Südindien - Wo Sie Natur hautnah erleben können

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Südindien - Wo Sie Natur hautnah erleben können

Indisches Dschungelabenteuer

Natur pur erleben in luftiger Höhe: Baumhaüser in Südindien

Wie Tarzan in den Baumkronen leben: In Südindien laden Baumhäuser zu einem besonderen Urlaubserlebnis ein. Daneben bietet Kerala ein abwechslungsreiches touristisches Angebot

Der 575 Kilometer langgestreckte Küstenstaat Kerala ist ein üppig grünes tropisches Paradies. Das Meer an dieser berühmten „Malabar-Küste“ ist ebenso wie die vielen Flüsse und Kanäle sehr fischreich.

Karte- Indien/Kerala und Umgebung



Tropisches Paradies
Obwohl mit 772 Einwohnern pro Quadratkilometer dreimal so dicht besiedelt wie Deutschland, kennt Kerala im Verhältnis zu anderen Regionen Indiens kaum Armut: Fischfang sowie Produktion und Handel mit den land- und forstwirtschaftlichen Schätzen des Landes ernähren die Bevölkerung. Viele junge Keraliten arbeiten zudem in den nahen Golfstaaten und bringen viel Geld mit nach Hause, das in moderne Häuser und Villen investiert wird. Der Bildungsstand der Bewohner ist für Indien relativ hoch; es gibt kaum Analphabeten. Auch die Infrastruktur (Straßen, Hotels, Bahn- und Busverbindungen etc.) ist in Kerala vergleichsweise gut – ein Faktor, der das Reisen sehr erleichtert.

Im Hausboot über die Backwaters
Touristische Attraktionen hat Kerala reichlich. Neben Badeferien und Stadt- bzw. Tempelbesichtigungen werden auch Ayurveda-Kuren in speziellen Resortanlagen angeboten . Hausboot-Touren auf den Flüssen und Kanälen entlang der Küste Süd-Keralas, den sogenannten Backwaters, sind besonders beliebt. Ein findiger Inder, Babu Varghese, entdeckte vor einigen Jahren ein paar alte hölzerne Frachtkähne und suchte Bootsbauer, die diese reparieren konnten. Sie wurden zu komfortablen Hausbooten  umgebaut. Auf Anhieb waren die Hausboot-Touren auf den Backwaters sehr gefragt: Heute stehen zwischen Cochin und Quilon rund 50 Hausboote auf den idyllischen Wasserwegen bereit – und der aussterbende Berufsstand der Bootsbauer für diese hölzernen Flachwasserkähne ist wieder im Aufwind.
Aus dem Ideenreichtum von Babu entstand nun ein neues Projekt, das wieder eine ungewöhnliche Erfahrung verspricht: Green Magic, eine Öko-Dschungelstation im Hochland, 85 Kilometer hinter Calicut. Hier können Naturliebhaber den üppigen Nebelwald erleben und dabei in 30 Meter hohen Baumhäusern übernachten.

Land der GewürzhügelInmitten des üppigen Nebelwaldes Südindiens
Calicut ist eine betriebsame Hafenstadt mit mehr als 800.000 Einwohnern. Viele alte Prachtbauten zeugen vom Reichtum der Händler des vergangenen Jahrhunderts. Der Ort, der jetzt in der Staatssprache Malayalam „Kozhikode“ heißt, war schon in der Antike für Phönizier, Griechen, Römer und Araber ein Umschlagplatz für die begehrten Gewürze aus dem angrenzenden Hochland und ein bedeutendes Zentrum des Holzhandels. Nach der Entdeckung des Seeweges nach Indien landete 1498 Vasco da Gama genau hier, am Kappad-Beach bei Calicut, auf der Suche nach dem sagenhaften Gewürzreichtum der Küste. Ein weiterer traditioneller Wirtschaftszweig Calicuts floriert auch heute noch: Der Bootsbau mit dem Hartholz aus den Wäldern ringsum überlebte, weil immer mehr Kunden aus den arabischen Ländern hier ihre traditionellen Segelboote, die Dhaus, bauen ließen.
Von Calicut geht die Fahrt zum Green Magic-Öko-Resort ins Landesinnere, hinauf in die Gebirgskette Western Ghats (700 bis 2100 hoch), in den Distrikt Wynad. Für die etwa 85 Kilometer benötigt man ca. vier Stunden. Der Bus kommt zunächst nur langsam voran, denn auf der schmalen Straße herrscht reger Verkehr. Dann schlängelt sich die Straße in vielen Kurven steil nach oben. Bei dem Örtchen Lakkidi beginnt „Land of Spicy Hills“ (das Land der Gewürzhügel), denn hier im Hochland reiht sich eine Plantage an die andere: Pfeffer, Kaffee, Tee, Kautschuk, Kardamom, Cashew-Nüsse. Der Bus zum Öko-Resort biegt bei dem Dorf Vithiry von der Straße ab, die über den Gebirgskamm nach Mysore im Nachbarstaat Karnataka führt. Nach weiteren 30 Minuten Fahrt über einen Feldweg ist für den Bus die Endstation erreicht. Weiter hinauf geht es nur mit Allradantrieb. Hier am Basislager der Dschungel-Station, steigen die Gäste in einen Jeep um, denn das letzte Stück der Fahrt geht es über einen holprigen Waldweg steil bergauf.

Grüne Wildnis
Rechts und links des Weges wird der Bergnebelwald immer dichter. Inmitten der grünen Wildnis macht der Jeep auf dem schmalen Weg in einer Biegung halt. Hier werden die Gäste gebeten, feste Schuhe aus dem Gepäck zu holen und das letzte kleine Stück des Weges, („Nur 20 Minuten!“), zum Öko-Resort zu Fuß zu gehen. Wer sich hier jedoch fügsam an den Aufstieg macht, dem vergeht schon bald die Lust auf einen Dschungelaufenthalt. In rund 1200 Meter Höhe windet sich der rutschige Pfad steil nach oben. Oft ist Klettern und Klimmen notwendig, um voranzukommen. Dies und die Strapazen der langen Anreise, der große Höhenunterschied zu Calicut und die feuchte Hitze machen den Aufstieg zu einer über 60minütigen Tortur. Besser ist es, bei dem Gepäck im Jeep zu bleiben und auf der Anfahrt bis zum Resort zu bestehen!

In luftiger Höhe
Die Dschungelstation entstand auf dem Gelände einer seit 40 Jahren ungenutzten, viele Quadratkilometer großen Kardamom-Plantage. Die früheren Quartiere der Palmenkronen im DschungelPlantagenarbeiter wurden restauriert und umgebaut. Hier gibt es eine im Landesstil errichtete Rezeption, acht komfortable Gästezimmer mit Bad, eine offen einsehbare Küche und ein Veranda-Restaurant.
Auf einem uralten Feigenbaum neben dem Plantagengebäude bauten Einheimische das erste Baumhaus für Gäste. In luftiger Höhe von 30 Metern steht auf einer Holzbohlenplattform in den Verzweigungen der Baumkrone ein Ferienhaus wie aus einem Tarzanfilm: Schlafzimmer, Duschbad und Veranda aus Bambus und Holz, liebevoll mit Kunsthandwerk aus der Region dekoriert.
Die Äste des tragenden Baumes durchqueren noch hier und da den Raum, denn er sollte für das Baumhaus nicht beschädigt werden. Aus den glaslosen Fenstern gleitet der Blick über die Baumwipfel weit ins Tal hinein. Herauf kommt man mit einem seilgezogenen Lift in einer Ein-Personen-Holzgondel, die von den einheimischen Helfern hochgezogen wird. Inzwischen ist wenige Gehminuten vom Haupthaus ein zweites Baumhaus entstanden, zu dem man über eine Hängebrücke gelangt. Hier sind auf drei Etagen zwei Schlafzimmer mit Bad und eine Küche in die Baumwipfel integriert. Weitere Baumhäuser sind bereits im Bau, geplant sind insgesamt 10 dieser ungewöhnlichen Gästequartiere. Ganz aus Bambus, Holz und Seilen gefertig, sind die Baumhäuser stabil und doch luftig. Die Einrichtung ist keineswegs spartanisch, aber „öko“: Minibar und Fernseher gehören nicht dazu. Dafür hat man vom modernen Duschbad und dem komfortablen Doppelbett ebenso wie von der Veranda einen traumhaften Blick über die Baumwipfel des Nebelwaldes bis zu den Gipfeln der Western Ghats.

Reißaus vor wilden Elefanten
Naturliebhaber können von der Veranda der Baumhäuser zahlreiche Vogelarten und exotische Schmetterlinge beobachten. Mit Glück sieht man ein Riesenflughörnchen oder einen Hanuman-Affen die Baumwipfel durchstreifen. Auf Wanderungen durch den Dschungel kann man grellfarbige Frösche, seltene Schlangen und riesige Schnecken entdecken. Wildschweine, Axis-Hirsche und gelegentlich auch wilde Elefantenherden durchziehen das weitläufige Gelände. Wildhunde, Füchse, Bären und Leoparden sind ebenfalls schon gesichtet worden. Eine Begegnung mit diesen scheuen Waldbewohnern ist jedoch eher selten. Die Erkundungstouren durch das Gelände sind anstrengend und nur für Reisende mit sehr guter Kondition geeignet. Die Gäste im Baumhaus-Resort werden dabei von deutschsprechenden Führern begleitet, die sich im Wald und in der Tier- und Pflanzenwelt auskennen und per Walkie-Talkie Kontakt halten. Dabei erfährt man auch manches wichtige Detail über das richtige Verhalten im Dschungel. So erläutern die Führer lachend, daß man von wilden Elefanten nichts zu befürchten hat. Eine Ausnahme gäbe es: Wenn der Elefantenbulle die Ohren nach vorne legte, solle man sofort Reißaus nehmen. Solch gefährliche Situationen seien im Projektgebiet jedoch noch nie vorgekommen, bestätigen die Einheimischen.

Begegnung mit Blutegeln
Zum Naturerlebnis im Green Magic-Resort gehört die unvermeidliche Begegnung mit Blutegeln. Die winzigen Tierchen lauern überall auf den feuchten Wegen und kriechen geschickt in Schuhe, Strümpfe und Hosenbeine, um sich an der Haut festzusaugen. Ihr Angriff ist nicht giftig oder schmerzhaft, hinterläßt aber unangenehme, infektionsgefährdete Wunden. Durch gut schließendes Schuhwerk und lange Socken, in die die Hosenbeine gesteckt werden, kann den lästigen Saugern der Hautkontakt jedoch verwehrt werden. Zuvor in Salzwasser getränkte Socken sind unter den Dschungeltouristen derzeit der heißeste Tip!
Vor Mücken braucht man sich hier im Hochland nicht besonders zu schützen. Da es keine stehenden Gewässer gibt, haben Moskitos keine Chance.
Angela Viegas

Junge Inderinnen

FERNWEH-INFO Kerala

So kommen Sie nach Calicut
Mit dem Flugzeug: von Deutschland aus am günstigsten über Bombay. Von Bombay (Santa Cruz Airport) fliegen die staatliche Gesellschaft Indian Airlines und die private Jet Airways täglich und zuverlässig nach Calicut: Rechtzeitig vorbuchen, da sehr gefragte Verbindung! Der Preis für die einfache Strecke liegt in beiden Fällen bei rund 125 US-Dollar. Calicut ist aber auch von Madras, Bangalore und Coimbatore bequem per Flug zu erreichen . Vom Flughafen Calicut sind es 26 km bis zum Stadtzentrum, etwa eine Stunde Fahrt! Taxi Service in die Stadt am Flughafen buchen und vorab bezahlen (250 Rupien).
Mit dem Zug: Calicut erreicht man von Bombay mit Umsteigen in Mangalore. Beschwerliche lange Anreise, nicht zu empfehlen!

Unterwegs in Kerala
Staatliche Busse sind häufig überfüllt, private Buslinien verkehren von und nach Calicut in alle Richtungen und sind komfortabler.

Unterkunft in Calicut
Zum Akklimatisieren nach der langen Anreise am besten außerhalb der Stadt, etwa im Kappad Beach Resort. In Calicut selbst ist das moderne Taj Hotel empfehlenswert.
Green Magic-Öko-Resort in Vithiry: Man muß einen Aufenthalt vorher buchen und mit Preisen wie für ein ****-Hotel rechnen. In Zukunft sollen jedoch auf dem Projektgebiet noch preisgünstige Einfach-Unterkünfte vor allem für jüngere Gäste entstehen.
In Indien kann ein Aufenthalt im Öko-Resort gebucht werden bei COMINDIA, 9/146, Anil Saras, Jawabar Nagar, Thiruvananthapuram, Kerala, Indien 695 041, Tel. 0471/332899, Fax 0471/332899.

Die beste Reisezeit
Das Hochland von Wynad gehört zu Indiens niederschlagsreichsten Gegenden. Beste Reisezeit ist der trockene Winter von Dezember bis Mai mit warmen Tagen (bis ca. 28 °C) und meist kühlen Nächten (bis zu 8 °C).

Rund ums Geld
Umtausch: Landeswährung ist die Rupie, unterteilt in 100 Paisas. Bargeld und Reiseschecks in Euro oder US-Dollar werden in Banken, Hotels und Flughäfen getauscht. Euroschecks werden nicht akzeptiert. Kreditkarten sind weit verbreitet, besonders Visa und Mastercard.

Visum
Europäische Staatsangehörige benötigen neben einem Reispaß ein Visum. Dieses kann beim Indischen Konsulat bestellt werden. Dazu müssen Sie einen Visumantrag, zwei Paßfotos, den Reisepaß, einen frankierten Rückumschlag und die Gebühr, an das nächstgelegene Indische Konsulat oder die Indische Botschaft, Konsularabteilung, Bauscheidstr. 7 in 53113 Bonn senden.

Gesundheit
Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Malaria-Prophylaxe kann zu bestimmten Zeiten (Monsunzeit) nach Rücksprache mit dem Hausarzt empfehlenswert sein. Die Gesundheitsversorgung in Kerala ist überdurchschnittlich gut. Vom Öko-Resort ist das christliche „GoodShepherd“-Missionskrankenhaus im Notfall mit dem Jeep in etwa 50 Minuten zu erreichen.

Informationen
- Indisches Fremdenverkehrsamt, Baseler Straße 48, 60329 Frankfurt, Tel. 069/235423, Fax 069/234724
- Kerala Tourism, Park View, Trivandrum 695 033, Tel. 0091-471-61132, Fax 0091-471-62279
- Zeitschrift „Discover India“: Die deutsche Ausgabe dieses monatlichen Magazins ist beim indischen Fremdenverkehrsamt in Deutschland erhältlich (Adresse oben).

Indien im Internet
- http://www.india-tourism.com/DE
Homepage des indischen Fremdenverkehrsamtes