Entfaltung. Entspannt abhängen oder richtig aufdrehen: Speedminton, eine Mischung aus Tennis und Badminton. Die Bälle hierfür leuchten im Dunkeln und können für 1 Euro ausgeliehen werden. Basketball, Boule oder Beachvolleyball kann man kostenfrei spielen. Die große Opening-Party wird mit Soundsystem, MCs und afrikanisch-karibischem Markt gefeiert. Jeden Sonntag findet ein afrikanischer Bastelnachmittag statt.
Wichtiger Bestandteil im Yaam ist die Dekoration und die künstlerische Entwicklung – inspiriert von Jim Avignon, der in den Anfangsjahren das Erscheinungsbild des Yaams stark prägte. So finden Maler, Sprüher, Fotografen etc. Zugang zu einem großen Publikum. Yaam ist eine Abkürzung und steht für „young and african art market“. Afrikanische und karibische Stände mit kulinarischen Spezialitäten stillen Hunger und Durst. Darüber hinaus gibt es jede Menge Sportangebote und Kulturevents.

Yaam
Stralauer Platz 35
10243 Berlin
Tel: 030-6151354
ortwin@yaam.de
www.yaam.de

Öffnungszeiten:
täglich ab 11 Uhr

Verkehrsanbindung:
S-Bahnhof „Ostbahnhof“ mit S 3, S 5, S 7, S 75 und S 9
Mit dem Bus über „Ostbahnhof“, Busse: 140, 240, 347, EV, N40, N47
Oder „Stralauer Platz“, Busse: 240, 347, N40, N47

Oststrand
Holzbar und Pizzastand am Ufer der Spree. Zwischen den Bahnhöfen Ostbahnhof und Warschauer Straße hinter der Mauer der Eastside Gallery gelegen. Strand, Sonne, Völkerball und gute Mucke. Auf einem dort verholten alten Lastkahn wird das Meeresfeeling noch intensiver.

Oststrand
Mühlenstraße 24
10243 Berlin
www.oststrand.de

Öffnungszeiten:
täglich geöffnet ab 10 Uhr

Verkehrsanbindung:
U-Bahnhof „Schlesisches Tor“ mit U1
Bushaltestelle „Oberbaumbrücke“ mit den Bussen 347, N1

 

Kiki Blofeld
Das ist hier alles ziemlich entspannt. Auf der Kreuzberger Seite der Spree gelegen, öffnet jeweils im Mai die Strandbar „Kiki Blofeld“. Ein halb versteckter Eingang führt zur Bar.

Kiki Blofeld
Köpenicker Straße 48/49
10179 Berlin
www.kikiblofeld.de
info@kikiblofeld.de

Öffnungszeiten:
täglich ab 12 Uhr

Verkehrsanbindung:
Bushaltestelle „Michaelkirchstr.“ oder „Köpenicker Str./Adalbertstr.“ mit den Bussen 147 und N65

Oranke am See
Wunderbar kann man hier etwas weiter draußen, nämlich am Orankesee in Hohenschönhausen, in Strandkörben sitzen und es sich unter Kastanien gut gehen lassen. Das Freiluftlokal ist eine Mischung aus Biergarten und Strandcafé. André Fröhlich und sein Team haben ein Händchen für gute Lagen und entsprechende Gastronomie. Schon zu DDR-Zeiten traf man sich hier gern.

Oranke am See
Orankestraße 41
13053 Berlin
www.oranke-am-see.de

Öffnungszeiten:
montags bis freitags 15-22 Uhr
samstags 12-23 Uhr
sonntags und feiertags 10-23 Uhr

Verkehrsanbindung:
Tram 27 Station „Buschallee / Suermondtstr.“

Oranke Orange
Mitten in der Berliner Innenstadt zwischen den Kulissen der Stalinbauten der Karl-Marx-Allee findet man diese Location: ebenfalls eine Mischung aus Biergarten und Strand-Chillout-Atmosphäre. Mit 800 Plätzen ist die Anlage nicht gerade klein. Für kältere Tage und Abendstunden liegen Decken bereit.

Oranke Orange
Karl-Marx-Allee 93
10243 Berlin
www.oranke-orange.de

Öffnungszeiten:
montags bis samstags 14-23 Uhr
sonntags 12-23 Uhr

Verkehrsanbindung:
U Bahnhof „Weberwiese“ mit der U 5

Badeschiff
Eine ganz besondere Location sei an dieser Stelle noch erwähnt, obwohl sie keine klassische Strandbar ist. Das Badeschiff ist ein umgebauter Schubleichter, in dem ein Schwimmbad mit der dazugehörigen Technik installiert wurde. Das Schiff wurde in der Spree verankert und ist über eine Steganlage zu erreichen. Der „Swimming-Pool“ hat eine Länge von etwa 32 Metern und eine Breite von 8 Metern. Das Wasser ist auf 24 Grad beheizt. Die Idee zu diesem Badeschiff hatte Susanne Lorenz zusammen mit der spanischen Architektengruppe AMP Arquitectos im Rahmen des Wettbewerbes „Stadtkunstprojekte“. Auf der Steganlage des Bootes kann man sich herrlich sonnen. In der Spree schwimmend befindet sich das Badeschiff hinter der Arena Berlin. Hier werden Clubsounds aufgelegt. Für seine langen, durchfeierten Nächte am Wasser ist das Schiff bekannt. Neben Schwimmen, Chillen und Sonnenbaden werden eine ganze Reihe von Veranstaltungen angeboten. Betreiber ist Falk Walter, der sich mit der Arena in Treptow und dem neu eröffneten Admiralspalast in der Friedrichstraße einen Namen in der Berliner Szene gemacht hat. Das Badeschiff ist im Moment eine der angesagtesten Adressen der Hauptstadt.

Badeschiff
Eichenstraße 4
12435 Treptow
www.badeschiff.de
www.arena-berlin.de

Öffnungszeiten:
Anfang Mai bis Mitte September ab 8 Uhr
Badebetrieb bis 24 Uhr
Grill täglich bis 22 Uhr

Eintritt:
3 Euro, Kinder bis zwölf Jahre in Begleitung eines Erwachsenen 1,50 Euro

Verkehrsanbindung:
U-Bahnhof „Schlesisches Tor“ mit der U 1
S-Bahnhof „Treptower Park” mit S 9, S 41 und S 42
mit den Bussen 104, 194, 265 Haltestelle „Eichenstr.“

Anzeige

Mallorca - Nützliche Reisetipps A-Z

Fernweh-Reiseführer: Jetzt bestellen!

Anne Grießer
Nützliche Reisetipps A-Z: Mallorca
Die schönsten Urlaubsorte, die besten Strände. Ausflugstipps ins Inselinnere. Events, Essen und Trinken, Sport.
124 Seiten, davon 16 Farbseiten, 108 schwarz-weiß Seiten, inklusive 3 Übersichtskarten
ISBN 978-3-87322-284-7
1. Auflage Februar 2019
14,95 Euro

... beim Verlag bestellen

...bei amazon bestellen

Unterstütze Fernweh.de

100% unabhängig

Auswandern nach Neuseeland

Viele Tipps und Infos zu Visum und Einreise, Jobsuche und Leben in Neuseeland

133 Seiten, s/w -Fotos
Print 3-87322-276-2, 19,95 EUR
eBook PDF 3-87322-277-9, 14,99 EUR

im Hayit-Shop: ...hier

bei amazon: ...hier

Anzeige